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	<title>meertext &#187; Wale</title>
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	<description>Navigation im Meer der Worte</description>
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		<title>Der Pottwal, seine Supernase und die Jagd nach dem Riesen-Kalmar</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Apr 2013 10:48:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anatomie]]></category>
		<category><![CDATA[Meeresforschung]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Pottwal (Physeter macrocephalus) ist sagenumwoben und mystisch und der einzige Wal, der nachweislich große Schiffe versenkt hat. Gleichzeitig steht er für unendlichen Reichtum und ist darum erbarmungslos gejagt worden. Das hat er seiner Nase zu verdanken: Bei erwachsenen Bullen nimmt der Kopf fast ein Drittel der Körperlänge ein, sie sehen dadurch seltsam unförmig aus. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Pottwal (<em>Physeter macrocephalus</em>) ist sagenumwoben und mystisch und der einzige Wal, der nachweislich große Schiffe versenkt hat. Gleichzeitig steht er für unendlichen Reichtum und ist darum erbarmungslos gejagt worden.<br />
Das hat er seiner Nase zu verdanken: Bei erwachsenen Bullen nimmt der Kopf fast ein Drittel der Körperlänge ein, sie sehen dadurch seltsam unförmig aus. Der Kopf ist fast viereckig, der kastenartige Aufbau besteht aus zwei Doppelzylindern. Darunter hängt der Unterkiefer &#8211; scheinbar lächerlich klein. Das täuscht allerdings gewaltig, denn der Unterkiefer ist zwar sehr schmal, aber lang und besteht aber aus dem härtesten Knochen des Tierreichs. Er ist massiv genug, um die 52 Zähne zu tragen. Die größten Zähne wiegen fast 1 Kilogramm!</p>
<p>Die Nase macht bei diesem Wal einen großen Teil des Gewichts aus.<br />
Nach Angaben der Walfänger des letzten Jahrhunderts wiegt der Pottwalbulle „a foot, a ton“: Je 1 Fuß Länge wird 1 Tonne Gewicht geschätzt. Ein ausgewachsener Bulle von fast 20 Metern Länge kommt damit auf fast 60 Tonnen Gewicht (Ellis, s. u.).<br />
Und dann wiegt die &#8220;Nase&#8221; mit ihren Anhangsorganen allein mehrere Tonnen.<br />
Der große Kopf gibt der Art ihren Namen: <em>Physeter <span style="text-decoration: underline;"><strong>macrocephalus</strong></span></em>.</p>
<p><span id="more-358"></span> Um so ein Gewicht  zu halten, ist eine Menge reichhaltiges Futter nötig. Pottwale fressen am liebsten Kalmare, die durch ihr Eiweiß echte Proteinbomben sind.<br />
Der Nachteil an Kalmaren ist, dass sie schnell, intelligent und wehrhaft sind. Ihre 10 Arme tragen scharf umränderte Saugnäpfe und mit ihren scharfkantigen Papageien-Schnäbeln können sie tiefe Fleischwunden reißen. Solche Wunden sind an den Köpfen der erwachsenen Wale zu sehen, trotzdem fressen die Meeressäuger gern und oft diese vielarmigen Leckerbissen. Sie müssen also eine Möglichkeit gefunden haben, diese wehrhaften Weichtiere zu überwältigen.</p>
<p>Und da kommt die Nase ins Spiel.<br />
Die Nase des Pottwals ist ein multifunktionales Organ!</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 490px"><img title="Schnitt durch den Pottwal-Kopf (Wikipedia)" alt="File:Sperm whale head anatomy (skull cutaway).svg" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d6/Sperm_whale_head_anatomy_%28skull_cutaway%29.svg/800px-Sperm_whale_head_anatomy_%28skull_cutaway%29.svg.png" width="480" height="222" /><p class="wp-caption-text">Schnitt durch den Pottwal-Kopf (Wikipedia)</p></div>
<p>Ob sie noch zum Riechen taugt, wissen wir nicht – der entsprechende Anteil im Gehirn (Bulbus olfactorius) ist bei den Zahnwalen stark zurückentwickelt. Dafür nutzen alle Wale die Nase zum Atmen: Die Atemöffnung liegt auf dem obersten Punkt des Scheitels, der Wal kann also im Schwimmen und ohne den ganzen Kopf aus dem Wasser strecken zu müssen, sehr schnell aus – und einatmen.<br />
Die extragroße Pottwal-Nase hat ihre seltsame Form und ihren kostbaren Fettanteil durch das sogenannte Spermaceti-Organ. Das Organ besteht aus zwei übereinander liegenden zwei Bestandteilen, dem &#8220;Junk&#8221; und dem &#8220;Case&#8221; (s. Abbildung).</p>
<p>Die Funktion dieses einzigartigen Organs ist bis heute noch nicht vollständig erforscht.<br />
Fest steht: Der Junk, das unten liegende „Fettpolster“, entspricht der Melone anderer Zahnwale. Die Melone ist eine Fettlinse, die essentiell wichtig für die Echolokation ist: Sie fokussiert die Ortungslaute des Wals. Die fokussierten Schallwellen erreichen ihr Ziel (ein Beutetier oder ein Hindernis), werden reflektiert und kommen zum Wal zurück. Durch den asymmetrischen Zahnwal-Schädel und sein an das Wasser angepasste Gehör kann der Wal genau hören, woher und aus welcher Entfernung ein Geräusch kommt (Whitehead s. u.). Der Pottwal-„Junk“ ist allerdings wesentlich größer als die Melone anderer Zahnwale, das dichte Öl ist mit Bindegewebe in Kompartimente unterteilt.<br />
Der „Case“ enthält das eigentliche Spermaceti-Öl, das bei Luftkontakt fest und weißlich wird.</p>
<p>Der dänische Wal-Experte Peer Madsen (s. u.) hat diese Rekordnase intensiv erforscht, seine Ergebnisse weisen darauf hin, dass ein Pottwal sein Lieblingsessen, nämlich tief lebende Kalmare, von der Oberfläche aus ortet, sie dann mit gewaltigen Sonar-Impulsen lähmt oder sogar tötet und die lahmenden Weichtiere dann genüsslich einsaugt. Die Zähne benutzt er beim Fressen übrigens nicht – sie sind auch bei einem alten Pottwal kein Stück abgenutzt.<br />
Damit wäre das Spermaceti-Organ  eine Schallkanone!</p>
<p>Die Schallkanone ist eine gute Erklärung, wie der Wal seine Beute, die intelligenten, schnellen und wehrhaften Kalmare, überwältigen kann.<br />
Neben den Ortungs-Clicks benutzen Pottwale, wie alle Wale, komplexe Lautfolgen zur sozialen Verständigung untereinander (Whitehead s. u.). Whitehead und seine Kollegen sind nach vielen Jahren der Wal-Forschung übrigens der Meinung, dass diese großen Zahnwale eine eigenständige Kultur entwickelt haben. Wie auch Orcas und andere Zahnwale. Aber das ist eine andere Geschichte…</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong>Zum Weiterlesen:</strong></span></p>
<p><strong>Whitehead, Hal</strong> (2003) „Sperm Whales: Social Evolution in the Ocean“ und viele andere Publikationen</p>
<p><strong>Ellis, Richard</strong> (2011)  „The Great Sperm Whale: A Natural History of the Ocean&#8217;s Most Magnificent and Mysterious Creature”</p>
<p><strong>Madsen P. T.</strong> (2002) &#8220;Morphology of the sperm whale nasal complex: A review and some new findings&#8221; PhD.Thesis. Department of Zoophysiology. University of Aarhus. Denmark</p>
<p><strong>Madsen P. T.</strong> (2002) &#8220;Sperm whale sound production &#8211; in the acoustic realm of the biggest nose on record&#8221;. PhD.Thesis. Department of Zoophysiology. University of Aarhus. Denmark</p>
<p><strong>Madsen P.T. </strong>(2003) &#8220;Sperm whale acoustics in a noisy world&#8221; Proceedings of MMS Information Transfer Meeting, Kenner, Louisiana, USA.</p>
<p><strong>Pottwal-Beiträge auf diesem Blog:</strong></p>
<p><a title="Die Pottwale – meine „kleinen“ Lieblinge aus der Bleiksdjupet" href="http://blog.meertext.eu/2013/02/28/die-pottwale-%e2%80%93-meine-%e2%80%9ekleinen%e2%80%9c-lieblinge-aus-der-bleiksdjupet/" target="_blank">&#8220;Die Pottwale &#8211; meine &#8220;kleinen&#8221; Lieblinge aus der Blejksdjupet&#8221;</a></p>
<p><a title="Ambra – vom Pottwal-Furz zum Luxus-Parfüm" href="http://blog.meertext.eu/2012/09/25/ambra-%e2%80%93-vom-pottwal-furz-zum-luxus-parfum/" target="_blank">&#8220;Ambra – vom Pottwal-Furz zum Luxus-Parfüm&#8221;</a></p>
<p><a title="Pottwale meiden Deepwater Horizon" href="http://blog.meertext.eu/2012/04/17/pottwale-meiden-deepwater-horizon/" target="_blank">&#8220;Pottwale meiden Deepwater Horizon&#8221;</a></p>
<p>Bettina Wurche</p>
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		</item>
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		<title>Mein Vortragsprogramm 2013</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2013/03/01/meine-vortragsprogramm-2013/</link>
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		<pubDate>Fri, 01 Mar 2013 20:39:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Astrobiologie]]></category>
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		<description><![CDATA[26. April: Christian-Mayer-Sternwarte Schriesheim Ozean unter Eis: Gibt es Leben auf dem Jupitermond Europa? Der Jupitermond Europa verbirgt unter einer dicken Eisschicht einen flüssigen Salzwasserozean. Europa ist zurzeit, neben dem Saturnmond Titan, der verheißungsvollste Kandidat für außerirdisches Leben in unserem eigenen Sonnensystem. Der Vortrag gibt zunächst einen Einblick in die Astrobiologie und erläutert dann die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="text-decoration: underline;">26. April</span>: <a title="Volkssternwarte Schriesheim" href="http://www.volkssternwarte-schriesheim.de/oeffnungszeiten.html" target="_blank">Christian-Mayer-Sternwarte Schriesheim</a></strong></p>
<p><b>Ozean unter Eis: Gibt es Leben auf dem Jupitermond Europa?</b></p>
<p>Der Jupitermond Europa verbirgt unter einer dicken Eisschicht einen flüssigen Salzwasserozean.<br />
Europa ist zurzeit, neben dem Saturnmond Titan, der verheißungsvollste Kandidat für außerirdisches Leben in unserem eigenen Sonnensystem.<br />
Der Vortrag gibt zunächst einen Einblick in die Astrobiologie und erläutert dann die Besonderheiten Europas als potentiellem Träger von Leben. Der Schwerpunkt liegt in der Diskussion, wie Leben in Europas Salzozean aussehen könnte. Als Vergleich werden irdische Lebensräume und ihre möglichen Parallelen und Abweichungen zu Europa vorgestellt.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">09.-12. Mai:</span> <a title="FedCon 2013" href="http://www.fedcon.de/index.php/en/home-en" target="_blank">FedCon 2013 (Düsseldorf)</a></strong></p>
<p><strong>Star Trek und die Wale<span id="more-343"></span></strong>Der legendäre  Roman „Moby Dick“ und der Walschutz sind zentrale Themen in mehreren Star Trek-Movies und –Episoden. Der Focus liegt vor allem auf den Buckelwalen und Pottwalen, ihrer Biologie und metaphorischen Bedeutung.Die Buckelwale sind die Totemtiere der Walschutzbewegung: Mit ihrem ätherischen Gesang und ihre Verspieltheit haben sie schnell einen Platz in den Herzen der Menschen erobert. Sie haben mit ihrem positiven Image maßgeblich zum Erstarken des Walschutzes in den 70-er Jahren und der globalen Abkehr vom kommerziellen Walfang beigetragen.<br />
Pottwale haben &#8211; nicht zuletzt durch Herman Melvilles Meisterwerk &#8220;Moby Dick&#8221; &#8211; einen ganz anderen Ruf:  Die erbarmungslosen Jäger und atemberaubende Tieftaucher sind bis heute mystisch und unnnahbar. Die gewaltigen Pottwale stehen für gewaltige menschliche Gefühle: Abenteuerlust, Rache und Besessenheit.<span style="font-size: xx-small;"><span style="font-family: Verdana;"><br />
</span></span></p>
<p><strong>Jules Verne, der Steampunk und die Kopffüßer</strong><br />
analysiert Jules Vernes Roman „20.000 Meilen unter dem Meer“ unter den Aspekten „Steampunk“ und „Tintenfische“.<br />
In nur 150 Jahren sind aus „schleimigen Monstern“ liebenswerte Meeresgesellen geworden. Wodurch hat sich die Sicht der Menschen auf die intelligenten, vielarmigen Meeresbewohner verändert? Und welchen Einfluss hat Verne auf das retrofuturistische Genre „Steampunk“?“<br />
<strong></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
22./23. Juni: <a title="SciFi-Tage Grünstadt" href="http://www.scifi-days.de/de/" target="_blank"> SciFi-Tage Grünstadt<br />
</a></span><br />
Star Trek und die Wale </strong>(Vortrag für kleine und große Besucher)<br />
Der legendäre  Roman „Moby Dick“ und der Walschutz sind zentrale Themen in mehreren Star Trek-Movies und –Episoden. Der Focus liegt vor allem auf den Buckelwalen und Pottwalen, ihrer Biologie und metaphorischen Bedeutung.Die Buckelwale sind die Totemtiere der Walschutzbewegung: Mit ihrem ätherischen Gesang und ihrer Verspieltheit haben sie schnell einen Platz in den Herzen der Menschen erobert. Mit ihrem positiven Image haben sie maßgeblich zum Erstarken des Walschutzes in den 70-er Jahren und der globalen Abkehr vom kommerziellen Walfang beigetragen.<br />
Pottwale haben &#8211; nicht zuletzt durch Herman Melvilles Meisterwerk &#8220;Moby Dick&#8221; &#8211; einen ganz anderen Ruf:  Die erbarmungslosen Jäger und atemberaubende Tieftaucher sind bis heute mystisch und unnnahbar. Die gewaltigen Pottwale stehen für gewaltige menschliche Gefühle: Abenteuerlust, Rache und Besessenheit.</p>
<p><strong>12. Oktober: <a title="Buchmesse Convent" href="http://www.buchmessecon.info/" target="_blank">Buchmesse Convent in Dreieich</a></strong></p>
<p><strong>Star Trek und die Wale</strong> (</p>
<div><span style="text-decoration: underline;"><strong>23. Oktober:  <a title="Naturwissenschaftlicher Verein zu Zweibrücken" href="http://www.nawi-zw.de/index2.html" target="_blank"> Naturwissenschaftlicher Verein zu Zweibrücken</a></strong></span></div>
<h3>BLOWOUT!</h3>
<p>Die Explosion der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im April 2012 verursachte eine gigantische Ölpest im Golf von Mexiko.<br />
Welche technischen und politischen Fehler haben zu der Katastrophe geführt? Welche Auswirkungen hat die Ölpest auf die Ökosysteme im Golf von Mexiko? Wie viele Tiere und welche Arten sind durch die Katastrophe betroffen? Ist die Ölpest jetzt zu Ende?<br />
Der Vortrag gibt Einblick in technische und biologische Fakten und Zusammenhänge. Dabei steht das Schicksal der Meeres-Säugetiere im Fokus des Vortrags. Ein Vergleich mit dem Untergang des Öltankers „Exxon Valdez“ vor Alaska 1989 zeigt, dass eine Ölpest jahrzehntelange Spätfolgen hat.</p>
<div>Zeit: 23.10.2013, 19:30 Uhr</div>
<div>Ort: Audimax der Fachhochschule Zweibrücken</div>
<div>Veranstalter: Naturwissenschaftlicher Verein zu Zweibrücken</div>
<div><span style="text-decoration: underline;"><span style="text-decoration: underline;"><strong>Voraussichtlich Oktober : <a title="Starkenburg-Sternwarte Heppenheim" href="http://www.starkenburg-sternwarte.de/vortraege/index.htm" target="_blank">Starkenburg-Sternwarte Heppenheim</a></strong></span></span><strong>Der Pottwal – Mythos und Wirklichkeit</strong>Der Pottwal (<em>Physeter macrocephalus</em>) ist der größte aller Zahnwale. Er ist der amtierende Tieftauchmeister, hat die größte Nase im Tierreich und ist das größte lebende Raubtier. Zugleich ist er eng verknüpft mit der menschlichen Kulturgeschichte: Über Jahrhunderte haben ihm Walfänger nachgestellt, in Romanen wie „Moby Dick“ ist er unsterblich geworden und sein Spermaceti-Öl war für den Menschen lange Zeit unersetzlich.<br />
Durch sein Abtauchen und seine gewaltige Größe hat er sich unseren Nachforschungen lange erfolgreich entzogen. In jüngster Zeit hat ein neuer Aspekt die Forschung um den Pottwal erweitert: Umfangreiche Feldforschungen vor Nova Scotia werfen die Frage auf, ob Pottwale eine eigene Form von Kultur haben.<br />
<strong>Übrigens:<br />
</strong>Auf meinem Blog „meertext“ gibt es mehrere Beiträge rund um den Pottwal.</div>
<p>Weitere Termine in sind Planung.<br />
In Heppenheim, Speyer und an anderen Orten.<br />
Auf meiner Website finden Sie eine Übersicht über alle meine <a title="meertext: Vorträge" href="http://www.meertext.eu/vortraege.html" target="_blank">Vortragsthemen</a>.<br />
(Aus ungeklärten Gründen wird diese Seite zurzeit in Mozilla nicht korrekt angezeigt.<br />
Im Explorer klappt es aber tadellos. Mozilla arbeitet an der Problemlösung.)</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
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		<title>Die Pottwale – meine „kleinen“ Lieblinge aus der Bleiksdjupet</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2013/02/28/die-pottwale-%e2%80%93-meine-%e2%80%9ekleinen%e2%80%9c-lieblinge-aus-der-bleiksdjupet/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Feb 2013 16:59:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ozean]]></category>
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		<description><![CDATA[Gerade bereite ich mal wieder einen meiner liebsten Vorträge vor: „Pottwal – Mythos und Wirklichkeit“. Die Pottwale (Physeter macrocephalus) habe ich tief in mein Herz geschlossen, denn ich habe mit diesen grauen Meeresriesen zwei phantastische Polar-Sommer in Nord-Norwegen verbracht. 1997 und 1998 habe ich für das Whale-watching-Unternehmen „Whale Tours“ in Nyksund gearbeitet, einem malerischen verlassenen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade bereite ich mal wieder einen meiner liebsten Vorträge vor:<strong> „Pottwal – Mythos und Wirklichkeit“.</strong><br />
Die Pottwale (<em>Physeter macrocephalus</em>) habe ich tief in mein Herz geschlossen, denn ich habe mit diesen grauen Meeresriesen zwei phantastische Polar-Sommer in Nord-Norwegen verbracht.<br />
1997 und 1998 habe ich für das Whale-watching-Unternehmen „Whale Tours“ in Nyksund gearbeitet, einem malerischen verlassenen Fischerdorf auf der Insel Hinnoya. In jenen Sommermonaten habe ich unsere Gäste auf dem kleinen Schiff „Odin“ begleitet und Unmengen von Pottwalen (und andere Wale) gesehen.<br />
Dort schneidet der submarine Canyon Bleiksdjupet tief in den Kontinentalschelf ein,  bis sehr dicht an die Küste.<br />
Die Landnähe bringt viele Nährstoffe in das Wasser, durch die große Wassertiefe und die Strömungen ist gleichzeitig viel Sauerstoff im Meer – da tummelt sich die ganze Nahrungskette des Meeres.<br />
Das ideale Revier für die tief tauchenden großen Pottwale!<span id="more-338"></span><br />
Die erwachsenen Bullen sind dort so häufig und so beständig, dass die Whale-watching-Unternehmen sogar eine Wal-Garantie geben: Wenn man keinen Wal sieht, bekommt man die Hälfte des Geldes zurück oder darf am nächsten Tag noch einmal mitfahren.</p>
<p>Dass so mancher Besucher lieber das Geld nahm, anstatt eine zweite Tour zu machen, ist nicht die Schuld der Wale, sondern des Wetters. An dieser Stelle sei auch angemerkt, dass das norwegische Wort für Wal „hval“ lautet, in einem nordnorwegischen Dialekt heißt es sogar „kval“. Eine Wal-Tour mit heftigem Seegang kann für Meeresunerfahrene schnell zur „Qualtour“ werden. Aus gutem Grund haben wir unsere Gäste vor Beginn der Tagestour mit Seekrankheitstabletten gefüttert. Unsere wackere „Odin“ und ihre erfahrenen Steuerleute haben uns natürlich trotz widriger Winde immer sicher ans Ziel und zurück gebracht. Die norwegischen Seeleute hatten für solche „Sommerlüftchen“ nur ein müdes Lächeln übrig.</p>
<p>Als Wal-Guide stand ich oft im Krähennest und musste die Wale finden – Wale sind schon aus weiter Entfernung an ihrem Blas sicher zu identifizieren. Pottwale blasen nur aus dem linken Nasenloch, schräg nach vorn und links. Dann kam der Ruf: „Spermasett forward!“ (Pottwal voraus). (Pottwale heißen im Englischen „Sperm whale“, in Norwegisch „Spermasett“ und auf Französisch „Cachalot“. Ihre Namen in allen anderen europäischen Sprachen sind mit diesen Begriffen verwandt.)<br />
Aus meiner „Walfischtonne“ in etwa 10 Metern Höhe hatte ich einen phantastischen Blick auf die Tiere. An den Tagen, die ich an Deck blieb, war ich ihnen sogar noch näher, sie ließen sich durch uns meistens nicht stören und blieben dicht am Schiff.</p>
<p>Whale Tours existiert heute leider nicht mehr, aber von dem Ort Andenes auf der Nachbarinsel Andoya geht es jeden Tag zur Hval-Safari aufs Meer hinaus.<br />
Ich habe also schon sehr, sehr viel dieser grauen Riesen des Ozeans gesehen.<br />
Aber ich bekomme nicht genug von ihnen, sie haben einen besonderen Platz in meinem Herzen.</p>
<p>Der Pottwal ist für mich ein schwimmendes Paradoxon. Es gibt mehrere große Bartenwal-Arten, die größer werden, aber nicht einer von ihnen kam mir jemals so gewaltig vor, wie „Moby Dick“. Seit ich einen auf der Insel Norderney gestrandeten erwachsenen Bullen von etwa 16 Metern Länge sah &#8211; und mit zerlegte &#8211; hat sich die Wuchtigkeit des Physeter in mein Gedächtnis eingebrannt.<br />
Sie sind einfach atemberaubend!</p>
<p>Das nord-norwegische Whale-watching ist übrigens ein Vorbild für nachhaltigen Ökotourismus.<br />
Die Wal-Touren werden nach strengen regeln und nur von Experten durchgeführt.<br />
erfahrene Kapitäne kennen die Wale und ihr Verhalten, gut ausgebildete Guides geben in vielen verschiedenen Sprachen wissenschaftlich fundierte Information über  die Wale und die aktuelle Forschung.<br />
Die einzelnen Schiffe sprechen sich vor Ort ab, damit ein Wal niemals von mehreren Schiffen eingekesselt und gestört wird. Die Schiffe müssen vorsichtig von hinten an den Pottwal herankommen und dürfen ihn nicht überholen. Außerdem wird ein Sicherheitsabstand zum Wal eingehalten. Dazu drosseln die Schiffe zwar die Motoren, lassen sie aber weiterlaufen. So kann der Wal das Schiff hören und weiß, was um ihn herum vorgeht. Dieses Verhalten beim Whale-watching entspricht den Vorschlägen des IFAW (International Fund of Animal Welfare) und die müssen es als „whale-hugger“ vom Dienst ja schließlich wissen.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Bahamonde-Schnabelwal – ein mysteriöses Phantom aus der Tiefsee?</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2012/11/06/der-bahamonde-schnabelwal-%e2%80%93-ein-mysterioses-phantom-aus-der-tiefsee/</link>
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		<pubDate>Tue, 06 Nov 2012 12:51:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Museum]]></category>
		<category><![CDATA[Schnabelwale]]></category>
		<category><![CDATA[Wale]]></category>
		<category><![CDATA[Zoologie]]></category>
		<category><![CDATA[Ozean]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.meertext.eu/?p=319</guid>
		<description><![CDATA[“Phantom der Tiefsee: Mysteriöser Wal aufgetaucht“ vermeldet SPON am 05.11.2012. Und Focus schreibt: „Sensationelle Entdeckung: Forscher enttarnen seltensten Wal der Welt&#8220;. Ein Blick auf das abgebildete Photo sagt mir deutlich mehr: Es geht um die Strandung eines Zweizahnwals. Das Tier gehört auf jeden Fall zur Gattung „Mesoplodon“, von denen es weltweit 14 Arten gab (und [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a title="SPON: Phantom der Tiefsee: Mysteriöser Wal aufgetaucht" href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/schnabelwale-im-pazifik-seltener-wal-in-neuseeland-erstmals-gesichtet-a-865309.html" target="_blank">“Phantom der Tiefsee: Mysteriöser Wal aufgetaucht“</a> vermeldet SPON am 05.11.2012.<br />
Und Focus schreibt: „<a title="Focus: Forscher enttarnen seltensten Wal der Welt" href="http://www.focus.de/wissen/natur/tiere-und-pflanzen/nach-dna-analyse-forscher-enttarnen-seltensten-wal-der-welt_aid_853520.html" target="_blank">Sensationelle Entdeckung: Forscher enttarnen seltensten Wal der Welt</a>&#8220;.</p>
<p>Ein Blick auf das abgebildete Photo sagt mir deutlich mehr: Es geht um die Strandung eines Zweizahnwals.<br />
Das Tier gehört auf jeden Fall zur Gattung „<em>Mesoplodon</em>“, von denen es weltweit 14 Arten gab (und nicht 21).</p>
<p>Die Tiere leben natürlich nicht in der Tiefsee, sondern in der Hochsee. Alle bisher untersuchten Schnabelwale tauchen zwar ähnlich tief wie Pottwale und jagen in tiefen Wasserschichten Fische und Tintenfische. Darum ist auch für <em>Mesoplodon traversii</em> anzunehmen, dass er weit unter 1000 Meter tief taucht. Aber damit ist er natürlich kein Tiefsee-Bewohner, sondern klopft dort höchstens gelegentlich an die Tür.</p>
<p>Dass diese beiden Tiere so schwierig zuzuordnen waren, ist nicht erstaunlich. Zweizahnwale sind erstens wenig bekannt und zweitens sehr schwierig zu bestimmen. Lesen Sie dazu auch den meertext-Beitrag „<strong><a title="Geheimnisvolle Schnabelwale - von Entenwalen und Zweizahnwalen" href="http://blog.meertext.eu/2012/11/06/geheimnisvolle-schnabelwale-%E2%80%93-von-entenwalen-und-zweizahnwalen/" target="_blank">Geheimnisvolle Schnabelwale – von Entenwalen und Zweizahnwalen</a>“</strong>.<span id="more-319"></span></p>
<p>Viele <em>Mesoplodon</em>-Arten sehen sich äußerlich teilweise zum Verwechseln ähnlich. Das wichtigste und offensichtlichste Unterscheidungsmerkmal sind die beiden Zähne im Unterkiefer, die nur bei erwachsenen Männchen durchbrechen. Bei Weibchen und Jungtieren bleiben die Zähne im Zahnfleisch verborgen.<br />
Abgesehen von den Zähnen kann die Artzugehörigkeit dieser Wale nur von erfahrenen Spezialisten über kleine Details des Schädels bestimmt werden. Da hier ein Weibchen und Jungtier gestrandet waren, ist es überhaupt nicht verwunderlich, dass die Identifizierung so kompliziert war und die Tiere zunächst als Camperdown-Wal (<em>Mesoplodon grayi</em> bestimmt wurden.<br />
Neben der Schädelanalyse kann die Art auch über eine DNA-Analyse bestimmt werden. Wie es im vorgesehen Fall ja auch geschehen ist.</p>
<p><strong>Die wilde Entdeckungsgeschichte des Bahamonde-Zweizahnwals<br />
<em>Mesoplodon traversii</em></strong> hat eine wilde Entdeckungsgeschichte hinter sich:<br />
1873 fand James Hector auf <a title="Pitt Island" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Pitt_Island">Pitt Island</a> (<a title="New Zealand" href="http://en.wikipedia.org/wiki/New_Zealand">Neuseeland</a>) einen Unterkiefer, den er in Wort und Bild dokumentierte. Im darauf folgenden Jahr publizierte John Edward Gray die wissenschaftliche Beschreibung des Kiefers und benannte ihn nach Henry Hammersley Travers: <em>M. traversii. </em>(Nach Hector ist übrigens auch der Schnabelwal <em>Mesoplodon hectori</em> benannt worden, aber das ist eine andere Geschichte).<br />
Um 1950 wurde dann auf White Island (Neuseeland) noch ein Schädel ohne Unterkiefer (= Calvarium) gefunden, der später dem Gingko-Zweizahnwal (<em>M. gingkodens</em>) zugeordnet wurde.<br />
1986 wurde ein beschädigter Schädel ohne Unterkiefer in Chile auf Robinson Crusoe Island angespült und von van Helden und Kollegen als neue Art beschrieben: <em>Mesoplodon bahamondi</em> &#8211; Bahamonde&#8217;s Zweizahnwal.<sup><br />
</sup>In diesem Fall wurde allerdings wenig später klar: Der Schädel gehörte gar nicht zu einer neu entdeckten Art, sondern zu dem schon 1874 beschrieben Tier. Darum war der Name <em>M. bahamondi</em> ungültig und <em>M. traversii</em> gültig. So schreiben es die Regeln der internationalen Nomenklaturkommission vor. Van Helden und Kollegen schrieben also eine Gegendarstellung.</p>
<p>Im Dezember 2010 strandeten zwei Schnabelwale am Strand von Opape, Bay of Plenty, Neuseeland. Sie wurden zunächst als Gray´s Schnabelwal (<em>Mesoplodon grayi</em>) einsortiert.<br />
Erst durch die genetische Analyse aller drei Funde wurde klar, dass sie alle zur gleichen Art gehören. Insgesamt drei Funde sind für eine Walart schon extrem selten, darum titulierten Thompson und Kollegen <em>M. traversii</em> in ihrer jetzt erschienen Publikation als den seltensten Wal der Welt (Thompson, K. et al. 2012: The world’s rarest whale. Current biology, 22(21): R905–R906. <a title="Digital object identifier" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Digital_object_identifier">doi</a>:<a href="http://dx.doi.org/10.1016%2Fj.cub.2012.08.055">10.1016/j.cub.2012.08.055</a>)<br />
Ganz schön viel Aufregung für einen so kleinen, stillen Wal.</p>
<p><strong>Entdeckungen im Museum<br />
</strong>Es kommt auch heute noch regelmäßig vor, dass neue Wale (und andere Tiere) entdeckt werden, gerade Museumsammlungen sind dafür prädestiniert.<br />
Die Erklärung ist einfach: Erst in einer Sammlung können Schädel durch exakte Vermessungen und Vergleiche mit anderen Schädeln wissenschaftlich bearbeitet werden bzw. können hier DNA-Analysen durchgeführt werden. Und für die wissenschaftliche Bearbeitung benötigt es einen Anfangsverdacht, ein Forschungsprojekt und die entsprechenden Spezialisten.</p>
<p>Ich hatte schon vor einiger Zeit über eine neue <a title="meertext: Who is who der Zwergwale" href="http://blog.meertext.eu/2011/07/15/who-is-who-der-zwergwale/" target="_blank">Zwergwalart </a>und eine neue <a title="Neue Delphinart vor Australien entdeckt" href="http://blog.meertext.eu/2011/09/23/neue-delphin-art-vor-australien-entdeckt/" target="_blank">Delphinart</a> berichtet.<br />
Nicht-Zoologen mag es übertrieben erscheinen, so viel Aufwand zu betreiben, um Wale hin- und herzusortieren. Aber diese Artzugehörigkeiten erzählen den Wissenschaftlern wichtige Details über Evolution, Verbreitung und andere intime Details aus dem Leben der Wale.<br />
Zwei Arten nicht sauber auseinander zu halten, ist für einen Zoologen genauso schlimm, wie zusammen geworfene Äpfel und Birnen für einen Obsthändler.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<p>L. van Helden, A. N. Baker, M. L. Dalebout, J. C. Reyes, K. Van Waerebeek, C. S. Baker: Resurrection of <em>Mesoplodon traversii</em> (Gray, 1874), senior synonym of <em>M. bahamondi</em></p>
<p>Reyes, Van Waerebeek, Cardenas and Yanez, 1995 (Cetacea: Ziphiidae). In: <a title="Marine Mammal Science" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marine_Mammal_Science">Marine Mammal Science</a>. 18, Nr. 3, Juli 2002, S. 609–621. <a title="Digital Object Identifier" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Object_Identifier">doi</a>:<a href="http://dx.doi.org/10.1111%2Fj.1748-7692.2002.tb01062.x">10.1111/j.1748-7692.2002.tb01062.x</a>.</p>
<p>Perrin, William F.; Wursig, Bernd &amp; Thewissen, J.G.M (eds.) (2002): Encyclopedia of Marine Mammals. Academic Press. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Special:BookSources/0125513402">ISBN 0-12-551340-2</a></p>
<p>Reeves, Randall R. &amp; Leatherwood, S. (1994): Dolphins, porpoises and whales: 1994-98 Action plan for the conservation of cetaceans. <a title="IUCN" href="http://en.wikipedia.org/wiki/IUCN">IUCN</a>, Gland, Switzerland. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Special:BookSources/2831701899">ISBN 2-8317-0189-9</a></p>
<p>Thompson, K. et al. 2012: The world’s rarest whale. Current biology, 22(21): R905–R906. <a title="Digital object identifier" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Digital_object_identifier">doi</a>:<a href="http://dx.doi.org/10.1016%2Fj.cub.2012.08.055">10.1016/j.cub.2012.08.055</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Geheimnisvolle Schnabelwale – von Entenwalen und Zweizahnwalen</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Nov 2012 12:40:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meeresforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Museum]]></category>
		<category><![CDATA[Ozean]]></category>
		<category><![CDATA[Schnabelwale]]></category>
		<category><![CDATA[Wale]]></category>
		<category><![CDATA[Zoologie]]></category>
		<category><![CDATA[Fossile Wale]]></category>
		<category><![CDATA[Strandungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Schnabelwale sind mittelgroße Zahnwale, von denen die meisten Menschen noch nie gehört haben. Die Tiere sind zwar nicht sehr klein, sondern zwischen 3,5 und über 12 Metern groß, aber sie leben meistens im offenen Meer, weit vor den Küsten. Nach meinen eigenen Erfahrungen während eines Wal-Surveys in der Antarktis 1996/97 meiden viele Arten den Kontakt [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Schnabelwale sind mittelgroße Zahnwale, von denen die meisten Menschen noch nie gehört haben.<br />
Die Tiere sind zwar nicht sehr klein, sondern zwischen 3,5 und über 12 Metern groß, aber sie leben meistens im offenen Meer, weit vor den Küsten. Nach meinen eigenen Erfahrungen während eines Wal-Surveys in der Antarktis 1996/97 meiden viele Arten den Kontakt mit Menschen und tauchen vorher ab. Darum werden sie selten gesichtet. Auf den ersten Blick sehen die meisten von ihnen mit ihren langgezogenen Schnabel für Laien aus wie zu groß geratene Delphine. Auch das ist nicht hilfreich bei ihrer Identifikation.</p>
<p>Um 1990 waren sie die am wenigsten bekannte Familie der Wale. Mit ihrer wenig erforschten Lebensweise und ihren seltsam geformten Köpfen, die ganz anders aussehen, als alle anderen Wale, haben sie mich auf den ersten Blick fasziniert: Ich schrieb meine Diplomarbeit über zwei dieser Arten aus dem Nordatlantik.</p>
<p>Während der Arbeit hatte ich mir einen dieser außergewöhnlichen Schädel auf den Schreibtisch gestellt und an ihm ein neues Messverfahren entwickelt und erprobt. Es war ein noch nicht ausgewachsener Nördlicher Entenwal (<em>Hyperoodon ampullatus</em>). Seinen Schädel habe ich in – und auswendig studiert: Etwa 1,30 Meter lang mit hoch aufgewölbtem Hirnschädel und hohen seitlichen Kämmen (Maxillarkämmen) auf dem Oberkiefer:<br />
Der Donald Duck unter den Walen!<span id="more-317"></span></p>
<p>Ich habe Tage gebraucht, bis ich den Schädel verstanden hatte.<br />
Mit voller Kraft konnte ich den Schädel des Jungtiers gerade eben allein heben &#8211; und meinen kleinen Liebling in den Armen halten.</p>
<p>Schädel von Nördlichen Entenwalen war immerhin in einigen zoologischen Museen und Instituten in Deutschland und Holland zu finden, er ist nicht so selten und strandet ab und an auch an der deutschen Nordseeküste. Früher wurde er sogar kommerziell bejagt, auch aus dieser Zeit sind Schädel erhalten, mit den charakteristischen Messerspuren vom „Abflensen“.</p>
<p><strong>Auf der staubigen Suche nach dem Zweizahnwal</strong><br />
„Meine“ zweite Walart war in Deutschland wesentlich schwieriger zu finden: Der Sowerby-Zweizahnwal, <em>Mesoplodon bidens</em>.<br />
In Deutschland waren nur zwei Exemplaren aufzutreiben.<br />
Die Gattung <em>Mesoplodon</em> ist wesentlich kleiner als ein Entenwal (<em>Hyperoodon</em>), die Tiere werden nur zwischen 3,5 und 6 Meter groß. Die anderen Schnabelgattungen sind meist nur in ein oder zwei Arten aufgespalten.<br />
Die Zweizahnwale &#8211; <em>Mesoplodon</em> &#8211; ist mit 14 Arten die große Ausnahme. Diese Artenvielzahl wird unter Wissenschaftlern diskutiert, aber nicht wirklich verstanden. Manchmal kommen mehrere Arten im gleichen Seegebiet vor. Und da beginnt die Sache, wirklich kompliziert zu werden…<br />
Leider sehen sie sich alle ziemlich ähnlich.</p>
<p><em>Mesoplodon</em> ist zwar ein Zahnwal, de facto haben aber nur ausgewachsene Männchen zwei sichtbare Zähne im Unterkiefer. Die Bezahnung ist artspezifisch und absolut abgefahren: Bei manchen Arten wachsen zwei Hauer aus dem Unterkiefer über dem Oberkiefer zusammen.</p>
<p>Die Zähne der erwachsenen Männchen sind das wichtigste Unterscheidungsmerkmal der Zweizahnwal-Arten. Leider bleiben bei Jungtieren und Weibchen diese Zähne im Gaumen verborgen.<br />
Um die Tiere sicher zu identifizieren, muss man also „nur“ einem erwachsenen Männchen ins Maul schauen. Bei einem vorbeischwimmenden Wal ist das eine gewaltige Herausforderung – nur Flipper zeigte freiwillig ein photogenes Grinsen.</p>
<p><strong>Neue Walart auf dem Fischmarkt</strong><br />
Sie leben meistens in kleinen Gruppen im offenen Ozean und sind durch ihr eher unauffälliges Verhalten auf See schwer zu entdecken. Die lebenden Tiere und die Schädel können nur von Fachleuten identifiziert werden.<br />
Das hat dazu geführt, dass gleich drei <em>Mesoplodon</em>-Arten erst in den letzten drei Jahrzehnten „entdeckt“ worden sind: In Museumssammlungen und auf Fischmärkten:</p>
<p>In neuerer Zeit können diese seltenen Tiere durch die umfassende und hervorragende Forschungsarbeit von Merel Dalebout auch über DNA-Analysen zugeordnet werden:<br />
1991 wurde der <a title="Peruanischer Schnabelwal" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peruanischer_Schnabelwal">Peruanische Schnabelwal</a> (<em>M. peruvianus</em>) beschrieben.<br />
2002 hatte der <a title="Perrin-Schnabelwal" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Perrin-Schnabelwal">Perrin-Schnabelwal</a> (<em>M. perrini</em>) sein wissenschaftliches Debut.<br />
Und nun macht der der <a title="Bahamonde-Schnabelwal" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bahamonde-Schnabelwal">Bahamonde-Schnabelwal</a> (<em>M. traversii</em>) Schlagzeilen…(lesen Sie dazu auch den meertext-Beitrag: <a title="Der Bahamonde-Schnabelwal - ein mysteriöses Phantom aus der Tiefsee" href="http://blog.meertext.eu/2012/11/06/der-bahamonde-schnabelwal-%E2%80%93-ein-mysterioses-phantom-aus-der-tiefsee/" target="_blank">„<strong>Der Bahamonde-Schnabelwal – ein mysteriöses Phantom aus der Tiefsee?</strong>“)</a>.</p>
<p>Dabei sind diese Tiere wirklich gar nicht so klein.<br />
Und es ist auch nicht so, dass sie vorher nicht da waren.<br />
Es hat bloß keiner richtig hingeguckt.<br />
Schnabelwale sind immer wieder für Überraschungen gut, gerade in den ungeheuren Weiten des pazifischen Ozeans.<br />
Vielleicht findet Merel ja noch ein paar neue Arten?<br />
Für mich als Zoologin ist das ein gutes Gefühl: Es gibt immer noch etwas zu entdecken!</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<p>Merel L. Dalebout, James G. Mead, C. Scott Baker, Alan N. Baker, &amp; Anton L. van Helden (2002): A New Species of Beaked Whale, <em>Mesoplodon perrini</em> sp. n. (Cetacea: Ziphiidae), Discovered Through Phylogenic Analysis of Mitochondrial DNA Sequences. <a title="Marine Mammal Science" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marine_Mammal_Science">Marine Mammal Science</a> 18 (3): 577-608. <a title="Digital Object Identifier" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Object_Identifier">doi</a>:<a href="http://dx.doi.org/10.1111%2Fj.1748-7692.2002.tb01061.x">10.1111/j.1748-7692.2002.tb01061.x</a> <a href="http://whitelab.biology.dal.ca/md/Dalebout_2003_Mperrini.pdf">vollständiges PDF</a></p>
<p>A. L. van Helden, A. N. Baker, M. L. Dalebout, J. C. Reyes, K. Van Waerebeek, C. S. Baker: <em>Resurrection of Mesoplodon traversii (Gray, 1874), senior synonym of M. bahamondi Reyes, Van Waerebeek, Cardenas and Yanez, 1995 (Cetacea: Ziphiidae)</em>, In: <a title="Marine Mammal Science" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marine_Mammal_Science">Marine Mammal Science</a>, 18(3):609–621 (July 2002)</p>
<p>Taylor, B.L., Baird, R., Barlow, J., Dawson, S.M., Ford, J., Mead, J.G., Notarbartolo di Sciara, G., Wade, P. &amp; Pitman, R.L. 2008. <em>Mesoplodon peruvianus</em>. In: IUCN 2012. IUCN Red List of Threatened Species. Version 2012.2. &lt;<a href="http://www.iucnredlist.org">www.iucnredlist.org</a>&gt;. Downloaded on <strong>05 November 2012</strong>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ambra – vom Pottwal-Furz zum Luxus-Parfüm</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Sep 2012 19:23:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ozean]]></category>
		<category><![CDATA[Pottwale]]></category>
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		<description><![CDATA[Dieser Beitrag wühlt verbal schon wieder tief in Tiergedärmen. Diesmal geht es allerdings nicht um klitzekleine Mäuseköttel, wie in „Sonnenstrahl und Mäuseschiss“, sondern um den kapitalen Haufen eines Pottwals. Ambra wird am Strand angespült, auf dem Meer treibend oder im Darmtrakt toter Pottwale gefunden. Die anrüchige Substanz kann grau, grünlich, weißlich marmoriert und von schmieriger [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Beitrag wühlt verbal schon wieder tief in Tiergedärmen.<br />
Diesmal geht es allerdings nicht um klitzekleine Mäuseköttel, wie in <a title="Sonnenstrahl und Mäuseschiss" href="http://blog.meertext.eu/2012/08/31/sonnenstrahl-und-mauseschiss/…" target="_blank">„Sonnenstrahl und Mäuseschiss“</a>, sondern um den kapitalen Haufen eines Pottwals.<br />
Ambra wird am Strand angespült, auf dem Meer treibend oder im Darmtrakt toter Pottwale gefunden. Die anrüchige Substanz kann grau, grünlich, weißlich marmoriert und von schmieriger bis fester Konsistenz sein.<br />
Ambra ist eine kostbare Substanz, die durch ihren außergewöhnlichen Duft und ihre Fähigkeit, andere Düfte zu fixieren, lange Zeit eine essentiell wichtige Rolle in der Parfumherstellung gespielt hat. Ambra wurde mit Gold aufgewogen und entfaltete dann seine betörende Wirkung in Parfums auf der zarten Menschenhaut (damals griffen auch Männer häufiger zum Parfum). Eine außergewöhnliche Karriere für einen Stoff, der im Verdauungstrakt eines Wals entsteht.</p>
<p>Hermann Melville hat es in „Moby Dick“ schön formuliert:<span id="more-310"></span><br />
„Wer würde wohl denken, dass die feinsten Damen und Herren sich an einem Wohlgeruch laben, den man aus den ruhmlosen Gedärmen eines kranken Pottwals holt! Und doch ist es so. Der graue Amber wird von manchen für die Ursache, von anderen für die Folge mangelhafter Verdauung gehalten, an der Wale mitunter leiden. Wie eine solche Dyspepsie zu kurieren wäre, lässt sich schwer sagen; es sei denn, man gibt dem Patienten drei, vier Bootsladungen Rhabarberpillen ein und verzieht sich dann schleunigst aus der Schusslinie.“</p>
<p>Die chemische Zusammensetzung des „Amber gris“ oder grauen Bernsteins ist mittlerweile recht gut bekannt, seine Entstehung ist aber immer noch ein Rätsel.<br />
Fest steht: Ambra enthält Reste von Pottwalnahrung.<br />
Pottwale jagen in der Tiefe der Ozeane Kalmare unterschiedlicher Größen, manchmal steht als Beilage auch noch ein Krake oder Fisch auf der Speisekarte. Kalmare sind Weichtiere, die allerdings einige unverdauliche Teile enthalten. Vor allem die scharfkantigen Schnäbel überfordern den Pottwaldarm. Darum erbrechen sich Pottwale regelmäßig und werden dabei die scharfkantigen Tintenfisch-Schnäbel los.<br />
Normalerweise entleeren Pottwale vor dem Tauchgang ihren Darm. Während meiner Zeit als Whale-watching-Guide vor den norwegischen Vesteralen-Inseln  habe ich oft zugesehen, wie die Kolosse durch eine flaschengrüne Wolke senkrecht abtauchten. Die Ausbreitung der grünen Wolke und deren Quelle sind durch das stille Wasser im sogenannten „Fußabdruck“ des Wals gut zu erkennen. Auch bei stark bewegter See gibt es an der Stelle des Abtauchens ein kleines Rund mit glattem Wasser. Dieser „Fußabdruck“ soll durch die gewaltige Wasserverdrängung des Pottwals entstehen.</p>
<p>Ein Teil der chitinigen Schnäbel passieren aber weiter den Darm. Im Darm werden sie dann von anderen Substanzen umgeben, bis sie schließlich ausgeschieden werden. Wissenschaftler meinen, dass die schmierige Substanz die scharfen Tintenfischschnäbel in den Wal-Eingeweiden umhüllt und sie entschärfen soll. Sie soll also als Schutz vor inneren Verletzungen dienen. Aber was genau im Pottwaldarm passiert, weiß bis heute kein Mensch. Genauso wenig ist bekannt, ob die Produktion von Ambra für Pottwale normal ist oder eher krankhaft.<br />
Sicher ist nur:<br />
Irgendetwas  passiert tief in den Gedärmen des gewaltigen Wals und er  produziert keinen „normalen Stuhlgang“, sondern einen festen Brocken Ambra.<br />
Diese Brocken können lange im Wasser treiben oder angespült werden, in einem jahrelangen „Reifeprozess“ verändern sie Konsistenz, Farbe und Geruch.<br />
Aus dem Walkot wird mit der Zeit eine kostbare Substanz.<br />
Geheimnisvol, unersetzlich und heiß begehrt.</p>
<p>Der US-amerikanische Wissenschafts-Autor Christopher Kemp hat jetzt ein Buch zu diesem spannenden Thema geschrieben:<br />
„Floating Gold: A natural (and unnatural) history of ambergris“ (University Press, Chicago, 2012).<br />
Kemp hat akribisch den derzeitigen Stand der Wissenschaft zur chemischen Zusammensetzung und Entstehung der begehrten Wal-Ausscheidung zusammengetragen.<br />
Bemerkenswert ist, dass die meisten Ingredienzien der geheimnisvollen Substanz zwar chemisch analysiert sind, die künstliche Version aber insgesamt nicht die Qualität des Original-Wal-Produkts erreicht. Darum ist Ambra heute immer noch in besonders kostbaren Parfums enthalten. Erstens aufgrund seine eigenen Duftes und zweitens, weil es auf geheimnisvolle Weise alle anderen Düfte verbindet und verstärkt.<br />
Noch interessanter ist Kemps  ganz persönliche Annäherung an das Thema: Seine vergebliche Suche an neuseeländischen Stränden – erst bei Mike Hill, einem Geographen der Universität Otago in Neuseeland kann er dann tatsächlich an einem Stückchen Ambra riechen. Seine Schwierigkeiten, den besonderen Duftes der grauen Substanz zu beschreiben &#8211; er findet keine Worte. Und seine vergeblichen Versuche, Kontakt zu Ambra-Händlern aufzunehmen – die Gesprächspartner verstummen bei dem Thema sehr schnell.<br />
Dabei stößt er auf einen besonders bizarren Umstand des Themas: Der Handel mit Ambra ist gesetzlich nicht eindeutig geregelt.<br />
Pottwale sind eine geschützte Spezies. Und in den meisten Ländern ist der Handel mit Walprodukten grundsätzlich oder teilweise verboten.<br />
In Australien etwa fallen die Pottwale unter den strengsten Schutz der CITES – Convention of International Trade in Endangered Species., die den Import und Export von Ambra verbietet. In den USA ist der Handel mit Ambra trotz der CITES-Klassifikation erlaubt, wird aber durch den Marine Mammals Protection Act verboten.<br />
Dabei wird keine Rücksicht darauf genommen, dass die meisten Ambra-Brocken heute nicht mehr aus dem Walfang stammen – Pottwale werden so gut wie nicht mehr bejagt – sondern im Wasser treibend oder an den Strand angespült gefunden werden. Die Ambra-Händler haben die begründete Befürchtung, sich mit dem Ankauf der begehrten Substanz strafbar zu machen. Es ist also nicht verwunderlich, dass sie über ihre Ambra-Geschäfte nicht sprechen.</p>
<p>Vielleicht ist der Pottwaldarm gar nicht so ruhmlos, wie Melville meinte?<br />
Immerhin ist dies der Ort, wo aus Tintenfischschnäbeln und anderen ominösen Bestandteilen Ambra entsteht.<br />
Das dürfte dem Pottwaldarm doch einigen Ruhm bescheren.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>„Der perfekte Sturm“ für die Delphine des Golf von Mexiko: Kommentar</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jul 2012 13:29:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meeresschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Ozean]]></category>
		<category><![CDATA[Wale]]></category>
		<category><![CDATA[Deepwater Horizon]]></category>
		<category><![CDATA[Delphine]]></category>
		<category><![CDATA[Golf von Mexiko]]></category>
		<category><![CDATA[Ölpest]]></category>
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		<description><![CDATA[Im April 2010 kam es in Folge eines Blowouts auf der Bohrplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko zur schlimmsten Offshore-Öl-Katastrophe in der Geschichte der USA. Schätzungsweise 4.9 Mio barrels (780,000 m3 ) Rohöl flossen in ein Meeresgebiet mit vielfältigen Ökosystemen und großem Artenreichtum, von der Elchkoralle bis zum Pottwal. Die folgenden Monate beherrschte die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Im April 2010 kam es in Folge eines Blowouts auf der Bohrplattform <strong>„Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko zur schlimmsten Offshore-Öl-Katastrophe in der Geschichte der USA</strong>. Schätzungsweise 4.9 Mio barrels (780,000 m<sup>3 </sup>) Rohöl flossen in ein Meeresgebiet mit vielfältigen Ökosystemen und großem Artenreichtum, von der Elchkoralle bis zum Pottwal.<br />
Die folgenden Monate beherrschte die Ölkatastrophe die Schlagzeilen, zunächst überschlugen sich die Meldungen über die zahlreichen verstorbenen Tiere, darunter auch viele tot gestrandete Delphine. Dann wurde es still um die Ölpest im Golf.<br />
Erst zu Beginn des Jahres 2011 kam die Öl-Katastrophe im Kontext mit dem Delphin-Massensterben erneut in die Schlagzeilen.<br />
Jetzt gibt es eine offizielle Publikation dazu: <a title="PLoS:Carmichael et al: Were multiple stressors a &quot;Perfect Storm&quot; for Northern Gulf of Mexico Bottlenose Dolphins [...]&quot;" href="http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0041155" target="_blank">“Were Multiple Stressors a ‘Perfect Storm’ for Northern Gulf of Mexico Bottlenose Dolphins (<em>Tursiops truncatus</em>) in 2011?” von Carmichael et al im Online-Magazin PLoS.</a></p>
<p>Der Beitrag, der in PLoS publiziert wurde, ist extrem abstrahiert und relativierend.<span id="more-286"></span><br />
Lesen Sie dazu auch <a title="meertext: Der &quot;perfekte Sturm&quot; für die Delphine des Golf von Mexiko: Kritische Diskussion der Publikation" href="http://blog.meertext.eu/2012/07/30/%E2%80%9Eder-perfekte-sturm%E2%80%9C-fur-die-delphine-des-golf-von-mexiko-kritische-diskussion-der-publikation/" target="_blank">&#8220;„Der perfekte Sturm“ für die Delphine des Golf von Mexiko: Kritische Diskussion der Publikation&#8221;.</a></p>
<p>Zugegeben:<br />
Auf einem toten Wal sucht man vergeblich nach einem Schild mit der Aufschrift: „Dieser Wal starb durch die Ölpest“. Öl hat multiple und schwerwiegende Folgen auf Organismen, die im Detail oft schwer nachweisbar sind. Erdöl hat viele toxische Komponenten, die auf unterschiedliche Organsysteme und den gesamten Gesundheitszustand einwirken. Das macht es für Wissenschaftler so schwierig, einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Waltod und Ölpest nachzuweisen.<br />
Und das macht es für die Öllobby so einfach.<br />
Aber: Eine sorgfältige Auswertung aller Daten kann sehr wohl sichtbar machen, dass ein Zusammenhang zwischen „Ölpest“ und „Waltod“ äußerst wahrscheinlich ist.</p>
<p>Der hundertfache Delphintod im Golf von Mexiko, der über die normalen Todesfälle in einem Bestand weit hinausgeht und alle Anzeichen der Auswirkungen der toxischen Öl-Komponenten zeigt, steht sehr wohl im direkten Zusammenhang mit der Ölkatastrophe.</p>
<h4><strong>Die Verantwortung der Wissenschaftler</strong></h4>
<p>Die vorsichtigen bis vagen Formulierungen in der Publikation sind wissenschaftlich korrekt, ohne Frage. Aber sie machen es dem BP-Konzern auch sehr einfach, sich aus der Verantwortung zu stehlen.<br />
Wissenschaftler müssen nach den Regeln „guter wissenschaftlicher Arbeit“ vorgehen. Dazu gehört auch, keine unhaltbaren Anschuldigungen auszusprechen.<br />
Gleichzeitig haben Biologen, Ökologen, Tiermediziner und andere Biowissenschaftler aber auch eine Verantwortung ihren Mitgeschöpfen gegenüber. Wenn nicht sie für die Rechte der Tiere eintreten, wer sollte es dann tun?<br />
Wollen wir Biologen dieses Feld etwa esoterischen Ökogurus überlassen?</p>
<p>Carmichael et al geben in ihrer Publikation die Gewichtung der Todesursachen vor:<br />
Über den Kaltwasser-Event wird detailliert und mit zahlreichen graphischen Darstellungen berichtet. Dass Delphine normalerweise nicht an einer Abkühlung des Ozeans sterben, wird nur sehr kurz thematisiert. Auch der schlechte Gesundheitszustand der Tiere wird nur sehr kurz erwähnt.<br />
Die Zusammenhänge zwischen dem schlechten Wal-Gesundheitszustand und den Folgen der Ölpest werden regelrecht unterschlagen.</p>
<h4><strong>Relativierende Sprache</strong></h4>
<p>Das Manuskript ist so geschrieben, wie Politiker eine Katastrophe darstellen: Mit viel Understatement, Verharmlosung und Relativierung. Und reichlich Daten und graphischen Darstellungen, die vom zentralen Punkt ablenken. In diesem Fall lenkt das kalte Wasser von der Ölpest ab. Das Wort “Ölpest“ oder andere Öllobby-unfreundliche Termini fehlen im Manuskript ganz. Stattdessen wird die Katastrophe in das Mäntelchen einer technokratischen Abkürzung gehüllt, was sich sehr viel weniger schlimm anhört: „DWHOS“ statt Oilspill. Abkürzungen wirken professionell, abstrahierend und sehr sachlich.</p>
<p>Auch der Einsatz vieler Statistiken kann unliebsame Fakten verschleiern:<br />
Durch Statistiken werden Leser/Hörer mit Zahlen und Daten überschüttet, die sachlich und korrekt sind. Die meisten Menschen sind dann mit der Datenverarbeitung so beschäftigt, dass sie nicht merken, dass wesentliche Fakten fehlen oder nicht in die Schlussfolgerungen einbezogen werden.</p>
<p>Das Resultat „Our data suggest, cold temperature were not the sole cause of death […]“ (S. 11) ist ein verbaler Eiertanz.</p>
<p>Ich vermisse die Schlussfolgerung:<br />
„Mit hoher Wahrscheinlichkeit hätte es ohne die Deepwater Horizon-Ölpest diese extrem erhöhte Sterblichkeit in 2011 nicht gegeben.“<br />
Die Daten hätten diese Schlussfolgerung gerechtfertigt.</p>
<p>So hingegen bekommt der kundige Leser, die kundige Leserin das unangenehme Gefühl, dass BP und die Öllobby geschont werden sollen. Schließlich zahlen die Öl-Unternehmen viele Steuern, aus denen auch Wissenschaftler und ihre Forschung bezahlt werden.<br />
Die vorliegende Veröffentlichung tendiert statt zum “guten wissenschaftlichen Arbeiten“ schon hart in Richtung „Gefälligkeitsgutachten“.<br />
Sollte die Unabhängigkeit der Wissenschaft nur noch ein schöner Traum sein?<br />
Für ehrenamtlich arbeitende Idealisten?<br />
Dann bleibt es wohl in der Verantwortung der kleinen Umweltschutzorganisationen und der Science Blogger, die Interessen der Wale zu vertreten.<br />
Ich blogge jedenfalls weiter – für Wale, Ozeane und Meeresschutz.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>„Der perfekte Sturm“ für die Delphine des Golf von Mexiko: Kritische Diskussion der Publikation</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jul 2012 13:15:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Publikation “Were Multiple Stressors a ‘Perfect Storm’ for Northern Gulf of Mexico Bottlenose Dolphins (Tursiops truncatus) in 2011?” von Carmichael et al im Online-Magazin PLoS untersucht das Delphin-Massensterben von 2011. Massensterben von Walen kamen und kommen immer wieder vor. Die Gründe dafür sind vielfältig und oft schwierig zu analysieren, es gibt natürliche und anthropogen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Publikation <a title="PLoS:Carmichael et al: Were multiple stressors a &quot;Perfect Storm&quot; for Northern Gulf of Mexico Bottlenose Dolphins [...]&quot;" href="http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0041155" target="_blank">“Were Multiple Stressors a ‘Perfect Storm’ for Northern Gulf of Mexico Bottlenose Dolphins (<em>Tursiops truncatus</em>) in 2011?” von Carmichael et al im Online-Magazin PLoS </a>untersucht das Delphin-Massensterben von 2011.</p>
<p>Massensterben von Walen kamen und kommen immer wieder vor.<br />
Die Gründe dafür sind vielfältig und oft schwierig zu analysieren, es gibt natürliche und anthropogen (durch menschliche Einwirkung erfolgte) Todesursachen. Im Golf von Mexiko etwa sind zuletzt 2004 durch eine Giftalgenblüte („red tide“) mehr als 100 Große Tümmler und viele andere Meerestiere gestorben.<span id="more-284"></span>Eine hohe Sterblichkeit zur Zeit des Gebärens ist ebenfalls natürlich: Der Zeitpunkt<em> </em>der Geburt ist für Walmütter und -kälber sensibel, in jeder Population kommt es in diesem Zeitraum zu einer erhöhten Sterblichkeit.<br />
Aber dieses Mal ist die Zahl der toten Delphinkälber extrem hoch.</p>
<p>Nur durch langjährige Studien und interdisziplinäre Untersuchungen können die Ursachen solcher Massensterben erkannt werden. Für die Auswertung der Datensätze ist viel Erfahrung nötig. Im vorliegenden Fall ist eine Delphin-Population betroffen, die bereits seit Jahrzehnten intensiv wissenschaftlich untersucht wird und über deren Lebensraum sehr viel bekannt ist. Damit besteht hier eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, die Ursachen der Wal-Katastrophe herauszufinden.</p>
<p>Die Publikation “Were Multiple Stressors a ‘Perfect Storm’ for Northern Gulf of Mexico Bottlenose Dolphins (<em>Tursiops truncatus</em>) in 2011?” enthält allerdings einige fragwürdige Schlussfolgerungen, die im Folgenden diskutiert werden.<!--more--></p>
<h4><strong>Wie wirkt das Erdöl auf marine Säugetiere?</strong></h4>
<p>Carmichael et al schreiben auf S. 9: „The sublethal effects of direct oil exposure on dolphins have not been well documented […] and while perinatal and infant mortality has been associated with exposure to oil and other organic pollutants in some marine mammals, it has not been reported among dolphins.” Für konkrete Schlussfolgerungen sei weitere Forschung notwendig.</p>
<p>Kurz- und langfristige Auswirkungen von Öl auf marine Säugetiere sind sehr wohl beschrieben worden, z. B. nach der Exxon Valdez-Ölpest in Alaska (<strong>Matkin, C.O.</strong>, <strong>Saulitis, E.L.</strong>, <strong>Ellis, G.M.</strong>, Olesiuk, P., Rice, S.D. 2008. Ongoing population-level impacts on killer whales <em>Orcinus orca</em> following the &#8216;Exxon Valdez&#8217; oil spill in Prince William Sound, Alaska. <span style="text-decoration: underline;">Marine Ecology Progress Series</span>, 356:269-281. <a href="http://www.whalesalaska.org/docs/matkin-et-al-2008-meps.pdf">[PDF file]</a>).<br />
Orcas sind große Delphine, die Beobachtungen können definitiv auf die Großen Tümmler im Golf von Mexiko angewendet werden.<br />
Bei dieser Langzeit-Untersuchung ist u. a. auch explizit die verringerte Fruchtbarkeit als Folge des Öls benannt worden.</p>
<p>Toxikologische Untersuchungen haben immer wieder ergeben, dass aromatische Bestandteile des Erdöls bei Säugern u. a. Tieren Frucht schädigend sind. Diese Untersuchungen lassen ohne Zweifel die Schlussfolgerung zu, dass diese toxischen Substanzen auch bei Delphinen Frucht schädigend sind.<br />
Die vielen toxischen Komponenten von Erdöl haben umfangreiche pathogene Auswirkungen auf Lebewesen. Meeressäuger sind der Ölpest im Wasser sogar noch stärker ausgesetzt, denn sie nehmen die giftigen Bestandteile des Öls über die Haut, die Nahrung und beim Einatmen direkt auf und können sich dem nicht entziehen.<br />
Die <a title="UC Davis: Oiled Wildlife Care Network" href="http://www.vetmed.ucdavis.edu/owcn/oiled_wildlife/index.cfm" target="_blank">Veterinäre der UC Davis School of Medicine hatten zu Beginn der Deepwater Horizon-Ölpest eine ausgezeichnete Übersicht zusammengetragen, welche Auswirkungen das Öl auf marine Säuger hat</a>. <a href="http://blog.meertext.eu/2011/05/02/olpest-wie-schadet-erdol-den-meerestieren/"><br />
</a>Lesen Sie dazu auch den meertext-Beitrag: <a title="meertext: Wie schadet Öl den Meerestieren?" href="http://blog.meertext.eu/2011/05/02/olpest-wie-schadet-erdol-den-meerestieren/" target="_blank">&#8220;Wie schadet Öl den Meerestieren?&#8221;<br />
</a></p>
<p>Dazu gehören u. a.</p>
<ul>
<li>Anämie</li>
<li>Unterernährung</li>
<li>Leber- und Lungenschäden</li>
<li>ein insgesamt geschwächtes Immunsystem</li>
</ul>
<p>Alle diese Symptome werden auch in dem <a title="NOAAA: study shows some gulf dolphins severely ill" href="http://www.gulfspillrestoration.noaa.gov/2012/03/study-shows-some-gulf-dolphins-severely-ill/" target="_blank">Gesundheitscheck der Golf-Delphine </a>angegeben und von Carmichael et al zitiert.</p>
<p>Die erwarteten und beschriebenen Symptome sind deckungsgleich!<br />
Carmichaels Schlussfolgerung, die Gesundheitsprobleme der Delphine könnten eine Folge der Ölpest sein, dies sei aber wissenschaftlich nicht nachweisbar, dafür müsse weitere Forschung betrieben werden, ist darum nicht nachvollziehbar.</p>
<h4><strong>Alle Hinweise führen zur Deepwater Horizon-Ölpest</strong></h4>
<p>Einerseits ist ein direkter Nachweis der Todesursache bei einem verendeten Wal sehr schwierig.<br />
Eindeutige Todesursachen wie Netzmarken oder Schusswunden sind selten. Meistens haben die Tiere vielfältige Erkrankungen, die nur von Fachleuten in einem größeren Kontext interpretiert werden können. Außerdem sind die toten Tiere oft schon stark verwest.<br />
Auch Ölspuren an den Tierkörpern sind direkte Hinweise auf die Ursache. Im Fall der Deepwater Horizon-Ölpest hatte BP aber gefordert, dass die Ölspuren auch noch chemisch analysiert werden müssten, um das Öl definitiv ihrer explodierten Bohrinsel zuordnen zu können. Als ob ernsthaft verschiedene Verursacher in Frage gekommen wären…Hat es denn in diesem Zeitraum im Nördlichen Golf von Mexiko noch andere havarierte Bohrplattformen oder gesunkene Öltanker gegeben?</p>
<p>Es gibt keinen einzigen Hinweis, dass eine kurzzeitige Abkühlung der Meerestemperatur jemals zu einem  Delphinsterben geführt hat. Normalerweise sind die Tiere durch ihre dicke Blubberschicht ausreichend geschützt,  schwimmen in eine andere Regionen oder gleichen die Abkühlung durch ihren Stoffwechsel aus. Nur auf Tiere, die bereits durch Krankheiten und Unterernährung stark geschwächt waren, konnte das kalte Wasser derartig verheerende Folgen haben.<br />
Die Schlussfolgerung, dass der schlechte Gesundheitszustand der Tiere eine Folge der Ölpest war und es ohne die Ölpest 2011 kein weiteres Massensterben gegeben hätte, formulieren Carmichael et al nur sehr vage und eher versteckt. Die Gewichtung liegt nachdrücklich auf dem Kaltwasser-Event, der äußerst ausführlich dargestellt wird.<br />
Die kalten Wassertemperaturen waren aber nur noch der letzte Todesstoß für die kleinen Wale. Die Publikation relativiert und verharmlost die Folgen der größten Ölpest in US-Gewässern auf die Delphine.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
<p><strong><br clear="all" /> </strong></p>
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		<item>
		<title>Zusammenhang zwischen der Ölpest in 2010 und Delphinsterben in 2011 im Golf von Mexiko?</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jul 2012 09:17:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zu Beginn des Jahres 2011 strandeten an der Küste des Golfs von Mexiko ungewöhnlich viele tote Delphine: Zwischen Januar und April 2011 waren es 186 Große Tümmler (Tursiops truncatus), davon waren 86 perinatale Kälber („Perinatal“ ist der Zeitpunkt um den Geburtstermin herum.) Jetzt kommt eine erste wissenschaftliche Aufarbeitung: “Were Multiple Stressors a ‘Perfect Storm’ for [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Zu Beginn des Jahres 2011 strandeten an der Küste des Golfs von Mexiko ungewöhnlich viele tote Delphine: Zwischen Januar und April 2011 waren es 186 Große Tümmler (<em>Tursiops truncatus</em>), davon waren 86 perinatale Kälber („Perinatal“ ist der Zeitpunkt um den Geburtstermin herum.)<br />
Jetzt kommt eine erste wissenschaftliche Aufarbeitung: <a title="PLoS:Carmichael et al: Were multiple stressors a &quot;Perfect Storm&quot; for Northern Gulf of Mexico Bottlenose Dolphins [...]&quot;" href="http://www.ens-newswire.com/ens/mar2012/2012-03-30-091.html" target="_blank"><strong>“Were Multiple Stressors a ‘Perfect Storm’ for Northern Gulf of Mexico Bottlenose Dolphins (<em>Tursiops truncatus</em>) in 2011?”</strong> von Carmichael et al</a> im Online-Wissenschaftsmagazin PLoS. („Waren multiple Stress-Faktoren der „Perfekte Sturm“ für Großen Tümmler des Nördlichen Golf von Mexiko?“)</p>
<p>Die Untersuchungen beziehen sich auf die Totfunde an den Küsten der US-Bundesstaaten Alabama, Florida, Louisiana und Mississippi.<br />
Der Titel „Perfect Storm“ bezieht sich auf den gleichnamigen Roman von Sebastian Junger, in dem durch die Verkettung vieler unglücklicher Umstände letztendlich ein gewaltiger Sturm zum Untergang des Schwertfischfängers „Andrea Gail“ führt.</p>
<p>Die Strandungsrate von 186 Delphinen in vier Monaten ist signifikant höher als normal. Normalerweise werden<a title="NOAAA: study shows some gulf dolphins severely ill" href="http://www.gulfspillrestoration.noaa.gov/2012/03/study-shows-some-gulf-dolphins-severely-ill/" target="_blank"> durchschnittlich 74 tote Delphine </a>jährlich angespült. Ebenfalls ungewöhnlich ist der extrem hohe Anteil perinataler Kälber. Perinatal ist der Zeitpunkt nahe um den natürlichen Geburtstermin, bei Großen Tümmlern wird er durch die Länge von 115 cm definiert. Diese Tiere sind entweder Neugeborene oder voll entwickelte Totgeborene.<span id="more-281"></span></p>
<p>Die Autoren benennen drei verschiedene Ursachen, die als Gründe für die sehr hohe Delphinsterblichkeit 2011 in Frage kommen:</p>
<ol>
<li>Die außergewöhnlich niedrigen Wassertemperaturen</li>
<li>Einen erhöhten Süßwasserzustrom wegen der starken Schneeschmelze</li>
<li>DWHOS (Deepwater Horizon MC 252 oil spill) in 2010</li>
</ol>
<p>Die niedrigen Wassertemperaturen und der erhöhte Süßwasserzustrom fielen  regional und zeitlich in den Zeitraum der erhöhten Delphinsterblichkeit und werden als direkte mögliche Stressfaktoren diskutiert.<br />
Ozeanographen hatten dazu umfassendes Datenmaterial geliefert, das Carmichael et al ausführlich und mit zahlreichen graphischen Darstellungen in einen engen Kontext mit dem Delphinsterben setzen.<br />
Erst auf Seite 9 steht dann in wenigen Worten, dass Delphine in guter körperlicher Verfassung derartige Abkühlungen des Umgebungswassers gut vertragen können. Zurzeit gibt es nicht einen einzigen Hinweis darauf, dass jemals Delphine an niedrigen Wassertemperaturen gestorben sind.<br />
Die Delphine im Golf von Mexiko sind aber in keiner guten körperlichen Verfassung.  Ein <a title="NOAA: Study shos some gulf dolphins severely ill" href="http://www.gulfspillrestoration.noaa.gov/2012/03/study-shows-some-gulf-dolphins-severely-ill/" target="_blank">Gesundheitscheck unter 50 der dort ansässigen Delphine </a>ergab, dass die Tiere gesundheitlich in schlechtem Zustand waren. Demnach litten mehr als die Hälfte der untersuchten Großen Tümmler an</p>
<ul>
<li>Anämie</li>
<li>Unterernährung</li>
<li>Leber- und Lungenschäden</li>
<li>einem insgesamt geschwächten Immunsystem</li>
</ul>
<p>Carmichael et al weisen an dieser Stelle darauf hin, dass diese Symptome eventuell Spätfolgen des DWHOS sein könnten, dies aber nicht mit Sicherheit nachweisbar sei.<br />
Die Schlussfolgerung lautet, dass die niedrigen Wassertemperaturen die wesentliche, wenn auch vielleicht nicht einzige Ursache des Delphinmassensterbens mit dem sehr hohen Anteil von Neugeborenen 2011 sei.<br />
Insgesamt sei weitere Forschung nötig.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Tote Delphine zwischen Behörden und Umweltschutz</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2012/06/22/tote-delphine-zwischen-behorden-und-umweltschutz/</link>
		<comments>http://blog.meertext.eu/2012/06/22/tote-delphine-zwischen-behorden-und-umweltschutz/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 22 Jun 2012 19:44:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meeresschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Ozean]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Gezerre um die toten Delphine und die Art der Vorgehensweise können nicht unkommentiert bleiben. Darum hier noch einmal meine persönliche Meinung dazu: Die Methoden der Probennahme, Bearbeitung und Analyse folgten keinem vertrauenswürdigen Protokoll. Dadurch hatten auch später hinzugezogene Experten keine Möglichkeit mehr, zu tragfähigen Resultaten zu kommen. Die Datensammlung war und ist aufgrund der [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das Gezerre um die toten Delphine und die Art der Vorgehensweise können nicht unkommentiert bleiben.<br />
Darum hier noch einmal meine persönliche Meinung dazu:</p>
<p>Die Methoden der Probennahme, Bearbeitung und Analyse folgten keinem vertrauenswürdigen Protokoll. Dadurch hatten auch später hinzugezogene Experten keine Möglichkeit mehr, zu tragfähigen Resultaten zu kommen. Die Datensammlung war und ist aufgrund der Unvorbereitetheit und Unkenntnis über die korrekten Verfahrensweisen und Protokolle unbrauchbar. <span id="more-276"></span><br />
Dabei gibt es in anderen Ländern ein detailliertes Prozedere, wie in solchen Fällen vorgegangen werden muss, um verwertbare Daten zu erhalten. Dieses Offenlegen der Methodik ist ein Kernelement wissenschaftlicher Vorgehensweise. Die Methoden werden auf internationalen Konferenzen vorgestellt und viele Arbeitsgruppen sind bereit, andere Kollegen darin zu unterweisen. Der Schutz der Wale braucht weit reichende und internationale Kooperationen und Unterstützungen.<br />
Zusätzlich verursacht die Vorgehensweise sowohl der beteiligten offiziellen Stellen als auch der Umweltschutzgruppen bei mir einen üblen Nachgeschmack von Voreingenommenheit und umfassender Unprofessionalität.</p>
<p>Es ist gut, dass es Menschen gibt, die sich im Walschutz engagieren. Ein effektiver Walschutz bedeutet aber, dass sie bei Anschuldigungen auch tragfähige Beweise vorlegen können. Sonst sind sie nicht glaubwürdig. Und keine große Hilfe für den Schutz der Wale.</p>
<p>Die Einstellung des peruanischen Umweltministeriums, Delphin-Massensterben kämen eben vor und seien dadurch nicht weiter Besorgnis erregend, zeugt von ungeheurer Ignoranz, wenn nicht Dummheit. Jeder Waltod hat seine eigene Geschichte, die nur von Fachleuten rekonstruiert werden kann. Meerestiere sind ein Frühwarnsystem für ökologische Umbrüche und Probleme. Ein Land wie Peru, das so abhängig von der Fischerei ist, müsste solche Vorkommnisse überaus ernst nehmen.</p>
<p>Es bleibt nur zu hoffen, dass irgendjemand in Peru und anderen Staaten daraus etwas gelernt hat und nun auch tätig wird, um bei einem weiteren Massensterben die Unglücksursache ermitteln zu können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
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