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	<title>meertext &#187; Fossilien</title>
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	<description>Navigation im Meer der Worte</description>
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		<title>Dinosaurier für Erwachsene</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jun 2012 12:59:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dinosaurier]]></category>
		<category><![CDATA[Paläontologie]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Fossilien]]></category>
		<category><![CDATA[Wüste]]></category>

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		<description><![CDATA[Dinosaurier sind nicht nur ein Thema für Kinder, auch viele Erwachsene interessieren sich nach wie vor dafür. Schließlich gibt es Leute, die das sogar studieren. Natürlich gibt es eine Unmenge von Informationen zum Thema, Print und Online. Auf der einen Seite gibt es umfangreiche Fachliteratur, die ohne solide Paläontologie- und Biologie-Kenntnisse nicht lesbar sind. Auf [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Dinosaurier sind nicht nur ein Thema für Kinder, auch viele Erwachsene interessieren sich nach wie vor dafür. Schließlich gibt es Leute, die das sogar studieren.<br />
Natürlich gibt es eine Unmenge von Informationen zum Thema, Print und Online. Auf der einen Seite gibt es umfangreiche Fachliteratur, die ohne solide Paläontologie- und Biologie-Kenntnisse nicht lesbar sind. Auf der anderen Seite gibt es umfangreiches populäres „Geschreibsel“, schlecht geschrieben und voller Fehler. Wie kann sich nun eine Nichtfachfrau/ein Nichtfachmann sachlich kompetent in das begehrte Thema einlesen?</p>
<p>Ich habe eine kleine Zusammenstellung gemacht, was lesenswert und lohnenswert ist. Die Liste ist absolut unvollständig und gibt nur meinen eigenen Bücherschrank wieder, aber es ist ein mal ein Anfang.<br />
Viele der genannten Bücher habe ich übrigens in Bibliotheken, auf Flohmärkten oder im modernen Antiquariat gefunden. Man kann also auch mit wenig Geld zum Dino-Kenner werden.<span id="more-269"></span></p>
<p><strong>Bücher über Dinosaurier</strong></p>
<p><span style="text-decoration: underline; color: #000000;"><strong>Sehr gute Kinderbücher, von Fachleuten geschrieben:</strong></span></p>
<p><strong>Michael Benton: „Dinosaurier“ (2000) Tessloff-Verlag</strong><br />
Ausgezeichnete Einführung in Systematik, Methodik, Anatomie, Verhalten mit sehr guten Abbildungen.</p>
<p><strong>Eberhard Frey: Dinosaurier &#8211; Auf den Spuren der Urzeitechsen</strong> Lesen &#8211; Staunen &#8211; Wissen<br />
Das habe ich als einziges auf der Liste nicht gelesen. Aber wenn es vom “Dino“ Frey ist, muss es gut sein (steht wahrscheinlich in der Stadt-Bibliothek)</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong>Bücher für Erwachsene</strong></span></p>
<p><a title="BBC: Walking with Dinosaurs" href="http://www.bbc.co.uk/sn/prehistoric_life/tv_radio/wwdinosaurs/" target="_blank"><strong>„Walking with Dinosaurs“ (1999) BBC-Produktion</strong></a>; Film und Buch zum Film<br />
Beide sind ausgezeichnet!</p>
<p><strong>David Norman: Dinosaurier</strong><br />
Etwas Veraltet, aber sehr gute Grundlage.</p>
<p><strong>Robert Mash: Dinosaurier [nicht nur] für Haus, Hof und Garten: Ein praktischer Ratgeber für den modernen Tierfreund.</strong> Mit einem Vorwort von Richard Dawkins<br />
Ironisch, aber extrem informativ. Grandiose Idee, mit Liebe zum Detail umgesetzt und grandios zu lesen.<br />
Anatomie, Verbreitung und Verhaltensweisen sind ausgezeichnet und wissenschaftlich auf dem neuesten Stand beschrieben.</p>
<p><strong>Ulrich Joger, Ralf Kosma und Fritz J. Krüger: „Projekt Dino“</strong><br />
Der Expeditionsbericht der Grabungskampagnen 2007 und 2008 des Staatlichen Naturhistorischen Museums Braunschweig.<br />
Die zweite deutsche Dinosaurier-Expedition in die Sahara!<br />
Ich habe das Buch auf meinem Blog meertext.eu auch rezensiert: <a title="meertext: Rezension: Joger et al: &quot;Projekt Dino&quot;&quot;" href="http://blog.meertext.eu/2011/03/15/rezension-joger-et-al-%E2%80%9Eprojekt-dino%E2%80%9C/" target="_blank">&#8220;Rezension: Joger et al: „Projekt Dino“&#8221;</a></p>
<p><a href="http://www.amazon.com/s/ref=ntt_athr_dp_sr_1?_encoding=UTF8&amp;field-author=Michael%20J.%20Novacek&amp;ie=UTF8&amp;search-alias=books&amp;sort=relevancerank">Michael J. Novacek</a>: &#8220;Dragon Hunter: Roy Chapman Andrews and the Central Asiatic Expeditions&#8221;<br />
Roy Chapman Andrews begann seine Karriere als Taxidermist (Tierpräparator) und arbeitete sich dann zum Direktor des American Museum of national History hoch. Er war Präparator, Museumsmann, Abenteurer, Spion und ein Marketing-Genie. Seine Gobi-Expeditionen sind legendär. Die Gobi war zu seiner Zeit der Ort, „Where no man has gone before“. Jedenfalls niemand aus dem westlichen Kulturkreis.  Angeblich ist er das Vorbild für Indiana Jones gewesen.</p>
<p><strong>Lucas, G. Spencer: „Dinosaurs – The Textbook“</strong><br />
Einführendes und umfassendes Lehrbuch für Studierende auf einem recht hohen Niveau. Das Buch ist damit eher ein Nachschlagewerk als etwas zum Einfach-mal-Durchlesen. Aber sehr gut gemacht und mit ausgezeichneten Illustrationen versehen.</p>
<p>Alle genannten Autoren sind hochkarätige Zoologen und /oder Paläontologen, die Bücher sind populärwissenschaftlich geschrieben. Die Bücher von Joger und Novacek sind Expeditionsberichte, die neben Dino-Informationen viel über Feldforschung erzählen. Super spannend.</p>
<p><strong>Ernst Probst: &#8220;Dinosaurier in Deutschland&#8221;.</strong><br />
Etwas veraltet, aber das einzige umfassende Buch über Dinos in Deutschland. Und das ist eine echte Lücke, denn es wird nur sehr wenig über die deutschen Dinosaurier, die Fundstellen und Expeditionen geschrieben. Dabei gibt es dazu viel zu sagen.</p>
<p><strong><a href="http://www.amazon.de/s/ref=ntt_athr_dp_sr_1?_encoding=UTF8&amp;field-author=Deborah%20Cadbury&amp;search-alias=books-de">Deborah Cadbury</a>: &#8220;Dinosaurierjäger. Der Wettlauf um die Erforschung der prähistorischen Welt&#8221;.</strong><br />
Die Wissenschaftsjournalistin Cadbury erzählt die Geschichte der Erfindung der Geologie und der Dinosaurierforschung. Extrem lesenswert, wie alle ihre Bücher.</p>
<p><strong>Lessem, D.: &#8220;Dinosaurierforscher. Die abenteuerliche Suche nach einer untergegangenen Zeit&#8221;.</strong> (1994).<br />
In 11 Kapiteln lässt Lessem berühmte Dino-Forscher über ihre Arbeit und ihre Lieblingsfossilien erzählen. Besonders gut ist, dass neben den bekannten Fundstellen in Nordamerika auch die weniger bekannten in Südamerika, China und Europa mit vorgestellt werden. Sehr lesenswert. Und ein Who is who der Dino-Forscher.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Tipp:</strong><br />
Einfach mal in der Stadt-Bibliothek nachsehen, was da im Regal unter „Paläontologie“ oder „Fossilien“ steht. Da habe ich schon richtig gute Bücher gefunden, die ich noch nicht kannte und die natürlich auch nie in den Buchgeschäften stehen.</p>
<p>Vorsicht: Leider steht in Bibliotheken auch oft das Dinosaurier-Buch von Zillmer. Der Typ ist Kreationist! Er leugnet u. a. die gängigen Datierungen und die Evolutionsbiologie. Nicht lesen, nicht kaufen, dafür Bibliothekar in den A… treten. Das ist Esoterik bzw. religiöse Wahnvorstellung und nichts sonst. Leider gut aufgemacht. Sein wikipedia-Eintrag gleicht einem Steckbrief, incl. des Vorwurfs des Titelkaufs. Verabscheungswürdig.</p>
<h4><strong>Auch bei den Blogs/Online-Ressourcen sind einige Perlen zu finden</strong></h4>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong>Dinosaurier:</strong></span></p>
<p><a href="http://ageofthedinosaur.tumblr.com/">http://ageofthedinosaur.tumblr.com/</a></p>
<p>http://blogs.scientificamerican.com/tetrapod-zoology/</p>
<p><strong>Ichthyosaurier:</strong></p>
<p><a href="http://www.ucmp.berkeley.edu/people/motani/ichthyo/index.html">http://www.ucmp.berkeley.edu/people/motani/ichthyo/index.html</a></p>
<p><strong>Pterosaurier:</strong></p>
<p><a href="http://pterodata.blogspot.de/">http://pterodata.blogspot.de/</a></p>
<p>http://archosaurmusings.wordpress.com/</p>
<p>Meinen Beitrag „Perfekt geflogen, trotzdem abgestürzt“ für Bild der Wissenschaft über Weichteilerhaltung der Pterosaurier-Flügel und ihre bionische Umsetzung als Zeltdach findet Ihr hier:<br />
<a href="http://www.bild-der-wissenschaft.de/bdw/bdwlive/heftarchiv/index2.php?object_id=32728164">http://www.bild-der-wissenschaft.de/bdw/bdwlive/heftarchiv/index2.php?object_id=32728164</a></p>
<p>Viel Spaß beim Lesen!<br />
Und ich bin jederzeit füreine gute Dino-Diskussion zu haben.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Säbelzahnhörnchen – gab es wirklich!</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 10:13:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Paläontologie]]></category>
		<category><![CDATA[Fossilien]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Säbelzahnhörnchen aus den Ice Age-Filmen ist eine der liebenswertesten fossilen Nebenfiguren der Filmgeschichte. Knopfäugig, mit gebleckten Säbelzähnen und immer etwas räudig ist es stets auf der Jagd nach der Nuß. Nun ist tatsächlich ein fossiles Säbelzahnhörnchen aufgetaucht! Zwar nur Kieferfragmente, aber mit ausgeprägten eigenen Merkmalen, die für die Beschreibung einer neuen Art gereicht haben. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das Säbelzahnhörnchen aus den Ice Age-Filmen ist eine der liebenswertesten fossilen Nebenfiguren der Filmgeschichte.<br />
Knopfäugig, mit gebleckten Säbelzähnen und immer etwas räudig ist es stets auf der Jagd nach der Nuß.<br />
Nun ist tatsächlich ein fossiles Säbelzahnhörnchen aufgetaucht!<br />
Zwar nur Kieferfragmente, aber mit ausgeprägten eigenen Merkmalen, die für die Beschreibung einer neuen Art gereicht haben.</p>
<p>Die Zähne sind für den schmalen, langen Kiefer überproportional groß – Säbelzähne eben. Oder vielmehr Säbelzähnchen, das Tierchen ist ziemlich klein gewesen. Dazu hatte es auch noch große Knopfaugen. Der Paläontologe Prof. Guillermo Rougier von der Universität von Louisville (Kentucky, US) und seine Kollegen haben das ungewöhnliche Fossil beschrieben, das sowohl längst bekannte Merkmale der Dryolestidae zeigt als auch einige ganz unbekannte neue Merkmale. Das für die wissenschaftliche Welt noch unbekannte Fossil ist <em><a title="Nature: Sabre toothed squirrel" href="http://www.nature.com/nature/journal/v479/n7371/full/nature10591.html" target="_blank">Cronopio dentiacutus</a> </em><em>benannt worden,</em> der Artname „<em>dentiacutus</em>“ weist bereits auf die bemerkenswerte Bezahnung hin. Es gehört zu den Dryolestidae, kleinen, Insekten fressenden Säugetieren aus der fernen Vorzeit.<span id="more-220"></span></p>
<p>Knopfäugig und säbelzähnig pirschte der kleine Säuger durch das Zeitalter der Dinosaurier. (Zoologen und Paläontologen wissen natürlich, dass Dryolestidae keine Hörnchen,also Gliridae, sind, aber wir wollen für diesen Beitrag beim „Säbelzahnhörnchen“ bleiben.)</p>
<p>Das Fossil wurde in der Sandsteinablagerung eines fossilen Flusses in Cipolletti (Rıo Negro Provinz, Argentinien) gefunden, trotzdem sind seine Ökologie und Lebensweise völlig ungeklärt. Rougier meint, dass es mit keinem heute lebenden Tier vergleichbar sei. Die Backenzähne weisen darauf hin, dass es Insekten und vielleicht auch kleine Reptilien gefressen habe, allerdings gibt es keine Erklärung für die gewaltigen, säbelartigen Eckzähne. Diese Eckzähne riefen bei Rougier und seinen Kollegen zu ihrer Erheiterung sofort Erinnerungen an Scrat, das Eichel-besessene Hörnchen aus Ice Age hervor.</p>
<p>Rougier meinte dazu im Interview: „I remember when I saw the movie I thought, &#8216;why have they done this ridiculous animal &#8211; there is no such thing?&#8217;. And then we find something that kind of looks like it. But it just goes to show &#8211; we know so little about the actual diversity of mammals that even some very wild guesses might come through; they might actually be present in the fossil record.&#8221;</p>
<p>Die gesamte Sippschaft der <a title="Dryolestidae" href="http://home.arcor.de/ktdykes/dryolestoids.htm" target="_blank">Dryolestidae</a> wird aufgrund ihrer Winzigkeit von manchen Wissenschaftlern als „Pip-squeak“ bezeichnet, also als Winzling oder Würstchen. Dryolestidae hatten ihre Blütezeit im späten Mesozoikum (Erdmittelalter) und wuselten bis zum Beginn der Erdneuzeit (Känozoikum) auf der Suche nach sechsbeiniger Beute durchs Gelände. Ihre fossilen Zähne und Kiefer sind im Oberjura von Nordamerika und Europa gefunden worden, in der Oberkreide sind sie nur aus Südamerika bekannt. Was davor, dazwischen und danach war, ist aufgrund des spärlichen Fossillbefunds noch völlig unbekannt.<br />
Mit dem Aufkommen modernerer Säugetiere traten die ursprünglichen kleinen Tiere dann endgültig von der Bühne der Erdgeschichte ab. Vermutlich säbelzahnknirschend und mit einer Nuß unter dem haarigen Ärmchen.</p>
<p>2012 kommt übrigens „<a title="IceAge 4 Trailer" href="http://www.filmkritiker.com/ice-age-4-th4w-film-kritik-trailer-kino-dvd/#trailer" target="_blank">Ice Age 4 – Voll verschoben</a>“ in die Kinos – diesmal geht es um Plattentektonik.<br />
Was wohl Afred Wegener, der „Vater der Plattentektonik“ dazu sagen würde? Wahrscheinlich würde er angestrengt an seiner Pfeife saugen, mit einem Grinsen im anderen Mundwinkel.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
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		<title>Rezension: Joger et al: „Projekt Dino“</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Mar 2011 14:59:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dinosaurier]]></category>
		<category><![CDATA[Museum]]></category>
		<category><![CDATA[Paläontologie]]></category>
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		<description><![CDATA[Durch einen glücklichen Zufall fiel mir das Buch „Projekt Dino“ von Ulrich Joger, Ralf Kosma und Fritz J. Krüger in die Hand: Der Expeditionsbericht der Grabungskampagnen 2007 und 2008 des Staatlichen Naturhistorischen Museums Braunschweig. Klasse! Erstens liebe ich Bücher über Dinosaurier-Expeditionen und zweitens ist Uli Joger ein alter Bekannter von mir: Während meines Volontariats im [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Durch einen glücklichen Zufall fiel mir das Buch „Projekt Dino“ von Ulrich Joger, Ralf Kosma und Fritz J. Krüger in die Hand: Der Expeditionsbericht der Grabungskampagnen 2007 und 2008 des Staatlichen Naturhistorischen Museums Braunschweig.<br />
Klasse! Erstens liebe ich Bücher über Dinosaurier-Expeditionen und zweitens ist Uli Joger ein alter Bekannter von mir: Während meines Volontariats im Hessischen Landesmuseum Darmstadt war er mein direkter Vorgesetzter: ein ausgewiesener Reptilienkenner (tot oder lebendig, egal) mit hoher Wüstenaffinität. Er hatte schon für die Wüstenausstellung im HLMD 2002 eine spektakuläre Sahara-Expedition durchgeführt…<br />
Bei der Gelegenheit hatte ich auch meine ersten Kontakte mit der Wüste, ein für mich eher fern liegendes Thema.</p>
<p>Mittlerweile amtiert Prof. Dr. Joger als Direktor des<a title="Staatliches Museum für Naturkunde Braunschweig" href="http://www.naturhistorisches-museum.de/" target="_blank"> Staatlichen Museums für Naturkunde in Braunschweig</a> und macht neben ausgezeichneter Forschung auch spannende Ausstellungen.</p>
<h4><strong>Expeditionsbericht der 2. deutschen Dinosaurier-Expedition nach der „Tendaguru-Grabung“</strong></h4>
<p>2007 und 2008 unternahm ein Expeditionsteam des Staatlichen Naturhistorischen Museums Braunschweig zwei Grabungskampagnen nach Niger, in die südliche Sahara. Das Unternehmen war eine Kooperation mit Edgar Sommer und der von ihm gegründeten Hilfsorganisation „<a title="CARGO" href="http://www.tuareg-info.de/index_2.htm" target="_blank">CARGO</a>“.<span id="more-150"></span></p>
<p>„CARGO“ unterstützt Bildungsarbeit für die Tuareg, der Verleger Edgar Sommer bringt dazu in seinem Verlag Bücher in der Tuareg-Sprache Tamashek heraus und betreibt eine Schule vor Ort. Er war von Tuareg auf die Dinosaurier-Knochen aufmerksam gemacht worden, dann kam Prof. Joger ins Spiel und letztendlich wurde Schule gegen Dino-Knochen getauscht.</p>
<p>In der südlichen Sahara hatte bereits Paul Sereno sehr erfolgreich nach Dinosauriern gegraben und auch das Team aus Braunschweig wurde hier fündig.</p>
<p>Die wichtigsten Funde waren:<br />
-          die ersten Raptoren-Fährten dieser Gegend<br />
-          der vollständige 8 m lange Schwanz und Teile des Hinterbeins des Sauropoden <em>Jobaria<br />
</em>-          das vollständige Skelett eines noch unbekannten Sauropoden, der später als <em>Spinophosaurus</em> beschrieben wurde und heute ein Prunkstück des Naturhistorischen Museums in Braunschweig ist.</p>
<p>Die äußeren Umstände waren Hitze, Sand, Rebellion, eine sehr angespannte Sicherheitslage, Dino-Diebe, schwere Arbeit und Wassermangel…</p>
<p>In weiteren Kapiteln werden die Arbeit der Hilfsorganisation „CARGO“ mit ihrem Schulprojekt, die Präparation und Rekonstruktion der gefundenen Dinos und die Bearbeitung des neuen Sauropoden beschrieben.<br />
„Projekt Dino“ war ein umfassendes und interdisziplinäres Projekt, in dem viele Personen mit ihren speziellen Kenntnissen und ihrem Engagement zu einem großen Erfolg beigetragen haben. Und genau diese Team-Arbeit wird im Buch immer wieder deutlich.</p>
<p>Vor Ort arbeiteten zeitweise 24 Personen. Im Museum wurde die eigentliche Museums-Crew verstärkt durch viele freiwillige Fossilienliebhaber.<br />
Auf der Homepage des Naturhistorischen Museums gibt es <a title="Dino-Expedition Sahara" href="http://www.naturhistorisches-museum.de/gruss.html" target="_blank">weitere Informationen zu den Expeditionen</a>.</p>
<p><strong> </strong></p>
<h4><strong>Rezension</strong></h4>
<p>Die Texte sind super geschrieben und ansprechend aufgemacht. Der Expeditionsbericht liest sich flüssig und spannend. Verschiedene Autoren beleuchten unterschiedliche Aspekte der Expedition, der Ausstellung und der sozialen Projektanteile. Tagebucheinträge geben eindrucksvoll die Plackerei in der Wüste wieder und erwecken den Anschein, dabei zu sein.</p>
<p>Kein Pracht-Bildband, sondern ein eher bescheidenes Format. Aber mit aussagestarken Abbildungen von Ausgrabung, Expedition, Dinos, Land und Leuten. Rekonstruierte Sauropoden und lächelnde Tuaregs. Fossile Dinosaurier und lebendige Giftschlangen. Verhandlungen mit dem Bürgermeister vor Ort und Nahaufnahmen der Raptoren-Fußspuren. Gruppenbild der Expeditionsteilnehmer und Reifenwechsel in der Wüste.</p>
<p>Mir persönlich gefällt die Verknüpfung der wissenschaftlichen Expedition mit dem sozialen Projekt besonders gut.</p>
<p><strong> </strong><strong>„Projekt Dino“ ist unbedingt lesenswert!</strong></p>
<p>ISBN: 3938693177<br />
Cargo Verlag, (2009), gebunden, 175 Seiten</p>
<p>Und vielleicht sollte man sich bei Gelegenheit auch mal die Ausstellung angucken.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
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		</item>
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		<title>Ammoniten – uralt und topaktuell</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2011/02/01/ammoniten-%e2%80%93-uralt-und-topaktuell/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 14:05:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Paläontologie]]></category>
		<category><![CDATA[Ammoniten]]></category>
		<category><![CDATA[Fossilien]]></category>
		<category><![CDATA[Weichteilerhaltung]]></category>

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		<description><![CDATA[Ammoniten sind auch heute, mehr als 65 Millionen Jahre nach ihrem endgültigen Erlöschen immer noch für eine Überraschung gut. Anders als bei ihren engen Verwandten, den Belemniten, ist über die weichen Körperteile der Ammoniten noch extrem wenig bekannt. Von den gestreckten Belemniten sind Fangarme und Tintendrüsen gefunden worden, von ihren aufgerollten Vettern kennt man bis [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ammoniten sind auch heute, mehr als 65 Millionen Jahre nach ihrem endgültigen Erlöschen immer noch für eine Überraschung gut.<br />
Anders als bei ihren engen Verwandten, den Belemniten, ist über die weichen Körperteile der Ammoniten noch extrem wenig bekannt.<br />
Von den gestreckten Belemniten sind Fangarme und Tintendrüsen gefunden worden, von ihren aufgerollten Vettern kennt man bis heute noch nicht einmal Anzahl und Form der Fangarme.</p>
<p>Ammoniten-Experten haben gerade in dem renommierten Wissenschafts-Magazin SCIENCE in zwei Beiträgen spektakuläre neue Einblicke in das Leben und Sterben der Ammoniten publiziert: <span id="more-144"></span></p>
<p><a title="Kruta, Landman: Role of Ammonite in the Mesozoic Foodweb [...]" href="http://www.sciencemag.org/content/331/6013/70.abstract" target="_blank">Kruta, Landman, Rouget, Cecca, Tafforeau: „The Role of Ammonites in the Mesozoic Food Web Revealed by Jaw Preservation“</a></p>
<p><a title="Tanabe: The Feeding Habits of Ammonites" href="http://www.sciencemag.org/content/331/6013/37.summary" target="_blank">Tanabe: „The Feeding Habits of Ammonites“</a></p>
<p>Landman und sein Team hatten in den Great Plains einige besonders gut erhaltene Baculiten gefunden und deren Kieferbereich näher untersucht.<br />
Ihre Hoffnung: Erhaltene Weichteile des Kieferapparats.<br />
Sie wurden fündig: In den Strahlen eines Röntgen-Synchroton-Mikrotomographen  wurden neben dem Kieferapparat mit filigraner Radula sogar die Reste der Nahung sichtbar!</p>
<p>Lesen Sie mehr über diese in meinem SPON-Beitrag <a title="Ammoniten-Rekonstruktion " href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,738252,00.html" target="_blank"><strong>„Ammoniten-Rekonstruktion: Forscher erschaffen Urzeittiere neu“ </strong></a></p>
<h3><strong>Ammoniten &#8211; die Dinosaurier des kleinen Mannes</strong></h3>
<p>In der griechischen Antike wurden die fossilen Kopffüßer „Ammonshörner“ genannt: die geschwungenen gerippten Strukturen erinnerten die Menschen an die Widderhörner des antiken Gottes Re-Ammon.</p>
<p>Die versteinerten Zeitzeugen der Urozeane haben bis heute eine ungebrochene Anziehungskraft: Ammoniten sind häufig und kommen in vielen Formen vor, meistens sind sie klein genug, um in die Tasche gesteckt zu werden.<br />
Viele Ammonitenschalen sind gerippt, manche tragen Buckel oder Dornen, bei anderen sind die elegant geschwungenen inneren Querwände, die Lobenlinien, frei gelegt. Ihre Farben variieren, je nach Mineralgehalt des Fossils, zwischen fast weiß, ocker, braun, grau, grün oder schwarz. Besonders erlesene Exemplare von ausgewählten Fundstellen sind sogar in Pyrit oder Perlmutt erhalten.</p>
<p>Die gefällig gerundeten Versteinerungen sind auf jeder Fossilienbörse in großer Auswahl zu sehen, viele Fossiliensammler haben unzählige Stücke zusammengetragen: Ein handliches Stückchen Erdgeschichte für jedermann.</p>
<p><strong>Ammonshörner und „Schlangensteine“</strong></p>
<p>Um 1800 waren Ammoniten die Wegbegleiter der damals gerade entstehenden Paläontologie und Geologie.<br />
An der südenglischen Küste wurden sie durch die Flut regelmäßig frei gespült und zunächst als Kuriositäten unter der Bezeichnung „Schlangensteine“ gesammelt.<br />
Man hielt sie für die Reste von kopflosen Schlangen.<br />
Die berühmteste Fossiliensammlerin war die Autodidaktin Mary Anning, die an der Küste um Lyme Regis schon als Kind Ammoniten sammelte und später die ersten Fisch- und Flugsaurier-Fossilien entdeckte. Der <strong><a title="Rezension: Zwei bemerkenswerte Frauen" href="http://blog.meertext.eu/2011/01/25/rezension-zwei-bemerkenswerte-frauen-von-tracy-chevalier/" target="_blank">Roman „Zwei bemerkenswerte Frauen“</a> </strong>von Tracy Chevalier setzt ihr und ihrer Kollegin Elizabeth Philpot ein literarisches Denkmal.</p>
<p>Ihr einstiges Sammelgebiet heißt wegen seines außergewöhnlichen Fossilienreichtums heute „Jurassic Coast“ – es ist die Schatzkiste des jurassischen Meeres.</p>
<p>Die<a title="Jurassic Coast" href="http://www.jurassiccoast.com/0/menu/die-welterbest%E4tte-jurassic-coast-422.html" target="_blank"> „Jurassic Coast“ </a>ist ein heute ein UNESCO-Weltnaturerbe und steht unter Schutz.</p>
<p>An Mary Anning und Elizabeth Philpot erinnert ein kleines Museum in <a title="Lyme Regis Museum" href="http://www.lymeregismuseum.co.uk/" target="_blank">Lyme Regis </a>mit Fundstücken ihres aufregenden Lebens an der windumtosten Steilküste.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
<p><strong> </strong></p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Walfossilien-Mekka Groß-Pampau</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2011/01/11/walfossilien-mekka-gros-pampau/</link>
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		<pubDate>Tue, 11 Jan 2011 09:55:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fossile Wale]]></category>
		<category><![CDATA[Groß-Pampau]]></category>
		<category><![CDATA[Fossilien]]></category>
		<category><![CDATA[Gross-Pampau]]></category>
		<category><![CDATA[Wale]]></category>

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		<description><![CDATA[Groß-Pampau ist ein Kieswerk in Schleswig-Holstein, unter den Kieslagen befindet sich eine bis zu 1000 m mächtige Glimmertonschicht. Und in eben diesem Glimmerton liegen die Walfossilien. Der Glimmerton und seine kostbaren Fossilien stammen aus dem miozänen Meer (Nordsee), das an dieser Stelle vor etwa 11 Mio Jahren etwa 50 m tief war. Also nicht sehr [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Groß-Pampau ist ein Kieswerk in Schleswig-Holstein, unter den Kieslagen befindet sich eine bis zu 1000 m mächtige Glimmertonschicht. Und in eben diesem Glimmerton liegen die Walfossilien.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Der Glimmerton und seine kostbaren Fossilien stammen aus dem miozänen Meer (Nordsee), das an dieser Stelle vor etwa 11 Mio Jahren etwa 50 m tief war. Also nicht sehr tief, aber auch nicht strandnah.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Die Taphonomie erzählt, dass die Wale nach und nach gestorben sind, es gab kein Massensterben. Das gehäufte Vorkommen von Fossilien ist dadurch entstanden, dass einzelne Wale im Abstand von Jahrzehnten oder Jahrhunderten in diesem Areal gestorben sind. Die Skelette sind zunächst im Knochenverband erhalten geblieben. Diese sehr gut erhaltenen Skelette sind dann erst in der Eiszeit, durch die darüber hinweg &#8220;hobelnden&#8221; Gletscher zerrissen und etwas durcheinander gebracht worden.</span></p>
<p>bw</p>
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		<title>Ausstellung: Zeche Zollverein mit Ruhrmuseum</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Oct 2010 14:39:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Fossilien]]></category>
		<category><![CDATA[Ruhr Museum]]></category>
		<category><![CDATA[Zeche Zollverein]]></category>

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		<description><![CDATA[Warnhinweis: Dieser Artikel ist aufgrund meiner Neigungen einseitig und stellt die Naturgeschichte [Biologie, Paläontologie, Geologie, Fossilien] rücksichtslos in den Vordergrund.  ;  ) Zeche Zollverein= alte Gebäude + Ausstellungen + Theater + Galerien Der Anblick des riesigen Geländes der alten Zeche ist überwältigend und zunächst unübersichtlich. Aber viele freundliche Mitarbeiter weisen kompetent den richtigen Weg vom [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Warnhinweis: Dieser Artikel ist aufgrund meiner Neigungen einseitig und stellt die Naturgeschichte [Biologie, Paläontologie, Geologie, Fossilien] rücksichtslos in den Vordergrund.  ;  )</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><a href="http://www.zollverein.de/index.php?f_categoryId=3" target="_blank">Zeche Zollverein</a>= alte Gebäude + Ausstellungen + Theater + Galerien</p>
<p>Der Anblick des riesigen Geländes der alten Zeche ist überwältigend und zunächst unübersichtlich. Aber viele freundliche Mitarbeiter weisen kompetent den richtigen Weg vom Parkplatz bis zur Ausstellung.<br />
Die Betonflächen sind mit einem filigranen Muster aus Schienen und Wegen in mehren Ebenen untergliedert. Die Natur erobert sich das Gelände zurück und überwuchert Beton, Stein und Eisen.</p>
<p><strong>Ruhr Museum</strong></p>
<p>In die ehemalige Kohlenwäsche ist das<a href="http://www.zollverein.de/fs.php?wrap=http://www.ruhrmuseum.de" target="_blank"> Ruhr Museum</a> eingezogen, ein modernes Regionalmuseum zur Natur und Kultur der Region (Ruhr Museum schreibt sich übrigens tatsächlich ohne Bindestrich). Mir hat daran gefallen, dass die kulturellen und naturgeschichtlichen Ausstellungsabschnitte miteinander verwoben werden. Durch diesen Verzicht der Themenaufspaltung in ihre akademischen Spezialdisziplinen wird betont, dass es um eine ganze Region mit ihren unterschiedlichen Themen und Blickwinkeln geht.<span id="more-70"></span></p>
<p>Es ist wirklich alles zu sehen:</p>
<p>Kommissar Horst Schimanskis schmuddelige Jacke, ein großer Becherschwamm des längst vergangenen Urmeeres, eine im Bergarbeiter-Jargon „Sargdeckel“ genannte Toneisendiode, ein miozäner Walschädel, ein Altar polnischer Gastarbeiter, … Ein fließender Übergang zwischen Erdgeschichte und Kulturgeschichte.<br />
Informative und sprachlich sehr gut bearbeitete Texte stellen jedes Objekt in seinen größeren Zusammenhang, gewürzt mit Details und Anekdoten.</p>
<p>Ein Herbarium zeigt die Abfolge der Pflanzen in der Region: welche Pflanzen gab es hier schon immer, welche sind neu „eingewandert“, welche wachsen besonders gern in Industriearealen? Den Begriff „Industriophyten“ habe ich hier erstmals gesehen. Industriophyten sind Pflanzen, die erst seit dem Beginn der industriellen Revolution um 1840 auftreten. Die Herbar-Blätter sind in gläserne Wände übereinander gehängt, es entsteht die Illusion eines gläsernen Waldes.</p>
<p><strong>Fossilien im Flöz</strong></p>
<p>Im unteren Bereich dann eine umfangreiche Ausstellung zur Kohle, ihren Mineralen und Fossilien:<br />
Eyecatcher wie große Amphibien oder Reptilien sucht man vergeblich. Natürlich gibt es einige Ichthyosaurier-Wirbel und einige Ammoniten. Aber das ist nur der geringste Teil der Ausstellung. Dafür sind die Wände mit in Kohle erhaltenen Pflanzen so verkleidet, dass der Eindruck eines versteinerten Waldes entsteht. Ich ging andächtig durch eine herrliche Sammlung filigraner Farnwedel, Schachtelhalme und anderer altertümliche Pflanzen aus dem Ruhrgebiet, Pennsylvania und anderen Kohleregionen weltweit. Kleine feine Dioramen geben eine Vorstellung der Lebewelt in der fernen Zeit der Karbon-Sümpfe. Weiterhin zeigt eine Mineraliensammlung die glitzernden Seiten der Kohle-Ära.</p>
<p><strong>Mein Fazit: </strong></p>
<p><strong>lohnt sich total.</strong></p>
<p><strong>Gelände:</strong> Gekonnte Melange aus Industriearchitektur, Kunst, Kultur mit dem Ruch der Maloche.<br />
Dieser Industriekultur-Komplex der Superlative ist zu Recht ein UNESCO-Welterbe geworden.</p>
<p><strong>Ruhr Museum:</strong> Wir sind in 3,5 Stunden noch nicht einmal durch die ganze Ausstellung gekommen.<br />
Der Gebäudekomplex ist eine unglaubliche Kulisse für eine sehr diverse und spannende Ausstellung.</p>
<p>Einziges Manko für mich:<br />
Das Gebäude wurde „nur“ als architektonische Kulisse genutzt. Ich hätte gern mehr über die Funktion und die Arbeitsprozesse und –wege erfahren. Das wäre nach meiner Information nur mit einer speziellen Führung möglich gewesen.<br />
Trotzdem absolut lohnend!</p>
<p>bw Okt. 2010</p>
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