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	<title>meertext &#187; Fossile Wale</title>
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	<description>Navigation im Meer der Worte</description>
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		<title>Geheimnisvolle Schnabelwale – von Entenwalen und Zweizahnwalen</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Nov 2012 12:40:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meeresforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Museum]]></category>
		<category><![CDATA[Ozean]]></category>
		<category><![CDATA[Schnabelwale]]></category>
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		<description><![CDATA[Schnabelwale sind mittelgroße Zahnwale, von denen die meisten Menschen noch nie gehört haben. Die Tiere sind zwar nicht sehr klein, sondern zwischen 3,5 und über 12 Metern groß, aber sie leben meistens im offenen Meer, weit vor den Küsten. Nach meinen eigenen Erfahrungen während eines Wal-Surveys in der Antarktis 1996/97 meiden viele Arten den Kontakt [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Schnabelwale sind mittelgroße Zahnwale, von denen die meisten Menschen noch nie gehört haben.<br />
Die Tiere sind zwar nicht sehr klein, sondern zwischen 3,5 und über 12 Metern groß, aber sie leben meistens im offenen Meer, weit vor den Küsten. Nach meinen eigenen Erfahrungen während eines Wal-Surveys in der Antarktis 1996/97 meiden viele Arten den Kontakt mit Menschen und tauchen vorher ab. Darum werden sie selten gesichtet. Auf den ersten Blick sehen die meisten von ihnen mit ihren langgezogenen Schnabel für Laien aus wie zu groß geratene Delphine. Auch das ist nicht hilfreich bei ihrer Identifikation.</p>
<p>Um 1990 waren sie die am wenigsten bekannte Familie der Wale. Mit ihrer wenig erforschten Lebensweise und ihren seltsam geformten Köpfen, die ganz anders aussehen, als alle anderen Wale, haben sie mich auf den ersten Blick fasziniert: Ich schrieb meine Diplomarbeit über zwei dieser Arten aus dem Nordatlantik.</p>
<p>Während der Arbeit hatte ich mir einen dieser außergewöhnlichen Schädel auf den Schreibtisch gestellt und an ihm ein neues Messverfahren entwickelt und erprobt. Es war ein noch nicht ausgewachsener Nördlicher Entenwal (<em>Hyperoodon ampullatus</em>). Seinen Schädel habe ich in – und auswendig studiert: Etwa 1,30 Meter lang mit hoch aufgewölbtem Hirnschädel und hohen seitlichen Kämmen (Maxillarkämmen) auf dem Oberkiefer:<br />
Der Donald Duck unter den Walen!<span id="more-317"></span></p>
<p>Ich habe Tage gebraucht, bis ich den Schädel verstanden hatte.<br />
Mit voller Kraft konnte ich den Schädel des Jungtiers gerade eben allein heben &#8211; und meinen kleinen Liebling in den Armen halten.</p>
<p>Schädel von Nördlichen Entenwalen war immerhin in einigen zoologischen Museen und Instituten in Deutschland und Holland zu finden, er ist nicht so selten und strandet ab und an auch an der deutschen Nordseeküste. Früher wurde er sogar kommerziell bejagt, auch aus dieser Zeit sind Schädel erhalten, mit den charakteristischen Messerspuren vom „Abflensen“.</p>
<p><strong>Auf der staubigen Suche nach dem Zweizahnwal</strong><br />
„Meine“ zweite Walart war in Deutschland wesentlich schwieriger zu finden: Der Sowerby-Zweizahnwal, <em>Mesoplodon bidens</em>.<br />
In Deutschland waren nur zwei Exemplaren aufzutreiben.<br />
Die Gattung <em>Mesoplodon</em> ist wesentlich kleiner als ein Entenwal (<em>Hyperoodon</em>), die Tiere werden nur zwischen 3,5 und 6 Meter groß. Die anderen Schnabelgattungen sind meist nur in ein oder zwei Arten aufgespalten.<br />
Die Zweizahnwale &#8211; <em>Mesoplodon</em> &#8211; ist mit 14 Arten die große Ausnahme. Diese Artenvielzahl wird unter Wissenschaftlern diskutiert, aber nicht wirklich verstanden. Manchmal kommen mehrere Arten im gleichen Seegebiet vor. Und da beginnt die Sache, wirklich kompliziert zu werden…<br />
Leider sehen sie sich alle ziemlich ähnlich.</p>
<p><em>Mesoplodon</em> ist zwar ein Zahnwal, de facto haben aber nur ausgewachsene Männchen zwei sichtbare Zähne im Unterkiefer. Die Bezahnung ist artspezifisch und absolut abgefahren: Bei manchen Arten wachsen zwei Hauer aus dem Unterkiefer über dem Oberkiefer zusammen.</p>
<p>Die Zähne der erwachsenen Männchen sind das wichtigste Unterscheidungsmerkmal der Zweizahnwal-Arten. Leider bleiben bei Jungtieren und Weibchen diese Zähne im Gaumen verborgen.<br />
Um die Tiere sicher zu identifizieren, muss man also „nur“ einem erwachsenen Männchen ins Maul schauen. Bei einem vorbeischwimmenden Wal ist das eine gewaltige Herausforderung – nur Flipper zeigte freiwillig ein photogenes Grinsen.</p>
<p><strong>Neue Walart auf dem Fischmarkt</strong><br />
Sie leben meistens in kleinen Gruppen im offenen Ozean und sind durch ihr eher unauffälliges Verhalten auf See schwer zu entdecken. Die lebenden Tiere und die Schädel können nur von Fachleuten identifiziert werden.<br />
Das hat dazu geführt, dass gleich drei <em>Mesoplodon</em>-Arten erst in den letzten drei Jahrzehnten „entdeckt“ worden sind: In Museumssammlungen und auf Fischmärkten:</p>
<p>In neuerer Zeit können diese seltenen Tiere durch die umfassende und hervorragende Forschungsarbeit von Merel Dalebout auch über DNA-Analysen zugeordnet werden:<br />
1991 wurde der <a title="Peruanischer Schnabelwal" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peruanischer_Schnabelwal">Peruanische Schnabelwal</a> (<em>M. peruvianus</em>) beschrieben.<br />
2002 hatte der <a title="Perrin-Schnabelwal" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Perrin-Schnabelwal">Perrin-Schnabelwal</a> (<em>M. perrini</em>) sein wissenschaftliches Debut.<br />
Und nun macht der der <a title="Bahamonde-Schnabelwal" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bahamonde-Schnabelwal">Bahamonde-Schnabelwal</a> (<em>M. traversii</em>) Schlagzeilen…(lesen Sie dazu auch den meertext-Beitrag: <a title="Der Bahamonde-Schnabelwal - ein mysteriöses Phantom aus der Tiefsee" href="http://blog.meertext.eu/2012/11/06/der-bahamonde-schnabelwal-%E2%80%93-ein-mysterioses-phantom-aus-der-tiefsee/" target="_blank">„<strong>Der Bahamonde-Schnabelwal – ein mysteriöses Phantom aus der Tiefsee?</strong>“)</a>.</p>
<p>Dabei sind diese Tiere wirklich gar nicht so klein.<br />
Und es ist auch nicht so, dass sie vorher nicht da waren.<br />
Es hat bloß keiner richtig hingeguckt.<br />
Schnabelwale sind immer wieder für Überraschungen gut, gerade in den ungeheuren Weiten des pazifischen Ozeans.<br />
Vielleicht findet Merel ja noch ein paar neue Arten?<br />
Für mich als Zoologin ist das ein gutes Gefühl: Es gibt immer noch etwas zu entdecken!</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Quellen:</strong></p>
<p>Merel L. Dalebout, James G. Mead, C. Scott Baker, Alan N. Baker, &amp; Anton L. van Helden (2002): A New Species of Beaked Whale, <em>Mesoplodon perrini</em> sp. n. (Cetacea: Ziphiidae), Discovered Through Phylogenic Analysis of Mitochondrial DNA Sequences. <a title="Marine Mammal Science" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marine_Mammal_Science">Marine Mammal Science</a> 18 (3): 577-608. <a title="Digital Object Identifier" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Object_Identifier">doi</a>:<a href="http://dx.doi.org/10.1111%2Fj.1748-7692.2002.tb01061.x">10.1111/j.1748-7692.2002.tb01061.x</a> <a href="http://whitelab.biology.dal.ca/md/Dalebout_2003_Mperrini.pdf">vollständiges PDF</a></p>
<p>A. L. van Helden, A. N. Baker, M. L. Dalebout, J. C. Reyes, K. Van Waerebeek, C. S. Baker: <em>Resurrection of Mesoplodon traversii (Gray, 1874), senior synonym of M. bahamondi Reyes, Van Waerebeek, Cardenas and Yanez, 1995 (Cetacea: Ziphiidae)</em>, In: <a title="Marine Mammal Science" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marine_Mammal_Science">Marine Mammal Science</a>, 18(3):609–621 (July 2002)</p>
<p>Taylor, B.L., Baird, R., Barlow, J., Dawson, S.M., Ford, J., Mead, J.G., Notarbartolo di Sciara, G., Wade, P. &amp; Pitman, R.L. 2008. <em>Mesoplodon peruvianus</em>. In: IUCN 2012. IUCN Red List of Threatened Species. Version 2012.2. &lt;<a href="http://www.iucnredlist.org">www.iucnredlist.org</a>&gt;. Downloaded on <strong>05 November 2012</strong>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Ambra – vom Pottwal-Furz zum Luxus-Parfüm</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2012/09/25/ambra-%e2%80%93-vom-pottwal-furz-zum-luxus-parfum/</link>
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		<pubDate>Tue, 25 Sep 2012 19:23:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dieser Beitrag wühlt verbal schon wieder tief in Tiergedärmen. Diesmal geht es allerdings nicht um klitzekleine Mäuseköttel, wie in „Sonnenstrahl und Mäuseschiss“, sondern um den kapitalen Haufen eines Pottwals. Ambra wird am Strand angespült, auf dem Meer treibend oder im Darmtrakt toter Pottwale gefunden. Die anrüchige Substanz kann grau, grünlich, weißlich marmoriert und von schmieriger [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Beitrag wühlt verbal schon wieder tief in Tiergedärmen.<br />
Diesmal geht es allerdings nicht um klitzekleine Mäuseköttel, wie in <a title="Sonnenstrahl und Mäuseschiss" href="http://blog.meertext.eu/2012/08/31/sonnenstrahl-und-mauseschiss/…" target="_blank">„Sonnenstrahl und Mäuseschiss“</a>, sondern um den kapitalen Haufen eines Pottwals.<br />
Ambra wird am Strand angespült, auf dem Meer treibend oder im Darmtrakt toter Pottwale gefunden. Die anrüchige Substanz kann grau, grünlich, weißlich marmoriert und von schmieriger bis fester Konsistenz sein.<br />
Ambra ist eine kostbare Substanz, die durch ihren außergewöhnlichen Duft und ihre Fähigkeit, andere Düfte zu fixieren, lange Zeit eine essentiell wichtige Rolle in der Parfumherstellung gespielt hat. Ambra wurde mit Gold aufgewogen und entfaltete dann seine betörende Wirkung in Parfums auf der zarten Menschenhaut (damals griffen auch Männer häufiger zum Parfum). Eine außergewöhnliche Karriere für einen Stoff, der im Verdauungstrakt eines Wals entsteht.</p>
<p>Hermann Melville hat es in „Moby Dick“ schön formuliert:<span id="more-310"></span><br />
„Wer würde wohl denken, dass die feinsten Damen und Herren sich an einem Wohlgeruch laben, den man aus den ruhmlosen Gedärmen eines kranken Pottwals holt! Und doch ist es so. Der graue Amber wird von manchen für die Ursache, von anderen für die Folge mangelhafter Verdauung gehalten, an der Wale mitunter leiden. Wie eine solche Dyspepsie zu kurieren wäre, lässt sich schwer sagen; es sei denn, man gibt dem Patienten drei, vier Bootsladungen Rhabarberpillen ein und verzieht sich dann schleunigst aus der Schusslinie.“</p>
<p>Die chemische Zusammensetzung des „Amber gris“ oder grauen Bernsteins ist mittlerweile recht gut bekannt, seine Entstehung ist aber immer noch ein Rätsel.<br />
Fest steht: Ambra enthält Reste von Pottwalnahrung.<br />
Pottwale jagen in der Tiefe der Ozeane Kalmare unterschiedlicher Größen, manchmal steht als Beilage auch noch ein Krake oder Fisch auf der Speisekarte. Kalmare sind Weichtiere, die allerdings einige unverdauliche Teile enthalten. Vor allem die scharfkantigen Schnäbel überfordern den Pottwaldarm. Darum erbrechen sich Pottwale regelmäßig und werden dabei die scharfkantigen Tintenfisch-Schnäbel los.<br />
Normalerweise entleeren Pottwale vor dem Tauchgang ihren Darm. Während meiner Zeit als Whale-watching-Guide vor den norwegischen Vesteralen-Inseln  habe ich oft zugesehen, wie die Kolosse durch eine flaschengrüne Wolke senkrecht abtauchten. Die Ausbreitung der grünen Wolke und deren Quelle sind durch das stille Wasser im sogenannten „Fußabdruck“ des Wals gut zu erkennen. Auch bei stark bewegter See gibt es an der Stelle des Abtauchens ein kleines Rund mit glattem Wasser. Dieser „Fußabdruck“ soll durch die gewaltige Wasserverdrängung des Pottwals entstehen.</p>
<p>Ein Teil der chitinigen Schnäbel passieren aber weiter den Darm. Im Darm werden sie dann von anderen Substanzen umgeben, bis sie schließlich ausgeschieden werden. Wissenschaftler meinen, dass die schmierige Substanz die scharfen Tintenfischschnäbel in den Wal-Eingeweiden umhüllt und sie entschärfen soll. Sie soll also als Schutz vor inneren Verletzungen dienen. Aber was genau im Pottwaldarm passiert, weiß bis heute kein Mensch. Genauso wenig ist bekannt, ob die Produktion von Ambra für Pottwale normal ist oder eher krankhaft.<br />
Sicher ist nur:<br />
Irgendetwas  passiert tief in den Gedärmen des gewaltigen Wals und er  produziert keinen „normalen Stuhlgang“, sondern einen festen Brocken Ambra.<br />
Diese Brocken können lange im Wasser treiben oder angespült werden, in einem jahrelangen „Reifeprozess“ verändern sie Konsistenz, Farbe und Geruch.<br />
Aus dem Walkot wird mit der Zeit eine kostbare Substanz.<br />
Geheimnisvol, unersetzlich und heiß begehrt.</p>
<p>Der US-amerikanische Wissenschafts-Autor Christopher Kemp hat jetzt ein Buch zu diesem spannenden Thema geschrieben:<br />
„Floating Gold: A natural (and unnatural) history of ambergris“ (University Press, Chicago, 2012).<br />
Kemp hat akribisch den derzeitigen Stand der Wissenschaft zur chemischen Zusammensetzung und Entstehung der begehrten Wal-Ausscheidung zusammengetragen.<br />
Bemerkenswert ist, dass die meisten Ingredienzien der geheimnisvollen Substanz zwar chemisch analysiert sind, die künstliche Version aber insgesamt nicht die Qualität des Original-Wal-Produkts erreicht. Darum ist Ambra heute immer noch in besonders kostbaren Parfums enthalten. Erstens aufgrund seine eigenen Duftes und zweitens, weil es auf geheimnisvolle Weise alle anderen Düfte verbindet und verstärkt.<br />
Noch interessanter ist Kemps  ganz persönliche Annäherung an das Thema: Seine vergebliche Suche an neuseeländischen Stränden – erst bei Mike Hill, einem Geographen der Universität Otago in Neuseeland kann er dann tatsächlich an einem Stückchen Ambra riechen. Seine Schwierigkeiten, den besonderen Duftes der grauen Substanz zu beschreiben &#8211; er findet keine Worte. Und seine vergeblichen Versuche, Kontakt zu Ambra-Händlern aufzunehmen – die Gesprächspartner verstummen bei dem Thema sehr schnell.<br />
Dabei stößt er auf einen besonders bizarren Umstand des Themas: Der Handel mit Ambra ist gesetzlich nicht eindeutig geregelt.<br />
Pottwale sind eine geschützte Spezies. Und in den meisten Ländern ist der Handel mit Walprodukten grundsätzlich oder teilweise verboten.<br />
In Australien etwa fallen die Pottwale unter den strengsten Schutz der CITES – Convention of International Trade in Endangered Species., die den Import und Export von Ambra verbietet. In den USA ist der Handel mit Ambra trotz der CITES-Klassifikation erlaubt, wird aber durch den Marine Mammals Protection Act verboten.<br />
Dabei wird keine Rücksicht darauf genommen, dass die meisten Ambra-Brocken heute nicht mehr aus dem Walfang stammen – Pottwale werden so gut wie nicht mehr bejagt – sondern im Wasser treibend oder an den Strand angespült gefunden werden. Die Ambra-Händler haben die begründete Befürchtung, sich mit dem Ankauf der begehrten Substanz strafbar zu machen. Es ist also nicht verwunderlich, dass sie über ihre Ambra-Geschäfte nicht sprechen.</p>
<p>Vielleicht ist der Pottwaldarm gar nicht so ruhmlos, wie Melville meinte?<br />
Immerhin ist dies der Ort, wo aus Tintenfischschnäbeln und anderen ominösen Bestandteilen Ambra entsteht.<br />
Das dürfte dem Pottwaldarm doch einigen Ruhm bescheren.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Groß-Pampau: Wal!</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2011/07/23/gros-pampau-wal/</link>
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		<pubDate>Sat, 23 Jul 2011 09:14:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
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		<description><![CDATA[1968 wurden knapp über der Tonschicht “Kanonenkugeln“ gefunden: runde Objekte mit sehr fester Oberfläche. Beim Öffnen dieser „Kanonenkugeln“ kamen große Wirbel zum Vorschein: sie gehörten zu einem großen fossilen Wal. 1984 kam dann der Sensationsfund: Nach den ersten Einzelfunden wurde dem erfahrenen Geschiebesammler Gerd Höpfner klar: hier lag der größere Teile eines Bartenwals! Die Bergung [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">1968 wurden knapp über der Tonschicht “Kanonenkugeln“ gefunden: runde Objekte mit sehr fester Oberfläche. Beim Öffnen dieser „Kanonenkugeln“ kamen große Wirbel zum Vorschein: sie gehörten zu einem großen fossilen Wal.<span id="more-125"></span></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">1984 kam dann der Sensationsfund: Nach den ersten Einzelfunden wurde dem erfahrenen Geschiebesammler Gerd Höpfner klar: hier lag der größere Teile eines Bartenwals!<br />
Die Bergung des mehr als 10 m großen Fossils war eine komplexe Aufgabe: neben der schieren Größe des Fossils waren die Knochen außerordentlich empfindlich und mussten gleichzeitig auch noch mit Nachtwachen gegen Raubgräber geschützt werden.<br />
Die Bergung erfolgte ehrenamtlich, in mehrmonatiger Arbeit wurde das gesamte Skelett freigelegt. Die oberflächennah abgelagerten Knochen waren durch Sickerwässer weitgehend entkalkt worden und waren sehr zerbrechlich. Sie mussten vor der Bergung an Ort und Stelle mit flüssigem Kunstharz stabilisiert, einige Blöcke wurden im Ganzen stabilisiert und dann abtransportiert.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Die Knochen des Wals lagen zwar noch relativ vollständig und eng beieinander, aber das Fossil war durch die darüber liegenden bis zu 1000 m dicken Gletscher bei deren Scherbewegungen zerrissen worden. Dadurch waren die Knochen teilweise zersplittert, die Partikel mußten zusammen gesucht werden.<br />
Die Fossilien wurden durch ehrenamtlich tätige Menschen wie Herrn Höpfner und den Kiesgrubenbesitzer Herrn Ohle für die Nachwelt gerettet!<br />
Die Zusammenarbeit des Museums für Natur und Umwelt in Lübeck mit den Privatpersonen hat dazu geführt, dass die kostbaren fossilen Wale aus Groß-Pampau heute im Museum von allen Menschen bestaunt werden können.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">bw<br />
</span></p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Walfossilien-Mekka Groß-Pampau</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2011/01/11/walfossilien-mekka-gros-pampau/</link>
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		<pubDate>Tue, 11 Jan 2011 09:55:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Groß-Pampau ist ein Kieswerk in Schleswig-Holstein, unter den Kieslagen befindet sich eine bis zu 1000 m mächtige Glimmertonschicht. Und in eben diesem Glimmerton liegen die Walfossilien. Der Glimmerton und seine kostbaren Fossilien stammen aus dem miozänen Meer (Nordsee), das an dieser Stelle vor etwa 11 Mio Jahren etwa 50 m tief war. Also nicht sehr [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Groß-Pampau ist ein Kieswerk in Schleswig-Holstein, unter den Kieslagen befindet sich eine bis zu 1000 m mächtige Glimmertonschicht. Und in eben diesem Glimmerton liegen die Walfossilien.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Der Glimmerton und seine kostbaren Fossilien stammen aus dem miozänen Meer (Nordsee), das an dieser Stelle vor etwa 11 Mio Jahren etwa 50 m tief war. Also nicht sehr tief, aber auch nicht strandnah.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Die Taphonomie erzählt, dass die Wale nach und nach gestorben sind, es gab kein Massensterben. Das gehäufte Vorkommen von Fossilien ist dadurch entstanden, dass einzelne Wale im Abstand von Jahrzehnten oder Jahrhunderten in diesem Areal gestorben sind. Die Skelette sind zunächst im Knochenverband erhalten geblieben. Diese sehr gut erhaltenen Skelette sind dann erst in der Eiszeit, durch die darüber hinweg &#8220;hobelnden&#8221; Gletscher zerrissen und etwas durcheinander gebracht worden.</span></p>
<p>bw</p>
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		<title>&#8220;Vom Meer ins Museum&#8221;  &#8211; Eine Waltagung in Lübeck</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2010/12/03/vom-meer-ins-museum-eine-waltagung-in-lubeck/</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Dec 2010 09:54:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Fossile Wale]]></category>
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		<description><![CDATA[Zu einem Vortragsprogramm, Informationsaustausch und Diskussionen reisten Wal-Liebhaber aus Deutschland und Dänemark in die Hansestadt Lübeck. Am 19.11 gab es zum Tagungsauftakt eine feierliche Einstimmung im Ostflügel des Doms mit ersten Vorträgen, Reden und musikalischer Begleitung. Der Dom grenzt an das Museum an: Vom Museum gelangt man rechts am Pottwal vorbei in den Dom. Am [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Zu einem Vortragsprogramm, Informationsaustausch und Diskussionen reisten Wal-Liebhaber aus Deutschland und Dänemark in die Hansestadt Lübeck.<br />
</span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Am 19.11 gab es zum Tagungsauftakt eine feierliche Einstimmung im Ostflügel des Doms mit ersten Vorträgen, Reden und musikalischer Begleitung. Der Dom grenzt an das Museum an: Vom Museum gelangt man rechts am Pottwal vorbei in den Dom. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Am 20.11 fanden die Fachvorträge statt.<span id="more-103"></span><br />
20 Wal-Sachverständige aus Deutschland und Dänemark waren angereist. Die Themen hatten als Schwerpunkte &#8220;Fossile Wale&#8221; und &#8220;Rezente Wale der Ostsee&#8221;.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Der Vormittag gehörte den fossilen Walen:</span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Die kostbaren Wal-Fossilien aus Groß-Pampau wurden in zwei detaillierten Vorträgen vorgestellt: Der Grabungsleiter erzählte von seinen Entdeckungen und der schwierigen Bergung der großen Fossilien und der Wissenschaftler berichtet über die neuesten Forschungsergebnisse zur Wal-Verwandtschaft. Zusätzlich gab es einen Exkurs in die Wal-Ausstellung des Senckenberg-Museums, in der u. a. auch fossile Wale zu sehen sind.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Am Nachmittag lag der Schwerpunkt auf den heute in der Ostsee vorkommenden Walen:<br />
Neben den Schweinswalen, die durch den Beifang der Fischerei stark gefährdet sind, kommen hier erstaunlich häufig auch verschiedene Delphinarten und sogar große Bartenwale vor. Ein besonders seltenerer Gast in der Ostsee ist der Sowerby-Schnabelwal (<em>Mesoplodon bidens</em>).</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Bettina Wurche</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Hier das vollständige Vortrags-Programm:</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Samstag, 20. November 2010</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Walsymposium &#8220;Vom Meer ins Museum&#8221;</strong><br />
Museum für Natur und Umwelt, Musterbahn 8, Lübeck</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">09:30 Uhr: Begrüßung<br />
<strong>Das Museum für Natur und Umwelt</strong><br />
Dr. Susanne Füting, komm. Leiterin des Museums für Natur und Umwelt</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Fossile Wale – Erforschung der „Pampauer Wale“<br />
Moderation Dr. Susanne Füting</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">10.00 Uhr: <strong>Neue und alte Wale im Senckenberg-Museum</strong><br />
Dipl.-Biol. Bettina Wurche</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">11.00 Uhr: <strong>Groß-Pampau &#8211; Ein einzigartiger Fundort für fossile Wale und 	Tertiärgeschiebe</strong><br />
Gerhard Höpfner, Grabungsleiter</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">12:00 Uhr: <strong>Gestrandet und für die Wissenschaft gerettet: Die Walfauna aus dem 	Grenzbereich Mittel/Obermiozän von Groß-Pampau (Hzm.Lauenburg) </strong><br />
PD Dr. Oliver Hampe, Museum für Naturkunde – Leibniz-Institut für Evolutions- und 	Biodiversitätsforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Rezente Kleinwale in Nord- und Ostsee<br />
Moderation Dr. Wolfram Eckloff</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">14.00 Uhr: <strong>Wale in der Ostsee: Vielfalt, Verbreitung und Verwechslung</strong><br />
Dr. Carl Chr. Kinze,</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">15.00 Uhr: <strong>Strandfunde und Beifänge von Schweinswalen (Phocoena phocoena 	Linnaeus, 	1758) an der Küste von Angeln und Schwansen zwischen 1987 	und 2008</strong><br />
Dr. med. Andreas Pfander</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">15:20 Uhr:<strong> Der </strong><em><strong>Mesoplodon bidens</strong></em><strong>-Schädel von Greifswald – ein Walkrimi</strong><br />
Dipl.-Biol. Bettina Wurche</span></p>
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		<title>Groß-Pampau: Wal mit Eichenblatt und Pferdekopf</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Dec 2010 18:55:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fossile Wale]]></category>
		<category><![CDATA[Groß-Pampau]]></category>
		<category><![CDATA[Bartenwal]]></category>
		<category><![CDATA[Gross-Pampau]]></category>

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		<description><![CDATA[Die 140- Seelen-Gemeinde Groß-Pampau im schleswig-holsteinischen Kreis Herzogtum Lauenburg führt seit März 2010 den Wal im Wappen! „Von Gold und Blau über einem stark abgeflachten silbernen Dreiberg erhöht geteilt. Oben ein schräglinks gestelltes grünes Eichenblatt und ein roter Pferdekopf, unten ein silberner Bartenwal.“ lautet die Beschreibung des Wappens in der Wappenrolle. Groß-Pampau ist eine kleine [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } 		A:link { so-language: zxx } -->Die 140- Seelen-Gemeinde <a title="Groß-Pampau" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9F_Pampau" target="_blank">Groß-Pampau</a> im schleswig-holsteinischen Kreis Herzogtum Lauenburg führt seit <a title="Wal als Wappentier" href="http://www.bergedorfer-zeitung.de/schwarzenbek/article62824/Den_Wal_als_Wappentier_gewaehlt.html" target="_blank">März 2010 den Wal im Wappen</a>!<span id="more-98"></span></p>
<p>„Von Gold und Blau über einem stark abgeflachten silbernen Dreiberg erhöht geteilt. Oben ein schräglinks gestelltes grünes Eichenblatt und ein roter Pferdekopf, unten ein silberner Bartenwal.“ lautet die Beschreibung des Wappens in der <a title="Wappenrolle" href="http://www.schleswig-holstein.de/LA/DE/06Wappenlandschaft/0604Wappenrolle/0604Wappenrolle_node.html?Aktion=Datenblatt&amp;ID=1006" target="_blank">Wappenrolle</a>.</p>
<p>Groß-Pampau ist eine kleine Gemeinde mit einer großen Kiesgrube, in der mittlerweile mehrere hervorragend erhaltene Bartenwale gefunden wurden. Im Wappen ist der erste bedeutende Fund zu sehen: ein fast vollständig erhaltener miozäner Bartenwal.</p>
<p>In der historischen Begründung des Wappens steht dazu in der Wappenrolle Folgendes:</p>
<p><strong>„Historische Begründung:</strong><br />
Die Struktur der Gemeinde Groß Pampau ist fast ausschließlich landwirtschaftlich bestimmt, alte Eichen und gepflegte Bauernhäuser prägen das Ortsbild. Der Pferdekopf zeigt auch die Verbundenheit mit Kreis und Amtsverwaltung. Beide führen den Pferdekopf im Wappen. Weite Teile Schleswig-Holsteins gehörten vor 10 Millionen Jahren zu der Ur-Nordsee. Bei Groß Pampau war das Wasser etwa 50 m tief. Innerhalb der Gemarkung Groß Pampau erfolgt daher ein intensiver Kiesabbau. Im Sommer 1985 wurde in der Kiesgrube ein sensationeller Fund gemacht: ein ca. 10 Millionen-Jahre altes Walskelett wurde entdeckt. 1989 gab es weitere Funde: ein 10 m langes Skelett eines Bartenwals, Reste eines Zahnwales und eines etwa 3 m langen Haies. Der 10 m lange Wal von Groß Pampau ist ein weltweit einmaliger Fund, da man fast alle Teile ausgraben konnte. Mit der Darstellung von Pferdekopf, Eichenblatt und Bartenwal werden die Hauptmerkmale des Dorfes wiedergegeben.“</p>
<p>Dass eine Gemeinde auf ein gefundenes Fossil so stolz ist, das fossile Vieh aufs Wappenschild zu übernehmen, ist in Deutschland die absolute Ausnahme. Das wärmt das Paläontologen-Herz auch an kalten Tagen beim Graben in ungastlichen Gruben.</p>
<p>Dagegen sehen Eichstätt und Holzmaden alt aus. Wobei diese Ansiedlungen ja auch an sich nicht unbedeutende Fossilfunde aufzuweisen haben&#8230;</p>
<p><strong>Wale als Wappentiere</strong></p>
<p>In der Heraldik wird zwischen „Delphinen“ und „Walen“ unterschieden. Mehrere deutsche Gemeinden führen <a title="Wal-Wappen List und Borkum" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wal_%28Wappentier%29" target="_blank">Cetaceen in ihren Wappen:<br />
List auf Sylt und Borkum</a> zeigen als ehemalige Walfängergemeinden natürlich Bartenwale, die Reichtum und Ruhm auf die friesischen Inseln brachten.<br />
Der <a title="Delphin Stammham" href="http://www.datenmatrix.de/projekte/hdbg/gemeinden/bayerns-gemeinden_detail.php?gkz=9176161" target="_blank">silberne Delphin der bayrischen Gemeinde Stammham</a> ist einem römischen Mosaik entlehnt.<br />
Und nun gibt es mit Groß-Pampau eine weitere Gemeinde mit einem prachtvollen Wal imWappen.</p>
<p>Bettina Wurche</p>
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		</item>
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		<title>Livyatan melvillei, ein fossiler Pottwal mit 36 cm grossen Zähnen</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Oct 2010 08:35:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fossile Wale]]></category>
		<category><![CDATA[Pottwale]]></category>
		<category><![CDATA[Pisco Formation]]></category>
		<category><![CDATA[Pottwal]]></category>
		<category><![CDATA[Wale]]></category>

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		<description><![CDATA[„Leviathan … auf Erden ist nicht seinesgleichen…“ steht in der Bibel geschrieben. Leviathan ist das biblische Seeungeheuer und Herman Melville hat mit seinem epochalen Werk „Moby Dick“ den Pottwal literarisch verewigt. Livyatan melvillei … auf Erden ist nicht seinesgleichen Livyatan melvillei: ein großer Name für ein großartiges Fossil. Olivier Lambert beschreibt diesen fossilen Pottwal von [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>„Leviathan … auf Erden ist nicht seinesgleichen…“ steht in der Bibel geschrieben.<br />
<em>Leviathan</em> ist das biblische Seeungeheuer und Herman <em>Melville</em> hat mit seinem epochalen Werk „Moby Dick“ den Pottwal literarisch verewigt.</p>
<h4><em>Livyatan melvillei</em> … auf Erden ist nicht seinesgleichen</h4>
<p><em>Livyatan melvillei</em>: ein großer Name für ein großartiges Fossil.<em><br />
Olivier Lambert</em> beschreibt diesen fossilen Pottwal von epochalen Ausmaßen in der letzten Ausgabe der renommierten Zeitschrift „Nature“.<span id="more-26"></span>Ein etwa <strong>12 Millionen Jahre alter Pottwal</strong> mit <strong>Zähnen im Ober- und Unterkiefer</strong>, die bis zu <strong>36 cm</strong> lang waren!<br />
Größere Zähne sind von keinem fossilen oder lebenden Wal jemals gefunden worden.<em><br />
Leviathans</em> Schädel ist zu fast 75 % vollständig. Der Schädel ist etwa 3 m lang und 1,90 m breit und sieht auf den ersten Blick aus wie eine Mischung aus Pottwal- und <em>Orca</em>-Schädel.</p>
<p>Die detaillierte Untersuchung ergibt allerdings eindeutige Pottwal-Merkmale, so dass <em>Livyatan</em> absolut sicher zu den <a title="Sperm whale -  Physeter macrocephalus" href="http://www.acsonline.org/factpack/spermwhl.htm" target="_blank">Pottwalen</a> gehört.<br />
Sein Schädel hat ein tiefes „Bassin“ auf dem Oberkiefer, in dem sehr wahrscheinlich eine sehr große „Melone“ lag. Die Melone ist die akustische Linse im Stirnbereich der Zahnwale zur Fokussierung der abgegebenen Geräusche.<br />
Pottwale haben eine Sonderform der Melone, das Spermaceti-Organ.</p>
<p>Dem Schädelaufbau nach zu urteilen hatte dieser fossile Pottwal noch kein solch spezialisiertes Spermaceti-Organ wie seine heutigen Verwandten.<em><br />
<em>Livyatan</em> melvielli</em> hat sicherlich anders gelebt und gejagt als seine heutigen Verwandten.<br />
Seine Zähne und Kiefer erzählen dem kundigen Walforscher, dass er sehr kraftvoll zubeißen konnte und sicherlich auch größere Beute wie Bartenwale gejagt haben dürfte.<br />
Für den ganzen Urwal wird eine Länge zwischen 13,5 und 17,5 m rekonstruiert.</p>
<p><strong>Pottwale und Schwertwale: Top-Jäger in unseren Meeren</strong></p>
<p>Die Zähne<strong> heutiger Pottwale</strong> sind die größten im Tierreich: bei alten Bullen werden sie bis zu 26 cm lang.Diese größten Zahnwale haben im Unterkiefer 26 Paar Zähne, die in Höhlungen des Oberkiefers einrasten. Selten kommen im Oberkiefer einzelne Zähne durch.</p>
<p>Pottwale nutzen die Zähne nicht zur Jagd, sie sind auf eiweißreiche Tintenfischdiät spezialisiert.<br />
Die weichen Tintenfische würden an den Zähnen einfach zerreißen.<br />
Die weiche Beute wird einfach eingesogen, der Wal erzeugt dafür einen Unterdruck im Mundraum.<br />
Männliche Pottwale nutzen die Zähne allerdings für ihre Rivalenkämpfe:<br />
Sie ziehen die Zähne so über den Kopf des Gegners, dass deutlich sichtbare Narben zurückbleiben.</p>
<p>Die gefürchteten<strong> <a title="Killer Whale - Orcinus orca" href="http://www.acsonline.org/factpack/KillerWhale.htm" target="_blank"><em>Orcas </em></a></strong>oder Schwertwale haben bis zu 50 Zähne (11-13 pro Kiefer), die „nur“ bis zu  7,6 cm<em> </em>groß sind. Von der konischen Basis her spitz zulaufend und hakenförmig nach innen gebogen lassen sie auch die glitschigste Beute nicht wieder los. Jeder Versuch, dem tödlichen Rachen zu entkommen, treibt die Beute weiter in die Zähne hinein.<br />
Diese großen Delphinartigen jagen Tintenfische, Fische, Robben, kleine und große Wale.</p>
<h4><strong>Die Pisco-Wüste in Peru: Walfossilien im Wüstensand</strong></h4>
<p><em><em>Livyatan </em>melvielli</em> stammt aus der peruanischen <a title="Pisco-Formation" href="http://resweb.llu.edu/lbrand/research-pisco.html" target="_blank">Pisco-Formation</a>, einer Küstenwüste am Pazifik.<br />
In der Pisco-Formation sind in der Vergangenheit immer wieder hervorragend erhaltene und ungewöhnliche fossile Wale entdeckt worden.<br />
Das Alter der Formation von etwa 13 Mio Jahren (Miozän) ist erdgeschichtlich relativ jung: d. h.: die meisten dort gefundenen Fossilien wie Delphine, Furchenwale oder Schnabelwale kann man den heutigen Wal-Familien zuordnen.</p>
<p>Die Funde der <strong>Pisco-Wüste lassen ein ganzes fossiles Ökosystem</strong> wieder lebendig werden: Hier lagen vor 12 Millionen Jahren viele flache Meeresbuchten an der Küste des Ozeans.<em> </em>Das feinkörnige Gestein hat die Fossilien sanft eingebettet, viele sind dreidimensional und weitgehend vollständig erhalten: Haie, Zahn- und Bartenwale, Pinguine und schwimmende Faultiere!</p>
<p>Sogar die Barten im Maul eines Furchenwals, der mit den heutigen Finn- und Zwergwalen verwandt ist, sind aus der peruanischen Küstenwüste erstmals versteinert überliefert worden.</p>
<h4><strong>Pottwale – gestern, heute, morgen</strong></h4>
<p>Übrigens sind auch in Europa (Norddeutschland und Nord-Italien) fossile Pottwale aus dem Miozän gefunden worden, die ähnliche Zähne hatten und sicherlich nicht nur Tintenfische gejagt haben…<br />
Im Miozän gab es deutlich mehr Pottwal-Arten als heute und sie hatten eine gänzlich andere Lebensweise.<br />
Pottwale sind, evolutiv betrachtet, „altmodische“ Wale. Mit dem Auftauchen sehr großer und starker Delphinartiger wie der <em>Orcas</em> im Pliozän, vor etwa 4 Mio Jahren, scheinen sie gegen solch eine starke Konkurrenz keine Überlebenschance gehabt zu haben. Orcas und Pottwale haben Gehirne von etwa 9 kg Gewicht. Damit haben Orcas ein relativ zur Körpergröße deutlich größeres Gehirn als Pottwale, sie gelten als sehr intelligent und jagen in Gruppen auch die größten Beutetiere.<br />
Mit soviel geballter Intelligenz und den damit verbundenen extrem effektiven Jagdstrategien konnten die Pottwale offenbar nicht konkurrieren.So haben sich die größten aller Zahnwale heute zum Jagen in die Tiefen des Meeres zurückgezogen.</p>
<p><em>Livyatan</em> … im Ozean ist nicht seinesgleichen.</p>
<p>Bettina Wurche</p>
<p>(<a title="Lambert, Bianucci: The giant bite ..." href="http://www.nature.com/nature/journal/v466/n7302/full/nature09067.html" target="_blank">Olivier Lambert; Giovanni Bianucci et al: “The giant bite of a new raptorial sperm whale from the Miocene epoch of Peru”; <em>Nature</em> 466, 105-108 (1 July 2010</a>) | doi:10.1038/nature09067; Received 8 February 2010; Accepted 25 March 2010).</p>
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