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	<title>meertext &#187; Meeresschutz</title>
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	<description>Navigation im Meer der Worte</description>
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		<title>„Der perfekte Sturm“ für die Delphine des Golf von Mexiko: Kommentar</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jul 2012 13:29:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im April 2010 kam es in Folge eines Blowouts auf der Bohrplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko zur schlimmsten Offshore-Öl-Katastrophe in der Geschichte der USA. Schätzungsweise 4.9 Mio barrels (780,000 m3 ) Rohöl flossen in ein Meeresgebiet mit vielfältigen Ökosystemen und großem Artenreichtum, von der Elchkoralle bis zum Pottwal. Die folgenden Monate beherrschte die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Im April 2010 kam es in Folge eines Blowouts auf der Bohrplattform <strong>„Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko zur schlimmsten Offshore-Öl-Katastrophe in der Geschichte der USA</strong>. Schätzungsweise 4.9 Mio barrels (780,000 m<sup>3 </sup>) Rohöl flossen in ein Meeresgebiet mit vielfältigen Ökosystemen und großem Artenreichtum, von der Elchkoralle bis zum Pottwal.<br />
Die folgenden Monate beherrschte die Ölkatastrophe die Schlagzeilen, zunächst überschlugen sich die Meldungen über die zahlreichen verstorbenen Tiere, darunter auch viele tot gestrandete Delphine. Dann wurde es still um die Ölpest im Golf.<br />
Erst zu Beginn des Jahres 2011 kam die Öl-Katastrophe im Kontext mit dem Delphin-Massensterben erneut in die Schlagzeilen.<br />
Jetzt gibt es eine offizielle Publikation dazu: <a title="PLoS:Carmichael et al: Were multiple stressors a &quot;Perfect Storm&quot; for Northern Gulf of Mexico Bottlenose Dolphins [...]&quot;" href="http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0041155" target="_blank">“Were Multiple Stressors a ‘Perfect Storm’ for Northern Gulf of Mexico Bottlenose Dolphins (<em>Tursiops truncatus</em>) in 2011?” von Carmichael et al im Online-Magazin PLoS.</a></p>
<p>Der Beitrag, der in PLoS publiziert wurde, ist extrem abstrahiert und relativierend.<span id="more-286"></span><br />
Lesen Sie dazu auch <a title="meertext: Der &quot;perfekte Sturm&quot; für die Delphine des Golf von Mexiko: Kritische Diskussion der Publikation" href="http://blog.meertext.eu/2012/07/30/%E2%80%9Eder-perfekte-sturm%E2%80%9C-fur-die-delphine-des-golf-von-mexiko-kritische-diskussion-der-publikation/" target="_blank">&#8220;„Der perfekte Sturm“ für die Delphine des Golf von Mexiko: Kritische Diskussion der Publikation&#8221;.</a></p>
<p>Zugegeben:<br />
Auf einem toten Wal sucht man vergeblich nach einem Schild mit der Aufschrift: „Dieser Wal starb durch die Ölpest“. Öl hat multiple und schwerwiegende Folgen auf Organismen, die im Detail oft schwer nachweisbar sind. Erdöl hat viele toxische Komponenten, die auf unterschiedliche Organsysteme und den gesamten Gesundheitszustand einwirken. Das macht es für Wissenschaftler so schwierig, einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Waltod und Ölpest nachzuweisen.<br />
Und das macht es für die Öllobby so einfach.<br />
Aber: Eine sorgfältige Auswertung aller Daten kann sehr wohl sichtbar machen, dass ein Zusammenhang zwischen „Ölpest“ und „Waltod“ äußerst wahrscheinlich ist.</p>
<p>Der hundertfache Delphintod im Golf von Mexiko, der über die normalen Todesfälle in einem Bestand weit hinausgeht und alle Anzeichen der Auswirkungen der toxischen Öl-Komponenten zeigt, steht sehr wohl im direkten Zusammenhang mit der Ölkatastrophe.</p>
<h4><strong>Die Verantwortung der Wissenschaftler</strong></h4>
<p>Die vorsichtigen bis vagen Formulierungen in der Publikation sind wissenschaftlich korrekt, ohne Frage. Aber sie machen es dem BP-Konzern auch sehr einfach, sich aus der Verantwortung zu stehlen.<br />
Wissenschaftler müssen nach den Regeln „guter wissenschaftlicher Arbeit“ vorgehen. Dazu gehört auch, keine unhaltbaren Anschuldigungen auszusprechen.<br />
Gleichzeitig haben Biologen, Ökologen, Tiermediziner und andere Biowissenschaftler aber auch eine Verantwortung ihren Mitgeschöpfen gegenüber. Wenn nicht sie für die Rechte der Tiere eintreten, wer sollte es dann tun?<br />
Wollen wir Biologen dieses Feld etwa esoterischen Ökogurus überlassen?</p>
<p>Carmichael et al geben in ihrer Publikation die Gewichtung der Todesursachen vor:<br />
Über den Kaltwasser-Event wird detailliert und mit zahlreichen graphischen Darstellungen berichtet. Dass Delphine normalerweise nicht an einer Abkühlung des Ozeans sterben, wird nur sehr kurz thematisiert. Auch der schlechte Gesundheitszustand der Tiere wird nur sehr kurz erwähnt.<br />
Die Zusammenhänge zwischen dem schlechten Wal-Gesundheitszustand und den Folgen der Ölpest werden regelrecht unterschlagen.</p>
<h4><strong>Relativierende Sprache</strong></h4>
<p>Das Manuskript ist so geschrieben, wie Politiker eine Katastrophe darstellen: Mit viel Understatement, Verharmlosung und Relativierung. Und reichlich Daten und graphischen Darstellungen, die vom zentralen Punkt ablenken. In diesem Fall lenkt das kalte Wasser von der Ölpest ab. Das Wort “Ölpest“ oder andere Öllobby-unfreundliche Termini fehlen im Manuskript ganz. Stattdessen wird die Katastrophe in das Mäntelchen einer technokratischen Abkürzung gehüllt, was sich sehr viel weniger schlimm anhört: „DWHOS“ statt Oilspill. Abkürzungen wirken professionell, abstrahierend und sehr sachlich.</p>
<p>Auch der Einsatz vieler Statistiken kann unliebsame Fakten verschleiern:<br />
Durch Statistiken werden Leser/Hörer mit Zahlen und Daten überschüttet, die sachlich und korrekt sind. Die meisten Menschen sind dann mit der Datenverarbeitung so beschäftigt, dass sie nicht merken, dass wesentliche Fakten fehlen oder nicht in die Schlussfolgerungen einbezogen werden.</p>
<p>Das Resultat „Our data suggest, cold temperature were not the sole cause of death […]“ (S. 11) ist ein verbaler Eiertanz.</p>
<p>Ich vermisse die Schlussfolgerung:<br />
„Mit hoher Wahrscheinlichkeit hätte es ohne die Deepwater Horizon-Ölpest diese extrem erhöhte Sterblichkeit in 2011 nicht gegeben.“<br />
Die Daten hätten diese Schlussfolgerung gerechtfertigt.</p>
<p>So hingegen bekommt der kundige Leser, die kundige Leserin das unangenehme Gefühl, dass BP und die Öllobby geschont werden sollen. Schließlich zahlen die Öl-Unternehmen viele Steuern, aus denen auch Wissenschaftler und ihre Forschung bezahlt werden.<br />
Die vorliegende Veröffentlichung tendiert statt zum “guten wissenschaftlichen Arbeiten“ schon hart in Richtung „Gefälligkeitsgutachten“.<br />
Sollte die Unabhängigkeit der Wissenschaft nur noch ein schöner Traum sein?<br />
Für ehrenamtlich arbeitende Idealisten?<br />
Dann bleibt es wohl in der Verantwortung der kleinen Umweltschutzorganisationen und der Science Blogger, die Interessen der Wale zu vertreten.<br />
Ich blogge jedenfalls weiter – für Wale, Ozeane und Meeresschutz.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>„Der perfekte Sturm“ für die Delphine des Golf von Mexiko: Kritische Diskussion der Publikation</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jul 2012 13:15:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Publikation “Were Multiple Stressors a ‘Perfect Storm’ for Northern Gulf of Mexico Bottlenose Dolphins (Tursiops truncatus) in 2011?” von Carmichael et al im Online-Magazin PLoS untersucht das Delphin-Massensterben von 2011. Massensterben von Walen kamen und kommen immer wieder vor. Die Gründe dafür sind vielfältig und oft schwierig zu analysieren, es gibt natürliche und anthropogen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Publikation <a title="PLoS:Carmichael et al: Were multiple stressors a &quot;Perfect Storm&quot; for Northern Gulf of Mexico Bottlenose Dolphins [...]&quot;" href="http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0041155" target="_blank">“Were Multiple Stressors a ‘Perfect Storm’ for Northern Gulf of Mexico Bottlenose Dolphins (<em>Tursiops truncatus</em>) in 2011?” von Carmichael et al im Online-Magazin PLoS </a>untersucht das Delphin-Massensterben von 2011.</p>
<p>Massensterben von Walen kamen und kommen immer wieder vor.<br />
Die Gründe dafür sind vielfältig und oft schwierig zu analysieren, es gibt natürliche und anthropogen (durch menschliche Einwirkung erfolgte) Todesursachen. Im Golf von Mexiko etwa sind zuletzt 2004 durch eine Giftalgenblüte („red tide“) mehr als 100 Große Tümmler und viele andere Meerestiere gestorben.<span id="more-284"></span>Eine hohe Sterblichkeit zur Zeit des Gebärens ist ebenfalls natürlich: Der Zeitpunkt<em> </em>der Geburt ist für Walmütter und -kälber sensibel, in jeder Population kommt es in diesem Zeitraum zu einer erhöhten Sterblichkeit.<br />
Aber dieses Mal ist die Zahl der toten Delphinkälber extrem hoch.</p>
<p>Nur durch langjährige Studien und interdisziplinäre Untersuchungen können die Ursachen solcher Massensterben erkannt werden. Für die Auswertung der Datensätze ist viel Erfahrung nötig. Im vorliegenden Fall ist eine Delphin-Population betroffen, die bereits seit Jahrzehnten intensiv wissenschaftlich untersucht wird und über deren Lebensraum sehr viel bekannt ist. Damit besteht hier eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, die Ursachen der Wal-Katastrophe herauszufinden.</p>
<p>Die Publikation “Were Multiple Stressors a ‘Perfect Storm’ for Northern Gulf of Mexico Bottlenose Dolphins (<em>Tursiops truncatus</em>) in 2011?” enthält allerdings einige fragwürdige Schlussfolgerungen, die im Folgenden diskutiert werden.<!--more--></p>
<h4><strong>Wie wirkt das Erdöl auf marine Säugetiere?</strong></h4>
<p>Carmichael et al schreiben auf S. 9: „The sublethal effects of direct oil exposure on dolphins have not been well documented […] and while perinatal and infant mortality has been associated with exposure to oil and other organic pollutants in some marine mammals, it has not been reported among dolphins.” Für konkrete Schlussfolgerungen sei weitere Forschung notwendig.</p>
<p>Kurz- und langfristige Auswirkungen von Öl auf marine Säugetiere sind sehr wohl beschrieben worden, z. B. nach der Exxon Valdez-Ölpest in Alaska (<strong>Matkin, C.O.</strong>, <strong>Saulitis, E.L.</strong>, <strong>Ellis, G.M.</strong>, Olesiuk, P., Rice, S.D. 2008. Ongoing population-level impacts on killer whales <em>Orcinus orca</em> following the &#8216;Exxon Valdez&#8217; oil spill in Prince William Sound, Alaska. <span style="text-decoration: underline;">Marine Ecology Progress Series</span>, 356:269-281. <a href="http://www.whalesalaska.org/docs/matkin-et-al-2008-meps.pdf">[PDF file]</a>).<br />
Orcas sind große Delphine, die Beobachtungen können definitiv auf die Großen Tümmler im Golf von Mexiko angewendet werden.<br />
Bei dieser Langzeit-Untersuchung ist u. a. auch explizit die verringerte Fruchtbarkeit als Folge des Öls benannt worden.</p>
<p>Toxikologische Untersuchungen haben immer wieder ergeben, dass aromatische Bestandteile des Erdöls bei Säugern u. a. Tieren Frucht schädigend sind. Diese Untersuchungen lassen ohne Zweifel die Schlussfolgerung zu, dass diese toxischen Substanzen auch bei Delphinen Frucht schädigend sind.<br />
Die vielen toxischen Komponenten von Erdöl haben umfangreiche pathogene Auswirkungen auf Lebewesen. Meeressäuger sind der Ölpest im Wasser sogar noch stärker ausgesetzt, denn sie nehmen die giftigen Bestandteile des Öls über die Haut, die Nahrung und beim Einatmen direkt auf und können sich dem nicht entziehen.<br />
Die <a title="UC Davis: Oiled Wildlife Care Network" href="http://www.vetmed.ucdavis.edu/owcn/oiled_wildlife/index.cfm" target="_blank">Veterinäre der UC Davis School of Medicine hatten zu Beginn der Deepwater Horizon-Ölpest eine ausgezeichnete Übersicht zusammengetragen, welche Auswirkungen das Öl auf marine Säuger hat</a>. <a href="http://blog.meertext.eu/2011/05/02/olpest-wie-schadet-erdol-den-meerestieren/"><br />
</a>Lesen Sie dazu auch den meertext-Beitrag: <a title="meertext: Wie schadet Öl den Meerestieren?" href="http://blog.meertext.eu/2011/05/02/olpest-wie-schadet-erdol-den-meerestieren/" target="_blank">&#8220;Wie schadet Öl den Meerestieren?&#8221;<br />
</a></p>
<p>Dazu gehören u. a.</p>
<ul>
<li>Anämie</li>
<li>Unterernährung</li>
<li>Leber- und Lungenschäden</li>
<li>ein insgesamt geschwächtes Immunsystem</li>
</ul>
<p>Alle diese Symptome werden auch in dem <a title="NOAAA: study shows some gulf dolphins severely ill" href="http://www.gulfspillrestoration.noaa.gov/2012/03/study-shows-some-gulf-dolphins-severely-ill/" target="_blank">Gesundheitscheck der Golf-Delphine </a>angegeben und von Carmichael et al zitiert.</p>
<p>Die erwarteten und beschriebenen Symptome sind deckungsgleich!<br />
Carmichaels Schlussfolgerung, die Gesundheitsprobleme der Delphine könnten eine Folge der Ölpest sein, dies sei aber wissenschaftlich nicht nachweisbar, dafür müsse weitere Forschung betrieben werden, ist darum nicht nachvollziehbar.</p>
<h4><strong>Alle Hinweise führen zur Deepwater Horizon-Ölpest</strong></h4>
<p>Einerseits ist ein direkter Nachweis der Todesursache bei einem verendeten Wal sehr schwierig.<br />
Eindeutige Todesursachen wie Netzmarken oder Schusswunden sind selten. Meistens haben die Tiere vielfältige Erkrankungen, die nur von Fachleuten in einem größeren Kontext interpretiert werden können. Außerdem sind die toten Tiere oft schon stark verwest.<br />
Auch Ölspuren an den Tierkörpern sind direkte Hinweise auf die Ursache. Im Fall der Deepwater Horizon-Ölpest hatte BP aber gefordert, dass die Ölspuren auch noch chemisch analysiert werden müssten, um das Öl definitiv ihrer explodierten Bohrinsel zuordnen zu können. Als ob ernsthaft verschiedene Verursacher in Frage gekommen wären…Hat es denn in diesem Zeitraum im Nördlichen Golf von Mexiko noch andere havarierte Bohrplattformen oder gesunkene Öltanker gegeben?</p>
<p>Es gibt keinen einzigen Hinweis, dass eine kurzzeitige Abkühlung der Meerestemperatur jemals zu einem  Delphinsterben geführt hat. Normalerweise sind die Tiere durch ihre dicke Blubberschicht ausreichend geschützt,  schwimmen in eine andere Regionen oder gleichen die Abkühlung durch ihren Stoffwechsel aus. Nur auf Tiere, die bereits durch Krankheiten und Unterernährung stark geschwächt waren, konnte das kalte Wasser derartig verheerende Folgen haben.<br />
Die Schlussfolgerung, dass der schlechte Gesundheitszustand der Tiere eine Folge der Ölpest war und es ohne die Ölpest 2011 kein weiteres Massensterben gegeben hätte, formulieren Carmichael et al nur sehr vage und eher versteckt. Die Gewichtung liegt nachdrücklich auf dem Kaltwasser-Event, der äußerst ausführlich dargestellt wird.<br />
Die kalten Wassertemperaturen waren aber nur noch der letzte Todesstoß für die kleinen Wale. Die Publikation relativiert und verharmlost die Folgen der größten Ölpest in US-Gewässern auf die Delphine.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
<p><strong><br clear="all" /> </strong></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Zusammenhang zwischen der Ölpest in 2010 und Delphinsterben in 2011 im Golf von Mexiko?</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2012/07/30/zusammenhang-zwischen-der-olpest-in-2010-und-delphinsterben-in-2011-im-golf-von-mexiko/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Jul 2012 09:17:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zu Beginn des Jahres 2011 strandeten an der Küste des Golfs von Mexiko ungewöhnlich viele tote Delphine: Zwischen Januar und April 2011 waren es 186 Große Tümmler (Tursiops truncatus), davon waren 86 perinatale Kälber („Perinatal“ ist der Zeitpunkt um den Geburtstermin herum.) Jetzt kommt eine erste wissenschaftliche Aufarbeitung: “Were Multiple Stressors a ‘Perfect Storm’ for [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Zu Beginn des Jahres 2011 strandeten an der Küste des Golfs von Mexiko ungewöhnlich viele tote Delphine: Zwischen Januar und April 2011 waren es 186 Große Tümmler (<em>Tursiops truncatus</em>), davon waren 86 perinatale Kälber („Perinatal“ ist der Zeitpunkt um den Geburtstermin herum.)<br />
Jetzt kommt eine erste wissenschaftliche Aufarbeitung: <a title="PLoS:Carmichael et al: Were multiple stressors a &quot;Perfect Storm&quot; for Northern Gulf of Mexico Bottlenose Dolphins [...]&quot;" href="http://www.ens-newswire.com/ens/mar2012/2012-03-30-091.html" target="_blank"><strong>“Were Multiple Stressors a ‘Perfect Storm’ for Northern Gulf of Mexico Bottlenose Dolphins (<em>Tursiops truncatus</em>) in 2011?”</strong> von Carmichael et al</a> im Online-Wissenschaftsmagazin PLoS. („Waren multiple Stress-Faktoren der „Perfekte Sturm“ für Großen Tümmler des Nördlichen Golf von Mexiko?“)</p>
<p>Die Untersuchungen beziehen sich auf die Totfunde an den Küsten der US-Bundesstaaten Alabama, Florida, Louisiana und Mississippi.<br />
Der Titel „Perfect Storm“ bezieht sich auf den gleichnamigen Roman von Sebastian Junger, in dem durch die Verkettung vieler unglücklicher Umstände letztendlich ein gewaltiger Sturm zum Untergang des Schwertfischfängers „Andrea Gail“ führt.</p>
<p>Die Strandungsrate von 186 Delphinen in vier Monaten ist signifikant höher als normal. Normalerweise werden<a title="NOAAA: study shows some gulf dolphins severely ill" href="http://www.gulfspillrestoration.noaa.gov/2012/03/study-shows-some-gulf-dolphins-severely-ill/" target="_blank"> durchschnittlich 74 tote Delphine </a>jährlich angespült. Ebenfalls ungewöhnlich ist der extrem hohe Anteil perinataler Kälber. Perinatal ist der Zeitpunkt nahe um den natürlichen Geburtstermin, bei Großen Tümmlern wird er durch die Länge von 115 cm definiert. Diese Tiere sind entweder Neugeborene oder voll entwickelte Totgeborene.<span id="more-281"></span></p>
<p>Die Autoren benennen drei verschiedene Ursachen, die als Gründe für die sehr hohe Delphinsterblichkeit 2011 in Frage kommen:</p>
<ol>
<li>Die außergewöhnlich niedrigen Wassertemperaturen</li>
<li>Einen erhöhten Süßwasserzustrom wegen der starken Schneeschmelze</li>
<li>DWHOS (Deepwater Horizon MC 252 oil spill) in 2010</li>
</ol>
<p>Die niedrigen Wassertemperaturen und der erhöhte Süßwasserzustrom fielen  regional und zeitlich in den Zeitraum der erhöhten Delphinsterblichkeit und werden als direkte mögliche Stressfaktoren diskutiert.<br />
Ozeanographen hatten dazu umfassendes Datenmaterial geliefert, das Carmichael et al ausführlich und mit zahlreichen graphischen Darstellungen in einen engen Kontext mit dem Delphinsterben setzen.<br />
Erst auf Seite 9 steht dann in wenigen Worten, dass Delphine in guter körperlicher Verfassung derartige Abkühlungen des Umgebungswassers gut vertragen können. Zurzeit gibt es nicht einen einzigen Hinweis darauf, dass jemals Delphine an niedrigen Wassertemperaturen gestorben sind.<br />
Die Delphine im Golf von Mexiko sind aber in keiner guten körperlichen Verfassung.  Ein <a title="NOAA: Study shos some gulf dolphins severely ill" href="http://www.gulfspillrestoration.noaa.gov/2012/03/study-shows-some-gulf-dolphins-severely-ill/" target="_blank">Gesundheitscheck unter 50 der dort ansässigen Delphine </a>ergab, dass die Tiere gesundheitlich in schlechtem Zustand waren. Demnach litten mehr als die Hälfte der untersuchten Großen Tümmler an</p>
<ul>
<li>Anämie</li>
<li>Unterernährung</li>
<li>Leber- und Lungenschäden</li>
<li>einem insgesamt geschwächten Immunsystem</li>
</ul>
<p>Carmichael et al weisen an dieser Stelle darauf hin, dass diese Symptome eventuell Spätfolgen des DWHOS sein könnten, dies aber nicht mit Sicherheit nachweisbar sei.<br />
Die Schlussfolgerung lautet, dass die niedrigen Wassertemperaturen die wesentliche, wenn auch vielleicht nicht einzige Ursache des Delphinmassensterbens mit dem sehr hohen Anteil von Neugeborenen 2011 sei.<br />
Insgesamt sei weitere Forschung nötig.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Tote Delphine zwischen Behörden und Umweltschutz</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2012/06/22/tote-delphine-zwischen-behorden-und-umweltschutz/</link>
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		<pubDate>Fri, 22 Jun 2012 19:44:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Gezerre um die toten Delphine und die Art der Vorgehensweise können nicht unkommentiert bleiben. Darum hier noch einmal meine persönliche Meinung dazu: Die Methoden der Probennahme, Bearbeitung und Analyse folgten keinem vertrauenswürdigen Protokoll. Dadurch hatten auch später hinzugezogene Experten keine Möglichkeit mehr, zu tragfähigen Resultaten zu kommen. Die Datensammlung war und ist aufgrund der [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das Gezerre um die toten Delphine und die Art der Vorgehensweise können nicht unkommentiert bleiben.<br />
Darum hier noch einmal meine persönliche Meinung dazu:</p>
<p>Die Methoden der Probennahme, Bearbeitung und Analyse folgten keinem vertrauenswürdigen Protokoll. Dadurch hatten auch später hinzugezogene Experten keine Möglichkeit mehr, zu tragfähigen Resultaten zu kommen. Die Datensammlung war und ist aufgrund der Unvorbereitetheit und Unkenntnis über die korrekten Verfahrensweisen und Protokolle unbrauchbar. <span id="more-276"></span><br />
Dabei gibt es in anderen Ländern ein detailliertes Prozedere, wie in solchen Fällen vorgegangen werden muss, um verwertbare Daten zu erhalten. Dieses Offenlegen der Methodik ist ein Kernelement wissenschaftlicher Vorgehensweise. Die Methoden werden auf internationalen Konferenzen vorgestellt und viele Arbeitsgruppen sind bereit, andere Kollegen darin zu unterweisen. Der Schutz der Wale braucht weit reichende und internationale Kooperationen und Unterstützungen.<br />
Zusätzlich verursacht die Vorgehensweise sowohl der beteiligten offiziellen Stellen als auch der Umweltschutzgruppen bei mir einen üblen Nachgeschmack von Voreingenommenheit und umfassender Unprofessionalität.</p>
<p>Es ist gut, dass es Menschen gibt, die sich im Walschutz engagieren. Ein effektiver Walschutz bedeutet aber, dass sie bei Anschuldigungen auch tragfähige Beweise vorlegen können. Sonst sind sie nicht glaubwürdig. Und keine große Hilfe für den Schutz der Wale.</p>
<p>Die Einstellung des peruanischen Umweltministeriums, Delphin-Massensterben kämen eben vor und seien dadurch nicht weiter Besorgnis erregend, zeugt von ungeheurer Ignoranz, wenn nicht Dummheit. Jeder Waltod hat seine eigene Geschichte, die nur von Fachleuten rekonstruiert werden kann. Meerestiere sind ein Frühwarnsystem für ökologische Umbrüche und Probleme. Ein Land wie Peru, das so abhängig von der Fischerei ist, müsste solche Vorkommnisse überaus ernst nehmen.</p>
<p>Es bleibt nur zu hoffen, dass irgendjemand in Peru und anderen Staaten daraus etwas gelernt hat und nun auch tätig wird, um bei einem weiteren Massensterben die Unglücksursache ermitteln zu können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die toten Delphine von Peru – Todesursache ungeklärt</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Jun 2012 19:40:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ozean]]></category>
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		<category><![CDATA[Zoologie]]></category>
		<category><![CDATA[Delphine]]></category>
		<category><![CDATA[Sonar]]></category>
		<category><![CDATA[Strandungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Massensterben der Meerestiere hat mich verfolgt. Fast 1000 Delphine tot durch akustisches Trauma? Mein Thema! Ich sammelte die wenigen Informationsbrocken, die ich fand. Unbefriedigend. Im April stieß ich auf der marmam-mailing-Liste auf eine mail einer englischen Kollegin, die um alle vorhandenen Informationen bat. Ich schickte ihr meine Bruchstücke zu, sie sammelte weiter und gab [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das Massensterben der Meerestiere hat mich verfolgt.<br />
Fast 1000 Delphine tot durch akustisches Trauma?<br />
Mein Thema!<br />
Ich sammelte die wenigen Informationsbrocken, die ich fand. Unbefriedigend.</p>
<p>Im April stieß ich auf der <a title="marman mailing Liste" href="https://lists.uvic.ca/mailman/listinfo/marmam" target="_blank">marmam</a>-mailing-Liste auf eine mail einer englischen Kollegin, die um alle vorhandenen Informationen bat. Ich schickte ihr meine Bruchstücke zu, sie sammelte weiter und gab mir kurze Zeit später einen Abschlußbericht.</p>
<p>Der Tod der 877 Delphine und fast 3000 Pelikane ist eine üble Angelegenheit.<br />
Die Untersuchung der Ursachen ist ein Lehrstück von Schlamperei und Unprofessionalität, das mich fassungslos macht.<br />
Und wütend.<br />
Diese Informationen müssen in die Öffentlichkeit.<br />
Darum habe ich diesen – sehr langen – Blogeintrag geschrieben.<br />
Und hinterher noch einen Kommentar:<br />
Doch lesen Sie selbst&#8230;</p>
<p><strong>Was ist vor der Küste Perus passiert?</strong></p>
<p>Zwischen Anfang Februar und den ersten 2 Aprilwochen 2012 wurden 877 tote Delphine über einen 100 Meilen langen Abschnitt zwischen Piura und Lambayeque, 500 Meilen nördlich von Lima,  an der Küste Perus angeschwemmt. Die toten Delphine waren zu 97% Langschnäuzige Gemeine Delphine (<em>Delphinus capensis</em>), eine von 6 regionalen Delphin-Arten. <span id="more-274"></span></p>
<p>Wenig später waren, etwas weiter nördlich, auch noch 4000 tote Pelikane angespült worden.<br />
Der TheGuardian-Artikel „<a title="The Guardian: Peru´s mysterious dolphin and pelican deaths - in pictures" href="http://www.guardian.co.uk/environment/gallery/2012/may/09/peru-marine-wildlife-oceans-environment?newsfeed=true#/?picture=389614999&amp;index=16" target="_blank">Peru&#8217;s mysterious dolphin and pelican deaths &#8211; in pictures</a>“ zeigt die erschreckenden Bilder des tausendfachen Tiertods.</p>
<p>Nach Angaben örtlicher <a title="BBC Margarita Rodriguez" href="http://www.bbc.co.uk/news/world-latin-america-16986467" target="_blank">Fischer in einem BBC-Beitrag</a> von Margarita Rodriguez leben die Delphine weiter entfernt von der Küste im offenen Meer, an der Küste sind sie nur sehr selten zu sehen.<br />
<a title="deep sea news" href="http://deepseanews.com/2012/05/whats-is-perus-dolphin-and-pelican-die-off-telling-us/" target="_blank">Fischerei-Experten berichteten außerdem, dass das Oberflächenwasser in diesem Jahr mehr als 10 F wärmer war als sonst.</a> Die großen Anchovetta-Schwärme (Peruanische Anchovis) hätten sich deshalb in tiefere Wasserschichten zurückgezogen. Dadurch waren sie außerhalb der Reichweite der tauchend fischenden Pelikane. Die Pelikane sollen dadurch verhungert sein. Neben Pelikanen waren auch andere im Meer jagende Vögel wie Kormorane betroffen, allerdings in weit geringerem Ausmaß.</p>
<h4><strong>Tod durch akustischen Schock?</strong></h4>
<p>Das in Houston, USA, ansässige Unternehmen BPZ Energy hatte, nach Firmenangaben, zwischen dem 07. Februar und dem 08. April 2012 eine <a title="Seismic Survey" href="http://parkseismic.com/Whatisseismicsurvey.html" target="_blank">akustische seismische Erkundung</a> durchgeführt. <a title="Deep Sea News" href="http://deepseanews.com/2012/05/whats-is-perus-dolphin-and-pelican-die-off-telling-us/" target="_blank">Die Geräte seien zwischen dem 31.Januar und dem 07. Februar 80 Meilen (80 to 130 Kilometer) vor der Küste getestet und die Instrumente kalibriert worden.</a> Bei dieser seismischen Erkundung hatte die BPZ zur Erkundung unterseeischer Ölvorkommen die dabei üblichen Unterwasser-Explosionen eingesetzt.</p>
<p>Extrem laute Geräusche können bei Walen ein akustisches Trauma hervorgerufen, bei ihrer Flucht vor der Lärmursache tauchen Wale dann sehr schnell auf, es kann im Körpergewebe zu Gas-Embolien kommen, die zum qualvollen Tod der Tiere führen können. In den vergangenen Jahren hatte es wiederholt durch Sonareinsätze der Marine Dutzende von Todesfällen unter Walen gegeben. Dabei waren vor allem die tief tauchenden Schnabelwal-Spezies schwer getroffen worden.</p>
<p>(Lesen Sie dazu die meertext-Beiträge<br />
<a title="meertext: Schnabelwalstrandungen durch Sonar (&quot;)?" href="http://blog.meertext.eu/2011/12/29/schnabelwal-strandungen-durch-sonar-2/" target="_blank">„Schnabelwalstrandungen durch Sonar (1)?“<br />
„Schnabelwalstrandungen durch Sonar (2)?“</a>)</p>
<p>Die Umweltschützer waren sensibilisiert: Die Umweltschutzorganisation ORCA erhob schnell Anschuldigungen gegenüber der Erdölindustrie: Die Tiere sollten durch den seismischen Survey der Öl-Explorationsfirma gestorben sein. <a title="independant: mystery of mass dolphin deaths in peru" href="http://www.independent.co.uk/environment/nature/mystery-of-mass-dolphin-deaths-in-peru-7668396.html" target="_blank">Carlos Yaipen-Llanos von ORCA, die einen Schwerpunkt auf dem Wal- und Delphinschutz hat, sagte, dass einige der Delphine zerbrochene Gehörknochen hätten, was auf ein akustisches Trauma hindeuten würde.</a><br />
Damit wären die fast 900 Delphine durch von Menschen verursachte Schallwellen getötet worden.<br />
Ein schwerer Vorwurf.</p>
<h4><strong>Tod durch natürliche Ursachen?</strong></h4>
<p>Der peruanische Umweltminister (Peru&#8217;s Deputy Environment Minister) Gabriel Quijandria widersprach umgehend und vehement und führte als Gründe für das Massensterben der kleinen Wale giftige Algen, ungewöhnliche ozeanographische Bedingungen und Krankheiten wie <em>Morbillivirus</em> an.</p>
<p>Auf den öffentlichen Druck durch die internationale Berichterstattung hin machten sich Mitte April dann auch die peruanischen Behörden an die Probennahme und Untersuchung der toten Meeressäuger.<br />
Die Analysen wurden durchgeführt in den Labors der Peruvian Ocean Institute (IMARPE); the Fisheries Technology Institute of Peru (ITP); The Center for Information, Toxicological Control and Support for Environmental Management (CICOTOX) of the Faculty of Pharmacy and Biochemistry of the Major National University of San Marcos (UNMSM); the Faculty of Veterinary Medicine and Husbandry of the Cayetano Heredia Peruvian University (UPCH) und dem privaten Veterinär-Labor VetDiagnostics.</p>
<p>Die offiziellen Stellen in Peru führten umfangreiche ozeanographische Daten an, um die Behauptung zu untermauern, dass im entsprechenden Zeitraum sehr ungewöhnliche ökologische Bedingungen in dem entsprechenden Seegebiet herrschten. Weiterhin zählten sie wieder andere natürliche Todesursachen wie Giftalgenblüten oder Virusinfektionen auf.</p>
<h4><strong>Die toten Delphine von Peru – mehr Fragen als Antworten</strong></h4>
<p>Tatsächlich sprechen die Fakten gegen das Massensterben durch ein akustisches Trauma:<br />
Die ersten Delphin-Kadaver sollen bereits vor dem Beginn des akustischen Surveys angespült worden seien.<br />
Weiterhin deuten die zerbrochenen Gehörknochen nicht automatisch auf ein akustisches Trauma hin, sondern sind nach den Erfahrungen nordamerikanischer und europäischer Wal-Experten ein natürliches Resultat des Verwesungsprozesses. Verletzungen im Ohr-Bereich können nur bis etwa 2 Stunden nach dem Tod des Tieres sicher nachgewiesen werden. Die angespülten Delphine befanden sich aber in einem fortgeschrittenen Verwesungsprozess, wie die <a title="Guardian: Peru´s mysterious dolphin and pelican deaths - in pictures" href="http://www.guardian.co.uk/environment/gallery/2012/may/09/peru-marine-wildlife-oceans-environment?newsfeed=true#/?picture=389614999&amp;index=16" target="_blank">Bilder</a> deutlich zeigen.</p>
<p>Aus dem gleichen Grund ist auch ein histologischer Nachweis für durch Gasembolien verletzte Gewebe nicht mehr möglich gewesen. Die Gewebe waren zu stark verwest.</p>
<p>Der Blogeintrag<a title="deep sea news:What is Peru´s dolphin and pelican die-off telling us?" href="http://deepseanews.com/2012/05/whats-is-perus-dolphin-and-pelican-die-off-telling-us/" target="_blank"> “What is Peru’s dolphin and pelican die-off telling us?”</a> auf Deep-Sea News weist darauf hin, dass es für den Tod von 900 Delphinen und 4000 Pelikanen nicht zwangsläufig eine einzige Ursache geben muss, es könnten auch mehrere unglückliche Umstände zusammen gekommen sein. Der Interviewpartner, <a title="GB" href="http://www.georgiaaquarium.org/newsroom/experts/bossart.aspx" target="_blank">Dr. Greg Bossart </a>ist Chief Veterinary Officer und Senior Vice President des Georgia Aquariums und sicherlich ein kompetenter und erfahrener Wal-Spezialist.<br />
Eine monokausale Erklärung wäre natürlich einfach, aber Biologie ist meistens nicht so einfach. Multikausale Erklärungen sind wesentlich komplexer und schwieriger nachzuweisen. Durch eine Verkettung mehrerer Ursachen lassen sich Todesursachen bei marinen Säugetieren oft nur sehr schwierig nachweisen.<br />
Dies ist einer der wenigen Beiträge zum Thema, der echte Sachkenntnis zeigt.</p>
<h4><strong>Massentod durch Morbillivirus?</strong></h4>
<p><strong>Die wahrscheinlichste Erklärung dürfte nach Ansicht mehrerer Wal-Experten eine massive <em>Morbillivirus</em>-Infektion innerhalb einer regionalen Delphingruppe gewesen sein.</strong><br />
Das würde u. a. erklären, warum nur eine Spezies – der Langschnäuzige Gemeine Delphin &#8211; betroffen war. <a title="Raga: Dolphin Morbillivirus Epizootic Resurgence, Mediterranean Sea" href="http://wwwnc.cdc.gov/eid/article/14/3/07-1230_article.htm" target="_blank">Dieser Virus ist zwar schon bei verschiedenen Wal-Arten nachgewiesen worden</a>, aber nicht bei allen.</p>
<p>Und es ist schon häufiger vorgekommen, dass es bei einer Art zu einem Massensterben führte, während andere Arten im gleichen Lebensraum keine gesundheitlichen Probleme zeigten.</p>
<p>Der Abschlußbericht von <a title="IMARPE" href="http://www.imarpe.pe/imarpe/index.php" target="_blank">IMARPE</a> (Peruvian Ocean Institute) fasst zusammen: &#8220;Seems like this may be a lost case. Getting to the bottom of the cause of death is VERY hard right now because the bottom line is that sample collection, manipulation and analyses have not followed adequate (trustworthy) protocols. Experts cannot draw final conclusions because of lack of information&#8221;.</p>
<p>Aus den vorliegenden Fakten und Vorgehensweisen können seriöse Wissenschaftler und Walschützer leider nur einen Schluss ziehen:<br />
“So unfortunately we not be able to get to the bottom of what caused this mortality event, however I remain sceptical that it was due to seismic operations in the area, not least because those operations did not start until after the first dolphins began washing up!” kommentierte eine Mitarbeiterin von Marine Mammal Research Unit, Fisheries Centre, University of British Columbia.</p>
<p><strong>Ein hartes Urteil.<br />
</strong>Aber leider zutreffend.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><strong>Quellenangaben:</strong><br />
Neben den angegebenen Quellen sind die Quellen der IMARPE-Abschlußbericht (in Spanisch), eine Zusammenfassung in Englisch, inoffizielle Schriftwechsel und mündliche Aussagen verschiedener Wal-Experten deutscher, englischer und nordamerikanischer Forschungsinstitute.</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Cap Rouge Day – Bon anniversaire, Jacques-Yves Cousteau!</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2012/06/11/cap-rouge-day-%e2%80%93-bon-anniversaire-jacques-yves-cousteau/</link>
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		<pubDate>Mon, 11 Jun 2012 07:04:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meeresforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Meeresschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Ozean]]></category>

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		<description><![CDATA[Der berühmte Meeresaktivist mit der unverwechselbaren roten Mütze hat heute Geburtstag! Er wäre heute 102 Jahr alt geworden. Cousteau war der Held meiner Kindheit, seine Filme und Bücher haben mich mit der Liebe zur Meeresbiologe infiziert, diese frühkindliche Prägung wirkt bis heute nach. Seine Vorgehensweise war denkbar einfach und schlagkräftig: Auf dem tapferen kleinen Schiff [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der berühmte Meeresaktivist mit der unverwechselbaren roten Mütze hat heute Geburtstag!<br />
Er wäre heute 102 Jahr alt geworden. Cousteau war der Held meiner Kindheit, seine Filme und Bücher haben mich mit der Liebe zur Meeresbiologe infiziert, diese frühkindliche Prägung wirkt bis heute nach.</p>
<p>Seine Vorgehensweise war denkbar einfach und schlagkräftig:<span id="more-195"></span></p>
<p>Auf dem tapferen kleinen Schiff „Calypso“ versammelte  &#8220;Commandant Cousteau&#8221; bärtige, rot bemützte Männer und dann ging es los, wie einst Odysseus mit seinen treuen Gefährten. Ran an den Wal/den Hai/die Korallen, oder was auch immer und ab in Gegenden wie das Rote Meer oder andere exotische Orte, von denen ich als Kind noch nicht einmal wusste, wo sie auf dem Atlas zu finden waren. Für mich war er der Forscher schlechthin: ein tollkühner Seefahrer, der im Neopren auch dem fiesesten Hai entgegentrat und für Orcas auf der Gitarre spielte.</p>
<p>Viel, viel später, in meinem eigenen Studium, dämmerte mir allmählich, dass Forschung eigentlich gaaaaanz anders geht.<br />
Aber da war ich schon mit der Liebe zum Meer und seinen Getümen und Ungetümen unrettbar angesteckt…</p>
<p>Zur Erinnerung an Cousteau, den Meereshelden mit der Roten Mütze, ist seit 2010 sein Geburtstag, der 11.06. der „Cap Rouge Day“.<br />
Seine Anhänger tragen an diesem Tag eine rote Seemannnsmütze: eine unübersehbare Aktion zum Schutz der Ozeane!</p>
<p>Jacques Cousteau war der der erste echte Vermarktungsexperte für den Meeresschutz, seine Filme waren echte kleine Abenteuerfilme mit geschickter Dramaturgie.<br />
Eine wunderbare Hommage an Cousteau und sein Meeres-Marketing ist der Film „<a title="The Life Aquatic With Steve Zissou" href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Life_Aquatic_with_Steve_Zissou" target="_blank">The Life Aquatic With Steve Zissou</a>” (deutsch: Die Tiefseetaucher).</p>
<p><strong>Also: Heute Rote Mütze zeigen!<br />
Macht Euch Mützlich!<br />
</strong></p>
<p><em> Bettina Wurche</em></p>
<p><strong>Mehr Informationen zum Cap Rouge Day:</strong></p>
<p><a href="http://www.caprougeday.org/">http://www.caprougeday.org/</a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Pottwale meiden Deepwater Horizon</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2012/04/17/pottwale-meiden-deepwater-horizon/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 06:54:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meeresschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Ölpest Golf von Mexiko]]></category>
		<category><![CDATA[Ozean]]></category>
		<category><![CDATA[Pottwale]]></category>
		<category><![CDATA[Pottwal]]></category>
		<category><![CDATA[Wale]]></category>

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		<description><![CDATA[Pottwale (Physeter macrocephalus) sind gewaltige graue Kolosse, die in allen Weltmeeren leben. Die tief tauchenden Wale schwimmen den größten Teil des Jahres überwiegend nach Geschlechtern getrennt: Die Männchen halten sich in den nahrungsreichen subpolare und polaren Gewässern auf, und die Weibchen und Jungtiere leben in sozialen Gemeinschaften in wärmeren Gewässern. Auch im Golf von Mexiko [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong></strong>Pottwale (<em>Physeter macrocephalus</em>) sind gewaltige graue Kolosse, die in allen Weltmeeren leben. Die tief tauchenden Wale schwimmen den größten Teil des Jahres überwiegend nach Geschlechtern getrennt: Die Männchen halten sich in den nahrungsreichen subpolare und polaren Gewässern auf, und die Weibchen und Jungtiere leben in sozialen Gemeinschaften in wärmeren Gewässern. Auch im Golf von Mexiko gibt es eine große Pottwal-Population. Während der verheerenden Ölpest nach der Explosion der Deepwater Horizon vor fast zwei Jahren waren zwei tote Pottwale angespült worden.</p>
<p>Durch ihre Lebensweise im offenen Ozean und ihre langen und tiefen Tauchgänge sind Pottwale schwierig zu beobachten. Darum nutzen Wissenschaftler für die Untersuchung ihrer Verbreitungsgebiete und Bestände oft akustische Methoden, mit denen sie die Lautäußerungen der Tiere verfolgen.<br />
Pottwale haben keine „Gesänge“ oder andere komplexe Lautäußerungen wie viele andere Wale, diese größten Zahnwale geben vor allem so genannte “clicks“ ab.</p>
<p>Eine Arbeitsgruppe der Universität Louisiana hat die Laute der Pottwale im Golf von Mexiko mit einem passiven akustischen Survey untersucht: <span id="more-263"></span><br />
Dazu wird ein Netz oder eine Kette aus Bojen mit Hydrophonen (Unterwassermikrophonen) im Wasser aufgestellt. Diese Hydrophone nehmen dann die Laute der Wale auf. Aus den Lauten können Spezies, Anzahl, Wassertiefe und Fortbewegung bestimmt werden, das ermöglicht wichtige Informationen zum Bestand und der Verbreitung der Wale.</p>
<p>Solche passiven akustischen Surveys sind zuverlässig, da witterungsunabhängig, und wesentlich kostengünstiger als Bestandsschätzungen von Schiffen oder Flugzeugen aus. Der Louisiana-Pottwalbestand ist 2001, 2002, 2007 und 2010 untersucht worden. Die Daten aus den Jahren 2007 und 2010 ermöglichen den Vergleich des Pottwalbestands vor und nach der Explosion der Deepwater Horizon. Die statistische Auswertung von Bojen, die 9 bzw. 25 Meilen vom Standort der explodierten Bohrinsel entfernt sind, ergibt klar: Die akustische Aktivität der Pottwale im Bereich der 9-Meilen Boje ist um den Faktor zwei zurückgegangen. Dafür hat die akustische Aktivität im Bereich der 25 Meilen entfernten Boje signifikant zugenommen.</p>
<p>Das ist für die Wissenschaftler ein klarer Hinweis darauf, dass die Pottwal-Population sich von der havarierten Bohrinsel weg bewegt hat.</p>
<p>Über die genauen Gründe dieser Ausweichbewegung kann bisher nur spekuliert werden: Möglicherweise sind die Kalmare, die Nahrung der Pottwale, weiter gezogen. Und die Wale sind ihrem Lieblingsessen dann einfach gefolgt.</p>
<p><em>Quelle:</em></p>
<p>Azmy S. Ackleh<sup>1</sup>, George E. Ioup<sup>2</sup>, Juliette W. Ioup<sup>2</sup>, Baoling Ma<sup>1</sup>, Joal J. Newcomb<sup>3</sup>, Nabendu Pal<sup>1</sup>, Natalia A. Sidorovskaia<sup>4</sup>, and Christopher Tiemann<sup>5</sup>: “<a title="Assessing the Deepwater Horizon oil spill impact on marine mammal population through acoustics: Endangered sperm whales" href="http://asadl.org/jasa/resource/1/jasman/v131/i3/p2306_s1?isAuthorized=no" target="_blank">Assessing the Deepwater Horizon oil spill impact on marine mammal population through acoustics: Endangered sperm whales</a>”. J. Acoust. Soc. Am. Volume 131, Issue 3, pp. 2306-2314 (2012);</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Schnabelwal-Strandungen durch Sonar (2)?</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2011/12/29/schnabelwal-strandungen-durch-sonar-2/</link>
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		<pubDate>Thu, 29 Dec 2011 11:24:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meeresschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Ozean]]></category>
		<category><![CDATA[Schnabelwale]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 01.12.2011 hatte der griechische Wal-Biologe Dr. Alexandros Frantzis (Scientific Director, Pelagos Cetacean Research Institute) gemeldet, dass am 30.11.2011 im Mittelmeer wieder Cuvier-Schnabelwale gestrandet sind und ein Zusammenhang mit einem Marine-Manöver und dem Einsatz von Sonar äußerst wahrscheinlich ist. Die Tiere sind lebendig gestrandet, konnten aber nicht gerettet werden. Aufgrundes sehr guten Zustands der toten [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Am 01.12.2011 hatte der griechische Wal-Biologe Dr. Alexandros Frantzis (Scientific Director, Pelagos Cetacean Research Institute) gemeldet, dass am 30.11.2011 im Mittelmeer wieder Cuvier-Schnabelwale gestrandet sind und ein Zusammenhang mit einem Marine-Manöver und dem Einsatz von Sonar äußerst wahrscheinlich ist.<br /> Die Tiere sind lebendig gestrandet, konnten aber nicht gerettet werden.</p>
<p>Aufgrundes sehr guten Zustands der toten Wale wird erwartet, dass die Nekropsie, die durch Prof. Fernandez ( Facultad de Veterinaria &#8211; Universidad de Las Palmas de Gran Canaria) und sein Team durchgeführt werden, verwertbare Ergebnisse, z. B, die Todesursache, erbringen wird.</p>
<p>Nur wenige Tage später kam die neue Meldung, dass auf der griechischen Seite des Ionischen Grabens weitere Cuvier-Schnabelwale gestrandet seien. Diesmal handelte es sich um Totstrandungen. Der Verwesungszustand deutet darauf hin, dass sie im gleichen Zeitfenster gestorben sind, in dem die Strandung der anderen Tiere stattfand. Darum ist es äußerst wahrscheinlich, dass beide Vorkommnisse zusammenhängen und die Tiere aufgrund der gleichen Ursache gestrandet bzw. verstorben sind.</p>
<p>Hier die Originalmeldung von Alexandros Franztis (über lists.uvic.ca)<br /> &#8220;Dear all,<br /> This is to let you know that more animals have stranded along the west coasts of Corfu during the last two days. Yesterday, 6 December three more animals stranded along the coasts. Two of them stranded in the same beach and one stranded alone 9.3 km further north. Today, one more animal was found in another beach.</p>
<p>All new animals were found dead (in contrast to previous ones) and their decomposition state indicates that their death occurred approximately at the same time with the animals found stranded the 30 November. All new stranding positions were spread between the northern and southern positions that we had already reported. Efforts are made by Dr. A. Komnenou (School of Veterinary Medicine, University of Thessaloniki) to co-ordinate local veterinarians in order to collect tissue samples from the new animals.</p>
<p>The number of whales involved in the mass stranding, which have been recorded so far, is seven or eight for Corfu (Greece) plus two in Italy. It is reasonable to think that there are more animals in the pelagic waters of the Ionian Sea, which may never reach the coasts. The local and apparently small Ionian population unit has suffered three stranding events coinciding in time and space with use of military sonar in the past (plus one in east Sicily earlier this year). There should be little doubt (if any) that the cumulative damage at the population level is high.</p>
<p>Best wishes,<br /> Alexandros&#8221;</p>
<p>Franztis Befürchtigung, dass die kleine Population der Cuvier-Schnabelwale im Ionischen Meer ihrem Aussterben entgegen geht, ist dadurch leider nachdücklich bestätigt worden.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
</p>
<p><img src="data:image/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABYAAAAUCAYAAACJfM0wAAAABHNCSVQICAgIfAhkiAAAAAlwSFlzAAAK8AAACvABQqw0mAAAAB90RVh0U29mdHdhcmUATWFjcm9tZWRpYSBGaXJld29ya3MgOLVo0ngAAAAWdEVYdENyZWF0aW9uIFRpbWUAMDQvMDQvMDhrK9wWAAACLklEQVQ4jbXUP0wTcRQH8O/9ekdjkT8CUqpee00bRyNNmSRSV0PcJJoQg2i6ODTExEUHg04OaNSppqtCjQ4ukDSKSuLUwcm4NNZcQYsIGtD+u/f7MZSWXltqo/Ul7/JL7u7z3r3fLye53e5xj8ejoYWRSCSSstfr1YLBYHcr4XA4rMmMMciy3EoXjDHIjDEoivL/4fefrP1P3nYEvqzLajOIo8fQz5/cfH3cnVttCM8udQaODBxQFx44Ye9h4HxvdGWtgMlbSXV2SQoMHf0RNcGSJJlmvPLdos7fdyIWL+D5myx+ZwwUDAIRh2EU1wYRFItA6FwvIjdcGJr4qFYakiSBlTavlABwsJth7mUWmSyBOAfnAkQE4gKccxBx/MoYmHmcxuH+NgAwGQ03j3NeRjjnoGqcC/zcIgghAMBkNISJuKlbEy4EaKdoKerC5nNMxQdlgVx+t0siKhYQovwV1rbdtyoNxlhxxoqilBMA0uuES6Pt6NqP2hHsoDarhJuXD2F5NV/uuJR1T4XLzvTJ25/VyHUnzgzba0YkKq6pdB4T00m47EyvPhU1M54asy3ee5o55bvwQQWAr/PHMBfbQGhGrykCANqARZ8asy3+ccYjg/K3kcF9UQAYvrJ29dmrDUxHlnOxu72P+rpYrq5eFU39K649TCF0tnPB0WdtCt2z48rQHIp+8XTHu9ET7alm0aY6fnFHjda98a/w3wZjDJLP5xv3+/1aK+F4PJ7cBm32CUNiyI2GAAAAAElFTkSuQmCC" style="position: absolute; visibility: visible; color: transparent; margin: 0px; border: medium none; z-index: 2147483647; left: 105px; top: 550px;" id="sm-target-image"></p>
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		<item>
		<title>Schnabelwal-Strandungen durch Sonar (1)?</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2011/12/04/schnabelwal-strandungen-durch-sonar/</link>
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		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 18:51:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meeresschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Schnabelwale]]></category>
		<category><![CDATA[Wale]]></category>
		<category><![CDATA[Sonar]]></category>
		<category><![CDATA[Strandungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Schnabelwale sind, neben den Pottwalen, die Tieftaucher unter den Walen. Seit 1996 gibt es immer wieder weltweit Massenstrandungen von Schnabelwalen und anderen Walarten zeitgleich mit NATO-Manövern. Seriöse Wissenschaftler machen die moderne Sonartechnik der NATO für den vielfachen Waltod verantwortlich: das Low Frequency Active Sonar (LFAS), das über große Entfernungen und bin in große Tiefen U-Boote [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Schnabelwale sind, neben den Pottwalen, die Tieftaucher unter den Walen.<br />
Seit 1996 gibt es immer wieder weltweit Massenstrandungen von Schnabelwalen und anderen Walarten zeitgleich mit NATO-Manövern. Seriöse Wissenschaftler machen die </span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">moderne Sonartechnik der NATO für den vielfachen Waltod verantwortlich: das Low Frequency Active Sonar (LFAS), das über große Entfernungen und bin in große Tiefen U-Boote orten soll.</span></p>
<p><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Am 30.11.2011 sind im Mittelmeer wieder drei der seltenen Cuvier-Schabelwale (<em>Ziphius cavirostris</em>) gestrandet und verendet.</span></strong></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Der griechische Wissenschaftler Dr. Alexandros Frantzis, der sich seit über 10 Jahren mit dem mutmaßlich durch LFAS verursachten Waltod beschäftigt, hat am 01.12.2011 die Europäischen Walforscher der ECS (ECS: European Cetacean Society) über diese Strandungen informiert. Zum zweiten Mal innerhab eines sehr kurzen Zeitraums ist die kleine Population der Cuvier-Schnabelwale der Ionischen See betroffen, die letzte Strandung war im Februar 2011 (Quelle: Diskussion der ECS-discussion list).<span id="more-231"></span></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Mittlerweile ist bekannt geworden, dass auch diesmal ein Marine-Manöver in dem entsprechenden Seegebiet stattgefunden hat: Nach Aussage von</span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"> Dr. Michael Jasny, Senior Policy Analyst, Natural Resources Defense Council vom 02.12.2011 hat an d</span></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">em Manöver mindestens eine italienische Fregatte mit zwei aktiven Sonarsystemen aus US-Navy-Produktion teilgenommen (Quelle: Diskussion der ECS-discussion list).</span> <!--more--></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Alexandros Frantzis hält sowohl militärisch genutztes Sonar als auch die zivile seismische Erkundung (z. B. in der Ölsuche) für eine akute Gefahrenquelle in dem Meeresgebiet der östlichen Ionischen See (Hellenic Trench) mit seinen tief tauchenden Walarten: Nach Frantzis ist die kleine Population der Cuvier-Schnabelwale der Ionischen See durch die Strandungen der letzen Jahre ernsthaft in ihrem Bestand gefährdet. Seit 2007 wird von </span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">ACCOBAMS die</span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"> Einrichtung eines Schutzgebiets in diesem Meeresgraben gefordert </span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">(ACCOBAMS: </span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Agreement on the Conservation of Cetaceans of the Black Sea, Mediterranean Sea and Contiguous Atlantic Area -</span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><em>Übereinkommen zum Schutz der Wale des Schwarzen Meeres, des Mittelmeeres und der angrenzenden Atlantischen Zonen).</em></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><em><strong><br />
</strong></em></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Leider, so Frantzis, ist diese Forderung bis heute nicht umgesetzt worden.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Der international renommierte italienische Wal-Experte Dr.</span><span style="font-family: Helvetica,Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Giuseppe Notarbartolo di Sciara </span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">hat sofort nach dem Bekanntwerden der Strandungen noch am 02.12.2011 einen Brief an das ACCOBAMS-Sekretariat verfaßt: Er drückt seine Besorgnis aus und fordert das Sekretariat auf, den Schutz der Cuvier-Schnabelwale und anderer Spezies nachdrücklich voranzutreiben (Quelle: Diskussion der ECS-discussion list).</span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<h4><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Schnabelwale – bedroht und geheimnisvoll</strong></span></h4>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Schnabelwale (Ziphiidae) sind mittelgroßen Zahnwale, sie leben fernab der Küsten in tiefen Gewässern und sind in der Öffentlichkeit wenig bekannt. Die Schnabelwal-Forschung konnte in den letzten 10 Jahren u. a. durch technische Fortschritte in der Bioakustik große Fortschritte machen: die Tiere können nun akustisch aufgespürt und bei ihren tiefen Tauchgängen verfolgt werden. Sie jagen Tintenfische und Fische, manche Arten können bis 90 Minuten und fast 2000 Meter tief tauchen (Handbook of Marine Mammals, Vol. 4: River Dolphins and the Lagrer Toothed Whales, edt. Ridgway, Harrsion).</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Schnabelwale sind langlebig und haben eine geringe Fortpflanzungsrate, darum sind ihre Bestände sehr klein.<br />
Sie stranden selten und nur vereinzelt an den Küsten. Es gibt weltweit vor 1996 keinen einzigen Nachweis auf eine Massenstrandung dieser Walarten, wie sie etwa von Grindwalen, Pilotwalen und Pottwalen immer bekannt sind und auch aus historischen Quellen über die letzten Jahrhunderte überliefert wurden </span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">(</span></span><a title="Podesta et al: A review of Cuvier`s beaked whale strandings in the Mediterranean Sea" href="http://www.nmfs.noaa.gov/pr/health/noise/docs/podesta_mediterranean.pdf" target="_blank"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Podesta et al</span></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">: „A review of Cuvier’s beaked whale strandings in the Mediterranean Sea“; </span></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><em>J. CETACEAN RES. MANAGE. </em></span></span></a><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><a title="Podesta et al: A review of Cuvier`s beaked whale strandings in the Mediterranean Sea" href="http://www.nmfs.noaa.gov/pr/health/noise/docs/podesta_mediterranean.pdf" target="_blank">7(3):251–261, 2006</a>)</span></span></p>
<h4><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Sonar-Aktivitäten und Waltod</strong></span></h4>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Der Cuvier-Schnabelwal lebt unter anderem in europäischen Gewässern, also im Atlantik und Mittelmeer.<br />
1996 fand die erste Massenstrandung dieser Zahnwale an den Stränden der griechischen Inseln statt, 12 Tiere starben.<br />
Die Wale waren an massiven Blutungen im Gehör, Gehirn und der Lunge gestorben. Derartige Verletzungen waren bis dahin bei Walen unbekannt. Sie sind durch panikartiges, extrem schnelles Auftauchen verursacht worden und haben zu schweren, Taucherkrankheits-ähnlichen Symptomen geführt. Die Tiere mußten durch einen äußeren Einfluß in Panik geraten sein. Es gibt keine natürliche Ursache (Meeresbeben, Hai- oder Orca-Angriff,&#8230;), die eine ganze Herde Cuvier-Schabelwale panisch aus dem Ozean fliehen läßt. Frantzis kam nach sorgfältiger Datenanalyse zu dem Ergebnis, dass diese atypische Massenstrandung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in direktem Zusammenhang mit einem NATO-Manöver im gleichen Seegebiet stehen mußte, bei dem ein LFAS-Sonar eingesetzt wurde.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Frantzis Forschungsergebnisse wurden in dem angesehenen Wissenschaftsmagazin in Nature veröffentlicht ( </span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><em>Nature</em></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong> 392</strong></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">, 29 (5 March 1998) | doi:10.1038/3206; </span><span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=search&amp;term=Frantzis+A"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">A. Frantzis: &#8220;Does acoustic testing strand whales?&#8221; Scientific Correspondence); http://en.wikipedia.org/wiki/Marine_mammals_and_sonar). </span></a></span></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Seine Arbeit wurde von vielen anderen internationalen Fachkollegen als seriös und korrekt in den Schlußfolgerungen bewertet. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Mittlerweile sind weltweit von verschiedenen unabhängigen Wissenschaftlern &#8211; Biologen und Tierärzten &#8211; weitere Massenstrandungen von Schnabelwalen und anderen Spezies untersucht worden. Sie haben Frantzis Hypothese immer wieder bestätigt: Das LFA-Sonar treibt die Wale durch extrem laute Ortungs-Geräusche zu einem panischen “Notaufstieg“: Die Tiere leiden dabei so stark, dass sie versuchen, aus dem Wasser zu fliehen. Sie verenden grausam mit zerstörten Innenohren und inneren Blutungen.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Der auf Wale spezialisierte Tierarzt Dr. Paul Jepson hat in viele Sektionen die schweren Verletzungen bei verschiedenen Arten analysiert und dokumentiert.<br />
Mittlerweile sind regelmäßig Strandungen mehrerer Schnabelwale aus dem Atlantik (Kanarische Inseln), dem Mittelmeer (griechische Inseln und Italienische Gewässer), dem Pazifik (Hawaii) zu verzeichnen, die eine zeitliche Korrelation mit NATO-Manövern und LFAS-Einsatz haben.<br />
Das Milität weist einen Zusammenhang des Sonar-Einsatzes und des Waltods natürlich rigoros zurück.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Auswahl weiterer Quellen:</strong></span></p>
<p align="LEFT"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Podesta et al: A review of Cuvier’s beaked whale strandings in the Mediterranean Sea, </span></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;"><em>J. CETACEAN RES. MANAGE. </em></span></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">7(3):251–261, 2006</span></span></p>
<p><span style="color: #000080;"><span style="text-decoration: underline;"><a href="http://www.nmfs.noaa.gov/pr/health/noise/docs/podesta_mediterranean.pdf"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">http://www.nmfs.noaa.gov/pr/health/noise/docs/podesta_mediterranean.pdf</span></span></a></span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Cox, T.M., T.J. Ragen, A.J. Read, E. Vos, R.W. Baird, K. Balcomb, J. Barlow, J. Caldwell, T. Cranford, L. Crum, A. D’Amico, G. D’Spain, A. Fernández, J. Finneran, R. Gentry, W. Gerth, F. Gulland, J. Hildebrand, D. Houser, T. Hullar, P.D. Jepson, D. Ketten, C.D. MacLeod, P. Miller, S. Moore, D. Mountain, D. Palka, P. Ponganis, S. Rommel, T. Rowles, B. Taylor, P. Tyack, D. Wartzok, R. Gisiner, J. Mead, L. Benner. (2006) Understanding the Impacts of Anthropogenic Sound on Beaked Whales. </span></span><em><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Journal of Cetacean Research and Management</span></span></em><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">7</span></span></strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">: 177-187. </span></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Rommel, S.A., Costidis, A.M., Fernandez, A., Jepson, P.D., Pabst, A., McLellan, W., Houser, D.S., Cranford, T., van Helden, A., Allen, D. and Barrows, N. (2006) Elements of Beaked Whale Anatomy and Diving Physiology, and Some Hypothetical Causes of Sonar-related Stranding. </span></span><em><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Journal of Cetacean Research and Management</span></span></em><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">7</span></span></strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">: 189-209.</span></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Jepson, P.D., Deaville, R., Patterson, I.A.R., Pocknell, Ross, H.M., Baker, J.R., Howie, F.E., Reid, R.J., Colloff, A. and Cunningham, A.A. (2005) Acute and chronic gas bubble lesions in cetaceans stranded in the United Kingdom. </span><em><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Veterinary Pathology</span></em><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;">42</span></strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;">: 291-305.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Jepson, P.D., Arbelo, M., Deaville, R., Patterson, I.A.R., Castro, P., Baker, J.R., Degollada, E., Ross, H.M., Herráez, P., Pocknell, A.M., Rodriguez, E., Howie, F.E., Espinosa, A., Reid, R.J., Jaber, J.R., Martin, V., Cunningham, A.A., and Fernandez, A. (2003) Gas-bubble lesions in stranded cetaceans. </span></span><em><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Nature</span></span></em><strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">425</span></span></strong><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">: 575-576. </span></span></p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ölpest: Wann ist die Ölpest „zu Ende“?</title>
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		<pubDate>Thu, 05 May 2011 06:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meeresschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Ölpest Golf von Mexiko]]></category>
		<category><![CDATA[Deepwater Horizon]]></category>
		<category><![CDATA[Ölpest]]></category>
		<category><![CDATA[Ozean]]></category>
		<category><![CDATA[Wale]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit Beginn der Ölkatastrophe hat die US-amerikanische Behörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Agency), für die auch viele Spezialisten zur Erforschung des Ozeans arbeiten, zahlreiche kleinere Forschungsschiffen in das verschmutzten Seegebiet entsendet, um Daten zu sammeln. Obwohl mit Hochdruck gearbeitet wird, wird die Auswertung dieser Daten dauern, denn die Ergebnisse müssen wissenschaftlich hieb- und stichfest [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Seit Beginn der Ölkatastrophe hat die US-amerikanische Behörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Agency), für die auch viele Spezialisten zur Erforschung des Ozeans arbeiten, zahlreiche kleinere Forschungsschiffen in das verschmutzten Seegebiet entsendet, um Daten zu sammeln.</p>
<p>Obwohl mit Hochdruck gearbeitet wird, wird die Auswertung dieser Daten dauern, denn die Ergebnisse müssen wissenschaftlich hieb- und stichfest sein.<br />
Bereits jetzt steht fest: Seit Beginn der Ölpest sind im Golf von Mexiko signifikant mehr Meerestiere verstorben als in der Zeit davor (Quelle: National Oceanic and Atmospheric Agency).</p>
<p>Die Ölpest und ihre Opfer waren über Monate hinweg Tagesgespräch.<br />
Jetzt ist seit der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko schon ein Jahr vergangen.</p>
<p>Es sterben immer noch Meerestiere.<br />
Wie lange noch?<br />
Ist die Ölkatastrophe in einigen Jahren „beendet“?<br />
Wenn kein Öl mehr an den Stränden zu sehen ist und keine verölten Seevögel mehr in den Ölschlieren des Spülsaums liegen?<br />
Leider nicht. <span id="more-185"></span>Die Langzeitfolgen nach einer Ölkatastrophe auf die Flora und Fauna sind sehr schwierig zu dokumentieren.</p>
<p>Ein Teil der Ökosysteme scheint sich nach Jahrzehnten wieder zu erholen.<br />
Es fehlt an Langzeit-Forschungen, die den Zustand und Bestand von Arten vor und nach einer solchen Katastrophe dokumentieren.<br />
Forschung ist teuer…</p>
<p>Langzeitforschungen werden meistens an Organismen durchgeführt, die für Menschen eine „Wertigkeit“ haben, wirtschaftlich oder immateriell.</p>
<p><strong> „Seafood“</strong>, also etwa Speisefische und Krebse die auf unserem Speisezettel stehen, sind wirtschaftlich bedeutsam.</p>
<p>In einem Ölpest-Areal wird die Fischerei allerdings immer schnell geschlossen, so dass meistens nach der Katastrophe lange Zeit keine oder nur sehr wenig Daten erhoben werden. (<strong>Matkin, C.O et al:</strong><strong> </strong>2008. Ongoing population-level impacts on killer whales <em>Orcinus orca</em> following the &#8216;Exxon Valdez&#8217; oil spill in Prince William Sound, Alaska. <span style="text-decoration: underline;">Marine Ecology Progress Series</span>, 356:269-281.</p>
<p><strong> Wale</strong> haben einen hohen immateriellen Wert, darum werden zumindest manche Arten und Populationen über lange Zeiträume erforscht. Die Schwertwale (<em>Orcinus orca</em>) von British Columbia werden seit langen erforscht, die einzelnen Familienverbände und ihre Mitglieder werden seit Jahrzehnten durch Photoidentifikation individuell erfasst und beobachtet. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit einer genauen Analyse des Bestands über einen langen Zeitraum hinweg.</p>
<p>Die Arbeit „Ongoing population-level impacts on killer whales <em>Orcinus orca</em> following the &#8216;Exxon Valdez&#8217; oil spill in Prince William Sound, Alaska“ von Matkin et al beschreibt die Forschungsergebnisse eines Langzeitprojekts an Orcas vor British Columbia vor und nach der Exxon Valdez-Ölpest:<br />
Die Untersuchung von 2 <em>Orca</em>-Populationen (Pods) 5 Jahre vor und 16 Jahre nach der Exxon Valdez-Ölpest zeigt, dass in beiden Beständen hohe Verluste an Tieren vorliegen. Die Pods haben 33 bzw. 41 %  ihrer Mitglieder verloren, die Geburtenraten bleiben nach der Ölkatastrophe niedrig. Die Gruppengröße hat sich bei beiden seitdem nicht erholt, sondern verringert sich weiterhin. Beide Pods sind unmittelbar mit dem Öl in Kontakt gekommen.<br />
Die beiden untersuchten <em>Orca</em>-Gruppen sind genetisch und ökologisch voneinander getrennt: der Pod AB ist ein Resident Pod, AT1 ist ein Transient Pod. Die Ölkatastrophe war das einzige verbindende Element.<br />
Bei anderen <em>Orca</em>-Beständen aus angrenzenden Gebieten, die nicht so unmittelbar dem Öl ausgesetzt waren, ist kein derartiger Mitgliederverlust zu beobachten.<br />
Diese Faktenlage deutet nach Matkin und Kollegen sehr stark darauf hin, dass die Exxon Valdez-Ölpest zum Niedergang bzw. Aussterben dieser <em>Orca</em>-Pods geführt hat.</p>
<p>(<strong>Matkin, C.O.</strong>, <strong>Saulitis, E.L.</strong>, <strong>Ellis, G.M.</strong>, Olesiuk, P., Rice, S.D. 2008. Ongoing population-level impacts on killer whales <em>Orcinus orca</em> following the &#8216;Exxon Valdez&#8217; oil spill in Prince   William Sound, Alaska. <span style="text-decoration: underline;">Marine Ecology Progress Series</span>, 356:269-281).</p>
<p>Es ist zu befürchten, dass auch die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko noch über Jahrzehnte Auswirkungen auf die Meeresbewohner haben wird.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
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