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	<title>meertext &#187; Ölpest</title>
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	<description>Navigation im Meer der Worte</description>
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		<title>„Der perfekte Sturm“ für die Delphine des Golf von Mexiko: Kommentar</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jul 2012 13:29:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im April 2010 kam es in Folge eines Blowouts auf der Bohrplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko zur schlimmsten Offshore-Öl-Katastrophe in der Geschichte der USA. Schätzungsweise 4.9 Mio barrels (780,000 m3 ) Rohöl flossen in ein Meeresgebiet mit vielfältigen Ökosystemen und großem Artenreichtum, von der Elchkoralle bis zum Pottwal. Die folgenden Monate beherrschte die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Im April 2010 kam es in Folge eines Blowouts auf der Bohrplattform <strong>„Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko zur schlimmsten Offshore-Öl-Katastrophe in der Geschichte der USA</strong>. Schätzungsweise 4.9 Mio barrels (780,000 m<sup>3 </sup>) Rohöl flossen in ein Meeresgebiet mit vielfältigen Ökosystemen und großem Artenreichtum, von der Elchkoralle bis zum Pottwal.<br />
Die folgenden Monate beherrschte die Ölkatastrophe die Schlagzeilen, zunächst überschlugen sich die Meldungen über die zahlreichen verstorbenen Tiere, darunter auch viele tot gestrandete Delphine. Dann wurde es still um die Ölpest im Golf.<br />
Erst zu Beginn des Jahres 2011 kam die Öl-Katastrophe im Kontext mit dem Delphin-Massensterben erneut in die Schlagzeilen.<br />
Jetzt gibt es eine offizielle Publikation dazu: <a title="PLoS:Carmichael et al: Were multiple stressors a &quot;Perfect Storm&quot; for Northern Gulf of Mexico Bottlenose Dolphins [...]&quot;" href="http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0041155" target="_blank">“Were Multiple Stressors a ‘Perfect Storm’ for Northern Gulf of Mexico Bottlenose Dolphins (<em>Tursiops truncatus</em>) in 2011?” von Carmichael et al im Online-Magazin PLoS.</a></p>
<p>Der Beitrag, der in PLoS publiziert wurde, ist extrem abstrahiert und relativierend.<span id="more-286"></span><br />
Lesen Sie dazu auch <a title="meertext: Der &quot;perfekte Sturm&quot; für die Delphine des Golf von Mexiko: Kritische Diskussion der Publikation" href="http://blog.meertext.eu/2012/07/30/%E2%80%9Eder-perfekte-sturm%E2%80%9C-fur-die-delphine-des-golf-von-mexiko-kritische-diskussion-der-publikation/" target="_blank">&#8220;„Der perfekte Sturm“ für die Delphine des Golf von Mexiko: Kritische Diskussion der Publikation&#8221;.</a></p>
<p>Zugegeben:<br />
Auf einem toten Wal sucht man vergeblich nach einem Schild mit der Aufschrift: „Dieser Wal starb durch die Ölpest“. Öl hat multiple und schwerwiegende Folgen auf Organismen, die im Detail oft schwer nachweisbar sind. Erdöl hat viele toxische Komponenten, die auf unterschiedliche Organsysteme und den gesamten Gesundheitszustand einwirken. Das macht es für Wissenschaftler so schwierig, einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Waltod und Ölpest nachzuweisen.<br />
Und das macht es für die Öllobby so einfach.<br />
Aber: Eine sorgfältige Auswertung aller Daten kann sehr wohl sichtbar machen, dass ein Zusammenhang zwischen „Ölpest“ und „Waltod“ äußerst wahrscheinlich ist.</p>
<p>Der hundertfache Delphintod im Golf von Mexiko, der über die normalen Todesfälle in einem Bestand weit hinausgeht und alle Anzeichen der Auswirkungen der toxischen Öl-Komponenten zeigt, steht sehr wohl im direkten Zusammenhang mit der Ölkatastrophe.</p>
<h4><strong>Die Verantwortung der Wissenschaftler</strong></h4>
<p>Die vorsichtigen bis vagen Formulierungen in der Publikation sind wissenschaftlich korrekt, ohne Frage. Aber sie machen es dem BP-Konzern auch sehr einfach, sich aus der Verantwortung zu stehlen.<br />
Wissenschaftler müssen nach den Regeln „guter wissenschaftlicher Arbeit“ vorgehen. Dazu gehört auch, keine unhaltbaren Anschuldigungen auszusprechen.<br />
Gleichzeitig haben Biologen, Ökologen, Tiermediziner und andere Biowissenschaftler aber auch eine Verantwortung ihren Mitgeschöpfen gegenüber. Wenn nicht sie für die Rechte der Tiere eintreten, wer sollte es dann tun?<br />
Wollen wir Biologen dieses Feld etwa esoterischen Ökogurus überlassen?</p>
<p>Carmichael et al geben in ihrer Publikation die Gewichtung der Todesursachen vor:<br />
Über den Kaltwasser-Event wird detailliert und mit zahlreichen graphischen Darstellungen berichtet. Dass Delphine normalerweise nicht an einer Abkühlung des Ozeans sterben, wird nur sehr kurz thematisiert. Auch der schlechte Gesundheitszustand der Tiere wird nur sehr kurz erwähnt.<br />
Die Zusammenhänge zwischen dem schlechten Wal-Gesundheitszustand und den Folgen der Ölpest werden regelrecht unterschlagen.</p>
<h4><strong>Relativierende Sprache</strong></h4>
<p>Das Manuskript ist so geschrieben, wie Politiker eine Katastrophe darstellen: Mit viel Understatement, Verharmlosung und Relativierung. Und reichlich Daten und graphischen Darstellungen, die vom zentralen Punkt ablenken. In diesem Fall lenkt das kalte Wasser von der Ölpest ab. Das Wort “Ölpest“ oder andere Öllobby-unfreundliche Termini fehlen im Manuskript ganz. Stattdessen wird die Katastrophe in das Mäntelchen einer technokratischen Abkürzung gehüllt, was sich sehr viel weniger schlimm anhört: „DWHOS“ statt Oilspill. Abkürzungen wirken professionell, abstrahierend und sehr sachlich.</p>
<p>Auch der Einsatz vieler Statistiken kann unliebsame Fakten verschleiern:<br />
Durch Statistiken werden Leser/Hörer mit Zahlen und Daten überschüttet, die sachlich und korrekt sind. Die meisten Menschen sind dann mit der Datenverarbeitung so beschäftigt, dass sie nicht merken, dass wesentliche Fakten fehlen oder nicht in die Schlussfolgerungen einbezogen werden.</p>
<p>Das Resultat „Our data suggest, cold temperature were not the sole cause of death […]“ (S. 11) ist ein verbaler Eiertanz.</p>
<p>Ich vermisse die Schlussfolgerung:<br />
„Mit hoher Wahrscheinlichkeit hätte es ohne die Deepwater Horizon-Ölpest diese extrem erhöhte Sterblichkeit in 2011 nicht gegeben.“<br />
Die Daten hätten diese Schlussfolgerung gerechtfertigt.</p>
<p>So hingegen bekommt der kundige Leser, die kundige Leserin das unangenehme Gefühl, dass BP und die Öllobby geschont werden sollen. Schließlich zahlen die Öl-Unternehmen viele Steuern, aus denen auch Wissenschaftler und ihre Forschung bezahlt werden.<br />
Die vorliegende Veröffentlichung tendiert statt zum “guten wissenschaftlichen Arbeiten“ schon hart in Richtung „Gefälligkeitsgutachten“.<br />
Sollte die Unabhängigkeit der Wissenschaft nur noch ein schöner Traum sein?<br />
Für ehrenamtlich arbeitende Idealisten?<br />
Dann bleibt es wohl in der Verantwortung der kleinen Umweltschutzorganisationen und der Science Blogger, die Interessen der Wale zu vertreten.<br />
Ich blogge jedenfalls weiter – für Wale, Ozeane und Meeresschutz.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>„Der perfekte Sturm“ für die Delphine des Golf von Mexiko: Kritische Diskussion der Publikation</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jul 2012 13:15:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Publikation “Were Multiple Stressors a ‘Perfect Storm’ for Northern Gulf of Mexico Bottlenose Dolphins (Tursiops truncatus) in 2011?” von Carmichael et al im Online-Magazin PLoS untersucht das Delphin-Massensterben von 2011. Massensterben von Walen kamen und kommen immer wieder vor. Die Gründe dafür sind vielfältig und oft schwierig zu analysieren, es gibt natürliche und anthropogen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Publikation <a title="PLoS:Carmichael et al: Were multiple stressors a &quot;Perfect Storm&quot; for Northern Gulf of Mexico Bottlenose Dolphins [...]&quot;" href="http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0041155" target="_blank">“Were Multiple Stressors a ‘Perfect Storm’ for Northern Gulf of Mexico Bottlenose Dolphins (<em>Tursiops truncatus</em>) in 2011?” von Carmichael et al im Online-Magazin PLoS </a>untersucht das Delphin-Massensterben von 2011.</p>
<p>Massensterben von Walen kamen und kommen immer wieder vor.<br />
Die Gründe dafür sind vielfältig und oft schwierig zu analysieren, es gibt natürliche und anthropogen (durch menschliche Einwirkung erfolgte) Todesursachen. Im Golf von Mexiko etwa sind zuletzt 2004 durch eine Giftalgenblüte („red tide“) mehr als 100 Große Tümmler und viele andere Meerestiere gestorben.<span id="more-284"></span>Eine hohe Sterblichkeit zur Zeit des Gebärens ist ebenfalls natürlich: Der Zeitpunkt<em> </em>der Geburt ist für Walmütter und -kälber sensibel, in jeder Population kommt es in diesem Zeitraum zu einer erhöhten Sterblichkeit.<br />
Aber dieses Mal ist die Zahl der toten Delphinkälber extrem hoch.</p>
<p>Nur durch langjährige Studien und interdisziplinäre Untersuchungen können die Ursachen solcher Massensterben erkannt werden. Für die Auswertung der Datensätze ist viel Erfahrung nötig. Im vorliegenden Fall ist eine Delphin-Population betroffen, die bereits seit Jahrzehnten intensiv wissenschaftlich untersucht wird und über deren Lebensraum sehr viel bekannt ist. Damit besteht hier eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, die Ursachen der Wal-Katastrophe herauszufinden.</p>
<p>Die Publikation “Were Multiple Stressors a ‘Perfect Storm’ for Northern Gulf of Mexico Bottlenose Dolphins (<em>Tursiops truncatus</em>) in 2011?” enthält allerdings einige fragwürdige Schlussfolgerungen, die im Folgenden diskutiert werden.<!--more--></p>
<h4><strong>Wie wirkt das Erdöl auf marine Säugetiere?</strong></h4>
<p>Carmichael et al schreiben auf S. 9: „The sublethal effects of direct oil exposure on dolphins have not been well documented […] and while perinatal and infant mortality has been associated with exposure to oil and other organic pollutants in some marine mammals, it has not been reported among dolphins.” Für konkrete Schlussfolgerungen sei weitere Forschung notwendig.</p>
<p>Kurz- und langfristige Auswirkungen von Öl auf marine Säugetiere sind sehr wohl beschrieben worden, z. B. nach der Exxon Valdez-Ölpest in Alaska (<strong>Matkin, C.O.</strong>, <strong>Saulitis, E.L.</strong>, <strong>Ellis, G.M.</strong>, Olesiuk, P., Rice, S.D. 2008. Ongoing population-level impacts on killer whales <em>Orcinus orca</em> following the &#8216;Exxon Valdez&#8217; oil spill in Prince William Sound, Alaska. <span style="text-decoration: underline;">Marine Ecology Progress Series</span>, 356:269-281. <a href="http://www.whalesalaska.org/docs/matkin-et-al-2008-meps.pdf">[PDF file]</a>).<br />
Orcas sind große Delphine, die Beobachtungen können definitiv auf die Großen Tümmler im Golf von Mexiko angewendet werden.<br />
Bei dieser Langzeit-Untersuchung ist u. a. auch explizit die verringerte Fruchtbarkeit als Folge des Öls benannt worden.</p>
<p>Toxikologische Untersuchungen haben immer wieder ergeben, dass aromatische Bestandteile des Erdöls bei Säugern u. a. Tieren Frucht schädigend sind. Diese Untersuchungen lassen ohne Zweifel die Schlussfolgerung zu, dass diese toxischen Substanzen auch bei Delphinen Frucht schädigend sind.<br />
Die vielen toxischen Komponenten von Erdöl haben umfangreiche pathogene Auswirkungen auf Lebewesen. Meeressäuger sind der Ölpest im Wasser sogar noch stärker ausgesetzt, denn sie nehmen die giftigen Bestandteile des Öls über die Haut, die Nahrung und beim Einatmen direkt auf und können sich dem nicht entziehen.<br />
Die <a title="UC Davis: Oiled Wildlife Care Network" href="http://www.vetmed.ucdavis.edu/owcn/oiled_wildlife/index.cfm" target="_blank">Veterinäre der UC Davis School of Medicine hatten zu Beginn der Deepwater Horizon-Ölpest eine ausgezeichnete Übersicht zusammengetragen, welche Auswirkungen das Öl auf marine Säuger hat</a>. <a href="http://blog.meertext.eu/2011/05/02/olpest-wie-schadet-erdol-den-meerestieren/"><br />
</a>Lesen Sie dazu auch den meertext-Beitrag: <a title="meertext: Wie schadet Öl den Meerestieren?" href="http://blog.meertext.eu/2011/05/02/olpest-wie-schadet-erdol-den-meerestieren/" target="_blank">&#8220;Wie schadet Öl den Meerestieren?&#8221;<br />
</a></p>
<p>Dazu gehören u. a.</p>
<ul>
<li>Anämie</li>
<li>Unterernährung</li>
<li>Leber- und Lungenschäden</li>
<li>ein insgesamt geschwächtes Immunsystem</li>
</ul>
<p>Alle diese Symptome werden auch in dem <a title="NOAAA: study shows some gulf dolphins severely ill" href="http://www.gulfspillrestoration.noaa.gov/2012/03/study-shows-some-gulf-dolphins-severely-ill/" target="_blank">Gesundheitscheck der Golf-Delphine </a>angegeben und von Carmichael et al zitiert.</p>
<p>Die erwarteten und beschriebenen Symptome sind deckungsgleich!<br />
Carmichaels Schlussfolgerung, die Gesundheitsprobleme der Delphine könnten eine Folge der Ölpest sein, dies sei aber wissenschaftlich nicht nachweisbar, dafür müsse weitere Forschung betrieben werden, ist darum nicht nachvollziehbar.</p>
<h4><strong>Alle Hinweise führen zur Deepwater Horizon-Ölpest</strong></h4>
<p>Einerseits ist ein direkter Nachweis der Todesursache bei einem verendeten Wal sehr schwierig.<br />
Eindeutige Todesursachen wie Netzmarken oder Schusswunden sind selten. Meistens haben die Tiere vielfältige Erkrankungen, die nur von Fachleuten in einem größeren Kontext interpretiert werden können. Außerdem sind die toten Tiere oft schon stark verwest.<br />
Auch Ölspuren an den Tierkörpern sind direkte Hinweise auf die Ursache. Im Fall der Deepwater Horizon-Ölpest hatte BP aber gefordert, dass die Ölspuren auch noch chemisch analysiert werden müssten, um das Öl definitiv ihrer explodierten Bohrinsel zuordnen zu können. Als ob ernsthaft verschiedene Verursacher in Frage gekommen wären…Hat es denn in diesem Zeitraum im Nördlichen Golf von Mexiko noch andere havarierte Bohrplattformen oder gesunkene Öltanker gegeben?</p>
<p>Es gibt keinen einzigen Hinweis, dass eine kurzzeitige Abkühlung der Meerestemperatur jemals zu einem  Delphinsterben geführt hat. Normalerweise sind die Tiere durch ihre dicke Blubberschicht ausreichend geschützt,  schwimmen in eine andere Regionen oder gleichen die Abkühlung durch ihren Stoffwechsel aus. Nur auf Tiere, die bereits durch Krankheiten und Unterernährung stark geschwächt waren, konnte das kalte Wasser derartig verheerende Folgen haben.<br />
Die Schlussfolgerung, dass der schlechte Gesundheitszustand der Tiere eine Folge der Ölpest war und es ohne die Ölpest 2011 kein weiteres Massensterben gegeben hätte, formulieren Carmichael et al nur sehr vage und eher versteckt. Die Gewichtung liegt nachdrücklich auf dem Kaltwasser-Event, der äußerst ausführlich dargestellt wird.<br />
Die kalten Wassertemperaturen waren aber nur noch der letzte Todesstoß für die kleinen Wale. Die Publikation relativiert und verharmlost die Folgen der größten Ölpest in US-Gewässern auf die Delphine.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
<p><strong><br clear="all" /> </strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Ölpest: Wann ist die Ölpest „zu Ende“?</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2011/05/05/olpest-wann-ist-die-olpest-%e2%80%9ezu-ende%e2%80%9c/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 May 2011 06:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meeresschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Ölpest Golf von Mexiko]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit Beginn der Ölkatastrophe hat die US-amerikanische Behörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Agency), für die auch viele Spezialisten zur Erforschung des Ozeans arbeiten, zahlreiche kleinere Forschungsschiffen in das verschmutzten Seegebiet entsendet, um Daten zu sammeln. Obwohl mit Hochdruck gearbeitet wird, wird die Auswertung dieser Daten dauern, denn die Ergebnisse müssen wissenschaftlich hieb- und stichfest [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Beginn der Ölkatastrophe hat die US-amerikanische Behörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Agency), für die auch viele Spezialisten zur Erforschung des Ozeans arbeiten, zahlreiche kleinere Forschungsschiffen in das verschmutzten Seegebiet entsendet, um Daten zu sammeln.</p>
<p>Obwohl mit Hochdruck gearbeitet wird, wird die Auswertung dieser Daten dauern, denn die Ergebnisse müssen wissenschaftlich hieb- und stichfest sein.<br />
Bereits jetzt steht fest: Seit Beginn der Ölpest sind im Golf von Mexiko signifikant mehr Meerestiere verstorben als in der Zeit davor (Quelle: National Oceanic and Atmospheric Agency).</p>
<p>Die Ölpest und ihre Opfer waren über Monate hinweg Tagesgespräch.<br />
Jetzt ist seit der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko schon ein Jahr vergangen.</p>
<p>Es sterben immer noch Meerestiere.<br />
Wie lange noch?<br />
Ist die Ölkatastrophe in einigen Jahren „beendet“?<br />
Wenn kein Öl mehr an den Stränden zu sehen ist und keine verölten Seevögel mehr in den Ölschlieren des Spülsaums liegen?<br />
Leider nicht. <span id="more-185"></span>Die Langzeitfolgen nach einer Ölkatastrophe auf die Flora und Fauna sind sehr schwierig zu dokumentieren.</p>
<p>Ein Teil der Ökosysteme scheint sich nach Jahrzehnten wieder zu erholen.<br />
Es fehlt an Langzeit-Forschungen, die den Zustand und Bestand von Arten vor und nach einer solchen Katastrophe dokumentieren.<br />
Forschung ist teuer…</p>
<p>Langzeitforschungen werden meistens an Organismen durchgeführt, die für Menschen eine „Wertigkeit“ haben, wirtschaftlich oder immateriell.</p>
<p><strong> „Seafood“</strong>, also etwa Speisefische und Krebse die auf unserem Speisezettel stehen, sind wirtschaftlich bedeutsam.</p>
<p>In einem Ölpest-Areal wird die Fischerei allerdings immer schnell geschlossen, so dass meistens nach der Katastrophe lange Zeit keine oder nur sehr wenig Daten erhoben werden. (<strong>Matkin, C.O et al:</strong><strong> </strong>2008. Ongoing population-level impacts on killer whales <em>Orcinus orca</em> following the &#8216;Exxon Valdez&#8217; oil spill in Prince William Sound, Alaska. <span style="text-decoration: underline;">Marine Ecology Progress Series</span>, 356:269-281.</p>
<p><strong> Wale</strong> haben einen hohen immateriellen Wert, darum werden zumindest manche Arten und Populationen über lange Zeiträume erforscht. Die Schwertwale (<em>Orcinus orca</em>) von British Columbia werden seit langen erforscht, die einzelnen Familienverbände und ihre Mitglieder werden seit Jahrzehnten durch Photoidentifikation individuell erfasst und beobachtet. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit einer genauen Analyse des Bestands über einen langen Zeitraum hinweg.</p>
<p>Die Arbeit „Ongoing population-level impacts on killer whales <em>Orcinus orca</em> following the &#8216;Exxon Valdez&#8217; oil spill in Prince William Sound, Alaska“ von Matkin et al beschreibt die Forschungsergebnisse eines Langzeitprojekts an Orcas vor British Columbia vor und nach der Exxon Valdez-Ölpest:<br />
Die Untersuchung von 2 <em>Orca</em>-Populationen (Pods) 5 Jahre vor und 16 Jahre nach der Exxon Valdez-Ölpest zeigt, dass in beiden Beständen hohe Verluste an Tieren vorliegen. Die Pods haben 33 bzw. 41 %  ihrer Mitglieder verloren, die Geburtenraten bleiben nach der Ölkatastrophe niedrig. Die Gruppengröße hat sich bei beiden seitdem nicht erholt, sondern verringert sich weiterhin. Beide Pods sind unmittelbar mit dem Öl in Kontakt gekommen.<br />
Die beiden untersuchten <em>Orca</em>-Gruppen sind genetisch und ökologisch voneinander getrennt: der Pod AB ist ein Resident Pod, AT1 ist ein Transient Pod. Die Ölkatastrophe war das einzige verbindende Element.<br />
Bei anderen <em>Orca</em>-Beständen aus angrenzenden Gebieten, die nicht so unmittelbar dem Öl ausgesetzt waren, ist kein derartiger Mitgliederverlust zu beobachten.<br />
Diese Faktenlage deutet nach Matkin und Kollegen sehr stark darauf hin, dass die Exxon Valdez-Ölpest zum Niedergang bzw. Aussterben dieser <em>Orca</em>-Pods geführt hat.</p>
<p>(<strong>Matkin, C.O.</strong>, <strong>Saulitis, E.L.</strong>, <strong>Ellis, G.M.</strong>, Olesiuk, P., Rice, S.D. 2008. Ongoing population-level impacts on killer whales <em>Orcinus orca</em> following the &#8216;Exxon Valdez&#8217; oil spill in Prince   William Sound, Alaska. <span style="text-decoration: underline;">Marine Ecology Progress Series</span>, 356:269-281).</p>
<p>Es ist zu befürchten, dass auch die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko noch über Jahrzehnte Auswirkungen auf die Meeresbewohner haben wird.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ölpest: Wie schadet Erdöl den Meerestieren?</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2011/05/02/olpest-wie-schadet-erdol-den-meerestieren/</link>
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		<pubDate>Mon, 02 May 2011 07:00:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meeresschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Ölpest Golf von Mexiko]]></category>
		<category><![CDATA[Ozean]]></category>
		<category><![CDATA[Wale]]></category>
		<category><![CDATA[Deepwater Horizon]]></category>
		<category><![CDATA[Ölpest]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Kontakt mit Erdöl kann zu schweren Gesundheitsschäden führen. Erdöl und seine Produkte enthalten zahlreiche toxische, teilweise Krebs erregende  Komponenten. Dazu reicht meistens schon einkurzzeitiger Kontakt. Das Oiled Wildlife Care Network (USA) gibt eine kurze Übersicht der gesundheitlichen Gefahren für Meerestiere durch Erdöl. Hautkontakt mit Erdöl: Öl (auch Salatöl!) verklebt Federn und Fell. Fell und [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Kontakt mit Erdöl kann zu schweren Gesundheitsschäden führen. Erdöl und seine Produkte enthalten zahlreiche toxische, teilweise Krebs erregende  Komponenten. Dazu reicht meistens schon einkurzzeitiger Kontakt. Das <a title="UCDavis Scholof Medicine" href="http://www.vetmed.ucdavis.edu/owcn/oiled_wildlife/index.cfm" target="_blank">Oiled Wildlife Care Network</a> (USA) gibt eine kurze Übersicht der gesundheitlichen Gefahren für Meerestiere durch Erdöl.</p>
<p><strong>Hautkontakt mit Erdöl:</strong></p>
<ul>
<li>Öl (auch Salatöl!) verklebt Federn und Fell. Fell und Federn verlieren ihre isolierende Wirkung. See-Otter und Seevögel unterkühlen und können an dem Energieverlust sterben. Federn verlieren außerdem ihren Auftrieb und ihre Flugfähigkeit. Die Vögel können nicht mehr fliegen und schwimmen.</li>
<li>Öl und Öldämpfe verletzen die empfindlichen Augen, schlimmstenfalls werden die Tiere blind.</li>
<li>Öl führt zu Irritationen der Haut und Schleimhäute in Mund und Nase</li>
<li>Durch die Haut werden karzinogene Bestandteile des Öls aufgenommen, die Organschäden und letztendlich zu Organversagen führen können. Besonders häufig sind schwere Leberschäden. Die Anzahl der roten Blutkörperchen wird vermindert.<span id="more-181"></span></li>
</ul>
<p><strong>Verschlucken von Erdöl:</strong></p>
<ul>
<li>Die giftigen Komponenten des Öls können durch Verschlucken oder Nahrungsaufnahme verölter Pflanzen und Tiere konzentriert aufgenommen werden. Sie können zu Organschäden und letztendlich zu Organversagen führen. Besonders häufig sind schwere Leberschäden.</li>
<li>Gifte werden im Körper angereichert und an neu geborene oder gesäugte Jungtiere weitergegeben.</li>
<li>Das Immunsystem der Tiere wird beeinträchtigt. Damit werden sie besonders anfällig für Bakterien- und Pilzinfektionen. Die Anzahl der roten Blutkörperchen wird vermindert.</li>
<li>Öl verklebt die Kiemen von Fischen und Barten von Bartenwalen. Dadurch wird die Nahrungsaufnahme beeinträchtigt.</li>
</ul>
<p><strong>Einatmen von Erdöl oder dessen Dämpfen</strong></p>
<ul>
<li>Öldämpfe beschädigen die Lungen und Atemwege Lungen atmender Tiere (Wale, Vögel und Schildkröten). Es kann zu Lungenentzündungen und Emphysemen führen und den Tod der Tiere verursachen.</li>
</ul>
<p><strong>Weitere Folgen:</strong></p>
<ul>
<li>Vom Öl verklebte oder geschwächte Tiere können verhungern oder werden selbst leichte Beute.</li>
<li>Durch die Beeinträchtigung des Erbguts und den schlechten Zustand der Tiere durch Krankheit und Schwäche ist ihre Fortpflanzungsfähigkeit vermindert. Schlimmstenfalls werden sie unfruchtbar.</li>
<li>Außerdem schädigt Erdöl das Plankton (Eier, Larven, Jungtiere von Fischen und vielen anderen Tiergruppen sowie erwachsene Tiere des Planktons) und zerstört damit die untere Stufe der Nahrungspyramide.</li>
<li>Erdöl verklebt und schädigt Ästuare, Korallenriffe, Seegraswiesen und Mangrovenwälder und damit wichtige Brutgebiete für viele Fische und Krebstiere. Dadurch schädigt das Öl auch nachfolgende Generationen.</li>
</ul>
<p>Beobachtungen haben ergeben, dass Wale, Schildkröten und Walhaie dem Öl nicht ausweichen sondern einfach hindurch schwimmen.<br />
Dabei geraten sie in unmittelbaren Hautkontakt mit den schmierigen Schlieren. Die an der Wasseroberfläche schwimmenden Tiere atmen dabei auch die toxischen Dämpfe ein.</p>
<p>Bettina Wurche</p>
<p><em>Quellen:</em></p>
<p><em>Oiled Wildlife Care Network (USA)</em></p>
<p><em><a href="http://www.owcn.org/about-oiled-wildlife/effects-of-oil-on-wildlife">http://www.owcn.org/about-oiled-wildlife/effects-of-oil-on-wildlife</a></em></p>
<h1><em>Australian Maritime Safety Authority (Australien)</em></h1>
<p><em><a href="http://www.amsa.gov.au/marine_environment_protection/educational_resources_and_information/teachers/the_effects_of_oil_on_wildlife.asp">http://www.amsa.gov.au/marine_environment_protection/educational_resources_and_information/teachers/the_effects_of_oil_on_wildlife.asp</a></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>NOAA</em></p>
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		<title>Ölpest: Das lange Sterben der Wale</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2011/03/15/olpest-das-lange-sterben-der-wale/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Mar 2011 16:03:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meeresschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Ölpest Golf von Mexiko]]></category>
		<category><![CDATA[Ozean]]></category>
		<category><![CDATA[Pottwale]]></category>
		<category><![CDATA[Wale]]></category>
		<category><![CDATA[Deepwater Horizon]]></category>
		<category><![CDATA[Exxon Valdez]]></category>
		<category><![CDATA[Golf von Mexiko]]></category>
		<category><![CDATA[Ölpest]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>

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		<description><![CDATA[Exxon Valdez: Ölpest im Prince-William-Sound 1989 havarierte der Supertanker &#8220;Exxon Valdez&#8221; im Prince-William-William-Sund. 42 Millionen Liter Rohöl verursachten die schlimmste Ölpest der US-Geschichte. Diese Ölpest scheint in den Köpfen der Menschen längst vergessen zu sein. Zu Unrecht. Ihre Folgen dauern bis heute an. In der aktuellen Ausgabe von &#8220;Bild der Wissenschaft&#8221; beschäftigt sich mein Beitrag [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Exxon Valdez: Ölpest im Prince-William-Sound</strong></p>
<p>1989 havarierte der Supertanker &#8220;Exxon Valdez&#8221; im Prince-William-William-Sund. 42 Millionen Liter Rohöl verursachten die schlimmste Ölpest der US-Geschichte. Diese Ölpest scheint in den Köpfen der Menschen längst vergessen zu sein.<br />
Zu Unrecht.<br />
Ihre Folgen dauern bis heute an.</p>
<p>In der aktuellen Ausgabe von &#8220;Bild der Wissenschaft&#8221; beschäftigt sich mein Beitrag &#8220;Leben und Sterben im Orca-Clan&#8221; mit dem Niedergang zweier alaskanischer Orca-Familien,  die Opfer der Ölpest wurden. Die Resident-Familie AB und und die Transient-Familie AT 1. Beide Clans verloren unmittelbar nach dem Tankerunglück und in den Jahren danach viele Familienmitglieder. Mehr als 20 Jahre danach steht fest: Die Familie AB erholt sich langsam, sie wird überleben. Für den AT1-Clan sieht es schlechter aus. Der Walforscher Craig Matkin von der Umweltschutzorgansiation <a title="North Gulf Oceanic Society" href="http://www.whalesalaska.org/index.html" target="_blank">North Gulf Oceanic Society</a> befürchtet ihr Aussterben, wie er 2008  in seiner Publikation <a title="Matkin et al Ongoing population-level impacts in killer whales ... " href="http://www.whalesalaska.org/docs/matkin-et-al-2008-meps.pdf" target="_blank">&#8220;Ongoing population-level impacts in killer whales Orcinus orca following the Exxon Valdes oil spill in Prince William-Sound, Alaska&#8221;</a> <img src="file:///C:/DOCUME%7E1/Rainer/LOCALS%7E1/Temp/moz-screenshot.png" alt="" />stichhaltig begründete.</p>
<p>Eine Ölpest ist nicht zu Ende, wenn sie in den Medien nicht mehr präsent ist.<span id="more-157"></span></p>
<p><strong>Deepwater Horizon: Ölpest im Golf von Mexiko</strong></p>
<p>Die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko hat bis jetzt schon weit über 100 Meeressäugetiere getöten, die unmittelbar nach der Explosion der Bohrinsel &#8220;Deepwater Horizon&#8221; tot an die Strände gespült wurden.<br />
Im BdW-Beitrag geht es in erster Linie um die Auswirkungen der Ölpest auf die Pottwale. Nach Berechnungen von Wissenschaftlern würden bereits drei zusätzlich durch anthropogene Einwirkungen getötete Pottwale reichen, um die gesamte Population von derzeit etwa 1600 Tieren langfristig zu gefährden.<br />
Mittlerweile ist nach Angaben der NOAA ein <a title="NOAA fact sheet " href="http://www.nmfs.noaa.gov/pr/health/oilspill/mammals.htm" target="_blank">zweiter toter Pottwal </a>angespült worden. Da Pottwale fernab der Küsten leben, ist anzunehmen, dass nicht jedes verstorbene Tier angespült wird, die meisten dürften eher im Meer versinken.</p>
<p>Zur Zeit bekommen die Delphine im Golf von Mexiko ihren Nachwuchs. In diesem Jahr sind bereits <a title="Institute for Marine Mammal Studies" href="http://www.imms.org/Article_2011_Feb_21CalvesStrand.php" target="_blank">17 Totgeburten bzw. nach der Geburt verstorbene Kälber</a> an den Stränden gefunden worden. Nach Aussagen des Institutes for Marine Mammal Studies ist das eine abnorm hohe Zahl. Auch wenn zur Zeit noch kein Nachweis für einen Zusammenhang mit der Ölpest vorliegt, ist nach Aussagen der Wissenschaftler des Instituts ein Zusammenhang mehr als wahrscheinlich.<br />
Weiterhin sind in diesem Jahr auch bei erwachsenen Delphinen besonders viele Todesfälle zu beklagen.</p>
<p>Der von anderen Wissenschaftlern postulierte Zusammenhang mit einem Einstrom kalten Wassers oder  Morbillivirus-Infektionen erscheint mir angesichts der erwiesenen gesundheitlichen Schädigungen der Delphine durch eine massive Ölpest und die Durchseuchung der gesamten Nahrungskette absolut lächerlich.<br />
Sicherlich sind geschwächte Tiere (und durch Ölverseuchung wird schließlich auch das Immunsystem gecshädigt) eher anfällig, um letztendlich durch eine zusätzliche Infektion oder eine starke Abkühlung zu sterben.<br />
Aber es darf auf keinen Fall vernachlässigt werden, dass hier eine Ölpest stattgefunden hat. Und dass deren Auswirkunge, auch wenn sie nicht im Einzelfall nachzuweisen sind, noch über Jahrzehnte nachwirken werden.</p>
<p>Es gehört zur Verantwortung eines Wissenschaftlers, nicht zu Gunsten der Ölindustrie und der Regierung die katastrophalen ökologischen Folgen der Erdölexploration und -förderung wegzureden.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
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		<title>Ölpest Golf von Mexiko: Welche Meerestiere sind von der Ölpest bedroht?</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Oct 2010 19:24:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meeresschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Ölpest Golf von Mexiko]]></category>
		<category><![CDATA[Golf von Mexiko]]></category>
		<category><![CDATA[Ölpest]]></category>

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		<description><![CDATA[Über Monate hinweg kamen täglich Meldungen, wie BP die Ölpest im Golf von Mexiko bekämpft, welche Fortschritte und Rückschläge es gab, was die US-Regierung und die Fischer dazu sagen hatten,… Welche Auswirkungen die Ölkatastrophe auf die Tiere und Pflanzen dieses Seegebiets hat, wird in den deutschen Medien bestenfalls marginal thematisiert. In den USA laufen seit [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="text-decoration: underline;"> </span></strong></p>
<p>Über Monate hinweg kamen täglich Meldungen, wie BP die Ölpest im Golf von Mexiko bekämpft, welche Fortschritte und Rückschläge es gab, was die US-Regierung und die Fischer dazu sagen hatten,…<br />
Welche <strong>Auswirkungen die Ölkatastrophe auf die Tiere und Pflanzen</strong> dieses Seegebiets hat, wird in den deutschen Medien bestenfalls marginal thematisiert. In den USA laufen seit Beginn der Ölkatastrophe <strong>Zählungen der tot oder lebendig  gestrandeten Tiere</strong>. Zahllose ehrenamtliche Helfer kümmern sich um das Einsammeln und Versorgung der Tiere. Dadurch liegen den Naturschutzbehörden schon jetzt sehr umfangreiche Daten vor.Im Golf von Mexiko sind nach Angaben des <a href="http://www.wlf.louisiana.gov/" target="_blank">Louisiana’s Department of Wildlife and Fisheries</a> über 600 Wirbeltierarten von der Ölkatastrophe unmittelbar bedroht: 445 Fische, 134 Vögel, 45 Säugetiere, 32 Reptilien- und Amphibien.<span id="more-82"></span></p>
<p>Davon stehen nach Angaben der <a title="NOAA Protected Species" href="http://www.offshoreoperators.com/marinedebris/Protected-Species-In-GOM-NOAA.pdf" target="_blank">NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) mehrere Arten auf der </a><strong><a title="NOAA Protected Species" href="http://www.offshoreoperators.com/marinedebris/Protected-Species-In-GOM-NOAA.pdf" target="_blank">Roten Liste</a>, </strong>sind also in ihrem Bestand gefährdet:</p>
<p><strong>Korallen </strong></p>
<p>Elchgeweihkoralle (<em>Acropora palmata</em>)<br />
Hirschgeweihkoralle (<em>Acropora cervicornis</em>)</p>
<p>Diese Steinkorallen gehören zu den wichtigsten Riff bildenden Korallen der gesamten Karibik.</p>
<p><strong>Fische</strong></p>
<p>Golf-Stör (<em>Acipenser oxyrinchus desotoi)</em><br />
Golf-Sägefisch (<em>Pristis pectinata</em>)</p>
<p>Beide Fische leben in küstennahen Gewässern wie Ästuaren und Mangroven und kommen ausschließlich im Golf von Mexiko vor.</p>
<p><strong>Meeresschildköten:</strong></p>
<p>Lederschildkröte (<em>Dermochelys coriacea</em>) <a title="Unechte Karettschildkröte" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Unechte_Karettschildkr%C3%B6te"><br />
Unechte Karettschildkröte</a> (<em>Caretta caretta</em>)<br />
Atlantische Suppenschildkröte (<em>Chelonia mydas) </em><a title="Echte Karettschildkröte" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Echte_Karettschildkr%C3%B6te"><br />
Echte Karettschildkröte</a> (<em>Eretmochelys imbricata</em>) <a title="Atlantik-Bastardschildkröte" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Atlantik-Bastardschildkr%C3%B6te"><br />
Atlantik-Bastardschildkröte</a> (<em>Lepidochelys kempii</em>)<br />
Die Schildkröten kommen zur Fortpflanzung an die Küste.</p>
<p><strong>Wale und Delphine</strong></p>
<p>Insgesamt leben im Golf von Mexiko 28 Spezies mariner Säugetiere.<br />
Nicht alle dieser Tiere sind bisher von der Ölpest betroffen: Die Ölpest ist bisher auf ein Areal vor der Küste von Louisiana und Alabama beschränkt.<br />
Daher sind vor allem die 3 küstennah lebenden Arten gefährdet: Großer Tümmler (<em><a href="http://www.sci.tamucc.edu/tmmsn/29Species/bottlenosedolphin.html">Tursiops truncatus</a></em>), Rundkopf-Delphin (<em><a href="http://www.sci.tamucc.edu/tmmsn/29Species/rissosdolphin.html">Grampus griseus</a></em>) und Zügel-Delphin (<em><a href="http://www.sci.tamucc.edu/tmmsn/29Species/atlanticspotteddolphin.html">Stenella frontalis</a></em>).</p>
<p><strong>Seekühe</strong></p>
<p>West-Indische Seekuh (Manati) (<em>Trichechus manatus</em>).<br />
Seekühe leben in Flüssen und küstennahen Gewässern. Bisher sind keine Manatis unter den Öl-Opfern.</p>
<p>Neben den bedrohten Arten leben im Golf von Mexiko unzählige weitere Wirbeltiere und Wirbellose.<br />
Dabei sind Vögel in besonders großem Ausmaß von der Ölpest betroffen.<br />
Der prominenteste Seevogel ist der Braune Pelikan (<em>Pelecanus occidentalis</em>), das Wappentier des Staates Louisiana.</p>
<p>Bettina Wurche (August 2010)</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;"> </span></strong></p>
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