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	<title>meertext &#187; Pottwale</title>
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	<description>Navigation im Meer der Worte</description>
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		<title>Der Pottwal, seine Supernase und die Jagd nach dem Riesen-Kalmar</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Apr 2013 10:48:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anatomie]]></category>
		<category><![CDATA[Meeresforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Ozean]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Pottwal (Physeter macrocephalus) ist sagenumwoben und mystisch und der einzige Wal, der nachweislich große Schiffe versenkt hat. Gleichzeitig steht er für unendlichen Reichtum und ist darum erbarmungslos gejagt worden. Das hat er seiner Nase zu verdanken: Bei erwachsenen Bullen nimmt der Kopf fast ein Drittel der Körperlänge ein, sie sehen dadurch seltsam unförmig aus. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Pottwal (<em>Physeter macrocephalus</em>) ist sagenumwoben und mystisch und der einzige Wal, der nachweislich große Schiffe versenkt hat. Gleichzeitig steht er für unendlichen Reichtum und ist darum erbarmungslos gejagt worden.<br />
Das hat er seiner Nase zu verdanken: Bei erwachsenen Bullen nimmt der Kopf fast ein Drittel der Körperlänge ein, sie sehen dadurch seltsam unförmig aus. Der Kopf ist fast viereckig, der kastenartige Aufbau besteht aus zwei Doppelzylindern. Darunter hängt der Unterkiefer &#8211; scheinbar lächerlich klein. Das täuscht allerdings gewaltig, denn der Unterkiefer ist zwar sehr schmal, aber lang und besteht aber aus dem härtesten Knochen des Tierreichs. Er ist massiv genug, um die 52 Zähne zu tragen. Die größten Zähne wiegen fast 1 Kilogramm!</p>
<p>Die Nase macht bei diesem Wal einen großen Teil des Gewichts aus.<br />
Nach Angaben der Walfänger des letzten Jahrhunderts wiegt der Pottwalbulle „a foot, a ton“: Je 1 Fuß Länge wird 1 Tonne Gewicht geschätzt. Ein ausgewachsener Bulle von fast 20 Metern Länge kommt damit auf fast 60 Tonnen Gewicht (Ellis, s. u.).<br />
Und dann wiegt die &#8220;Nase&#8221; mit ihren Anhangsorganen allein mehrere Tonnen.<br />
Der große Kopf gibt der Art ihren Namen: <em>Physeter <span style="text-decoration: underline;"><strong>macrocephalus</strong></span></em>.</p>
<p><span id="more-358"></span> Um so ein Gewicht  zu halten, ist eine Menge reichhaltiges Futter nötig. Pottwale fressen am liebsten Kalmare, die durch ihr Eiweiß echte Proteinbomben sind.<br />
Der Nachteil an Kalmaren ist, dass sie schnell, intelligent und wehrhaft sind. Ihre 10 Arme tragen scharf umränderte Saugnäpfe und mit ihren scharfkantigen Papageien-Schnäbeln können sie tiefe Fleischwunden reißen. Solche Wunden sind an den Köpfen der erwachsenen Wale zu sehen, trotzdem fressen die Meeressäuger gern und oft diese vielarmigen Leckerbissen. Sie müssen also eine Möglichkeit gefunden haben, diese wehrhaften Weichtiere zu überwältigen.</p>
<p>Und da kommt die Nase ins Spiel.<br />
Die Nase des Pottwals ist ein multifunktionales Organ!</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 490px"><img title="Schnitt durch den Pottwal-Kopf (Wikipedia)" alt="File:Sperm whale head anatomy (skull cutaway).svg" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d6/Sperm_whale_head_anatomy_%28skull_cutaway%29.svg/800px-Sperm_whale_head_anatomy_%28skull_cutaway%29.svg.png" width="480" height="222" /><p class="wp-caption-text">Schnitt durch den Pottwal-Kopf (Wikipedia)</p></div>
<p>Ob sie noch zum Riechen taugt, wissen wir nicht – der entsprechende Anteil im Gehirn (Bulbus olfactorius) ist bei den Zahnwalen stark zurückentwickelt. Dafür nutzen alle Wale die Nase zum Atmen: Die Atemöffnung liegt auf dem obersten Punkt des Scheitels, der Wal kann also im Schwimmen und ohne den ganzen Kopf aus dem Wasser strecken zu müssen, sehr schnell aus – und einatmen.<br />
Die extragroße Pottwal-Nase hat ihre seltsame Form und ihren kostbaren Fettanteil durch das sogenannte Spermaceti-Organ. Das Organ besteht aus zwei übereinander liegenden zwei Bestandteilen, dem &#8220;Junk&#8221; und dem &#8220;Case&#8221; (s. Abbildung).</p>
<p>Die Funktion dieses einzigartigen Organs ist bis heute noch nicht vollständig erforscht.<br />
Fest steht: Der Junk, das unten liegende „Fettpolster“, entspricht der Melone anderer Zahnwale. Die Melone ist eine Fettlinse, die essentiell wichtig für die Echolokation ist: Sie fokussiert die Ortungslaute des Wals. Die fokussierten Schallwellen erreichen ihr Ziel (ein Beutetier oder ein Hindernis), werden reflektiert und kommen zum Wal zurück. Durch den asymmetrischen Zahnwal-Schädel und sein an das Wasser angepasste Gehör kann der Wal genau hören, woher und aus welcher Entfernung ein Geräusch kommt (Whitehead s. u.). Der Pottwal-„Junk“ ist allerdings wesentlich größer als die Melone anderer Zahnwale, das dichte Öl ist mit Bindegewebe in Kompartimente unterteilt.<br />
Der „Case“ enthält das eigentliche Spermaceti-Öl, das bei Luftkontakt fest und weißlich wird.</p>
<p>Der dänische Wal-Experte Peer Madsen (s. u.) hat diese Rekordnase intensiv erforscht, seine Ergebnisse weisen darauf hin, dass ein Pottwal sein Lieblingsessen, nämlich tief lebende Kalmare, von der Oberfläche aus ortet, sie dann mit gewaltigen Sonar-Impulsen lähmt oder sogar tötet und die lahmenden Weichtiere dann genüsslich einsaugt. Die Zähne benutzt er beim Fressen übrigens nicht – sie sind auch bei einem alten Pottwal kein Stück abgenutzt.<br />
Damit wäre das Spermaceti-Organ  eine Schallkanone!</p>
<p>Die Schallkanone ist eine gute Erklärung, wie der Wal seine Beute, die intelligenten, schnellen und wehrhaften Kalmare, überwältigen kann.<br />
Neben den Ortungs-Clicks benutzen Pottwale, wie alle Wale, komplexe Lautfolgen zur sozialen Verständigung untereinander (Whitehead s. u.). Whitehead und seine Kollegen sind nach vielen Jahren der Wal-Forschung übrigens der Meinung, dass diese großen Zahnwale eine eigenständige Kultur entwickelt haben. Wie auch Orcas und andere Zahnwale. Aber das ist eine andere Geschichte…</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong>Zum Weiterlesen:</strong></span></p>
<p><strong>Whitehead, Hal</strong> (2003) „Sperm Whales: Social Evolution in the Ocean“ und viele andere Publikationen</p>
<p><strong>Ellis, Richard</strong> (2011)  „The Great Sperm Whale: A Natural History of the Ocean&#8217;s Most Magnificent and Mysterious Creature”</p>
<p><strong>Madsen P. T.</strong> (2002) &#8220;Morphology of the sperm whale nasal complex: A review and some new findings&#8221; PhD.Thesis. Department of Zoophysiology. University of Aarhus. Denmark</p>
<p><strong>Madsen P. T.</strong> (2002) &#8220;Sperm whale sound production &#8211; in the acoustic realm of the biggest nose on record&#8221;. PhD.Thesis. Department of Zoophysiology. University of Aarhus. Denmark</p>
<p><strong>Madsen P.T. </strong>(2003) &#8220;Sperm whale acoustics in a noisy world&#8221; Proceedings of MMS Information Transfer Meeting, Kenner, Louisiana, USA.</p>
<p><strong>Pottwal-Beiträge auf diesem Blog:</strong></p>
<p><a title="Die Pottwale – meine „kleinen“ Lieblinge aus der Bleiksdjupet" href="http://blog.meertext.eu/2013/02/28/die-pottwale-%e2%80%93-meine-%e2%80%9ekleinen%e2%80%9c-lieblinge-aus-der-bleiksdjupet/" target="_blank">&#8220;Die Pottwale &#8211; meine &#8220;kleinen&#8221; Lieblinge aus der Blejksdjupet&#8221;</a></p>
<p><a title="Ambra – vom Pottwal-Furz zum Luxus-Parfüm" href="http://blog.meertext.eu/2012/09/25/ambra-%e2%80%93-vom-pottwal-furz-zum-luxus-parfum/" target="_blank">&#8220;Ambra – vom Pottwal-Furz zum Luxus-Parfüm&#8221;</a></p>
<p><a title="Pottwale meiden Deepwater Horizon" href="http://blog.meertext.eu/2012/04/17/pottwale-meiden-deepwater-horizon/" target="_blank">&#8220;Pottwale meiden Deepwater Horizon&#8221;</a></p>
<p>Bettina Wurche</p>
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		</item>
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		<title>Mein Vortragsprogramm 2013</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2013/03/01/meine-vortragsprogramm-2013/</link>
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		<pubDate>Fri, 01 Mar 2013 20:39:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Astrobiologie]]></category>
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		<category><![CDATA[Pottwale]]></category>
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		<description><![CDATA[26. April: Christian-Mayer-Sternwarte Schriesheim Ozean unter Eis: Gibt es Leben auf dem Jupitermond Europa? Der Jupitermond Europa verbirgt unter einer dicken Eisschicht einen flüssigen Salzwasserozean. Europa ist zurzeit, neben dem Saturnmond Titan, der verheißungsvollste Kandidat für außerirdisches Leben in unserem eigenen Sonnensystem. Der Vortrag gibt zunächst einen Einblick in die Astrobiologie und erläutert dann die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="text-decoration: underline;">26. April</span>: <a title="Volkssternwarte Schriesheim" href="http://www.volkssternwarte-schriesheim.de/oeffnungszeiten.html" target="_blank">Christian-Mayer-Sternwarte Schriesheim</a></strong></p>
<p><b>Ozean unter Eis: Gibt es Leben auf dem Jupitermond Europa?</b></p>
<p>Der Jupitermond Europa verbirgt unter einer dicken Eisschicht einen flüssigen Salzwasserozean.<br />
Europa ist zurzeit, neben dem Saturnmond Titan, der verheißungsvollste Kandidat für außerirdisches Leben in unserem eigenen Sonnensystem.<br />
Der Vortrag gibt zunächst einen Einblick in die Astrobiologie und erläutert dann die Besonderheiten Europas als potentiellem Träger von Leben. Der Schwerpunkt liegt in der Diskussion, wie Leben in Europas Salzozean aussehen könnte. Als Vergleich werden irdische Lebensräume und ihre möglichen Parallelen und Abweichungen zu Europa vorgestellt.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">09.-12. Mai:</span> <a title="FedCon 2013" href="http://www.fedcon.de/index.php/en/home-en" target="_blank">FedCon 2013 (Düsseldorf)</a></strong></p>
<p><strong>Star Trek und die Wale<span id="more-343"></span></strong>Der legendäre  Roman „Moby Dick“ und der Walschutz sind zentrale Themen in mehreren Star Trek-Movies und –Episoden. Der Focus liegt vor allem auf den Buckelwalen und Pottwalen, ihrer Biologie und metaphorischen Bedeutung.Die Buckelwale sind die Totemtiere der Walschutzbewegung: Mit ihrem ätherischen Gesang und ihre Verspieltheit haben sie schnell einen Platz in den Herzen der Menschen erobert. Sie haben mit ihrem positiven Image maßgeblich zum Erstarken des Walschutzes in den 70-er Jahren und der globalen Abkehr vom kommerziellen Walfang beigetragen.<br />
Pottwale haben &#8211; nicht zuletzt durch Herman Melvilles Meisterwerk &#8220;Moby Dick&#8221; &#8211; einen ganz anderen Ruf:  Die erbarmungslosen Jäger und atemberaubende Tieftaucher sind bis heute mystisch und unnnahbar. Die gewaltigen Pottwale stehen für gewaltige menschliche Gefühle: Abenteuerlust, Rache und Besessenheit.<span style="font-size: xx-small;"><span style="font-family: Verdana;"><br />
</span></span></p>
<p><strong>Jules Verne, der Steampunk und die Kopffüßer</strong><br />
analysiert Jules Vernes Roman „20.000 Meilen unter dem Meer“ unter den Aspekten „Steampunk“ und „Tintenfische“.<br />
In nur 150 Jahren sind aus „schleimigen Monstern“ liebenswerte Meeresgesellen geworden. Wodurch hat sich die Sicht der Menschen auf die intelligenten, vielarmigen Meeresbewohner verändert? Und welchen Einfluss hat Verne auf das retrofuturistische Genre „Steampunk“?“<br />
<strong></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
22./23. Juni: <a title="SciFi-Tage Grünstadt" href="http://www.scifi-days.de/de/" target="_blank"> SciFi-Tage Grünstadt<br />
</a></span><br />
Star Trek und die Wale </strong>(Vortrag für kleine und große Besucher)<br />
Der legendäre  Roman „Moby Dick“ und der Walschutz sind zentrale Themen in mehreren Star Trek-Movies und –Episoden. Der Focus liegt vor allem auf den Buckelwalen und Pottwalen, ihrer Biologie und metaphorischen Bedeutung.Die Buckelwale sind die Totemtiere der Walschutzbewegung: Mit ihrem ätherischen Gesang und ihrer Verspieltheit haben sie schnell einen Platz in den Herzen der Menschen erobert. Mit ihrem positiven Image haben sie maßgeblich zum Erstarken des Walschutzes in den 70-er Jahren und der globalen Abkehr vom kommerziellen Walfang beigetragen.<br />
Pottwale haben &#8211; nicht zuletzt durch Herman Melvilles Meisterwerk &#8220;Moby Dick&#8221; &#8211; einen ganz anderen Ruf:  Die erbarmungslosen Jäger und atemberaubende Tieftaucher sind bis heute mystisch und unnnahbar. Die gewaltigen Pottwale stehen für gewaltige menschliche Gefühle: Abenteuerlust, Rache und Besessenheit.</p>
<p><strong>12. Oktober: <a title="Buchmesse Convent" href="http://www.buchmessecon.info/" target="_blank">Buchmesse Convent in Dreieich</a></strong></p>
<p><strong>Star Trek und die Wale</strong> (</p>
<div><span style="text-decoration: underline;"><strong>23. Oktober:  <a title="Naturwissenschaftlicher Verein zu Zweibrücken" href="http://www.nawi-zw.de/index2.html" target="_blank"> Naturwissenschaftlicher Verein zu Zweibrücken</a></strong></span></div>
<h3>BLOWOUT!</h3>
<p>Die Explosion der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im April 2012 verursachte eine gigantische Ölpest im Golf von Mexiko.<br />
Welche technischen und politischen Fehler haben zu der Katastrophe geführt? Welche Auswirkungen hat die Ölpest auf die Ökosysteme im Golf von Mexiko? Wie viele Tiere und welche Arten sind durch die Katastrophe betroffen? Ist die Ölpest jetzt zu Ende?<br />
Der Vortrag gibt Einblick in technische und biologische Fakten und Zusammenhänge. Dabei steht das Schicksal der Meeres-Säugetiere im Fokus des Vortrags. Ein Vergleich mit dem Untergang des Öltankers „Exxon Valdez“ vor Alaska 1989 zeigt, dass eine Ölpest jahrzehntelange Spätfolgen hat.</p>
<div>Zeit: 23.10.2013, 19:30 Uhr</div>
<div>Ort: Audimax der Fachhochschule Zweibrücken</div>
<div>Veranstalter: Naturwissenschaftlicher Verein zu Zweibrücken</div>
<div><span style="text-decoration: underline;"><span style="text-decoration: underline;"><strong>Voraussichtlich Oktober : <a title="Starkenburg-Sternwarte Heppenheim" href="http://www.starkenburg-sternwarte.de/vortraege/index.htm" target="_blank">Starkenburg-Sternwarte Heppenheim</a></strong></span></span><strong>Der Pottwal – Mythos und Wirklichkeit</strong>Der Pottwal (<em>Physeter macrocephalus</em>) ist der größte aller Zahnwale. Er ist der amtierende Tieftauchmeister, hat die größte Nase im Tierreich und ist das größte lebende Raubtier. Zugleich ist er eng verknüpft mit der menschlichen Kulturgeschichte: Über Jahrhunderte haben ihm Walfänger nachgestellt, in Romanen wie „Moby Dick“ ist er unsterblich geworden und sein Spermaceti-Öl war für den Menschen lange Zeit unersetzlich.<br />
Durch sein Abtauchen und seine gewaltige Größe hat er sich unseren Nachforschungen lange erfolgreich entzogen. In jüngster Zeit hat ein neuer Aspekt die Forschung um den Pottwal erweitert: Umfangreiche Feldforschungen vor Nova Scotia werfen die Frage auf, ob Pottwale eine eigene Form von Kultur haben.<br />
<strong>Übrigens:<br />
</strong>Auf meinem Blog „meertext“ gibt es mehrere Beiträge rund um den Pottwal.</div>
<p>Weitere Termine in sind Planung.<br />
In Heppenheim, Speyer und an anderen Orten.<br />
Auf meiner Website finden Sie eine Übersicht über alle meine <a title="meertext: Vorträge" href="http://www.meertext.eu/vortraege.html" target="_blank">Vortragsthemen</a>.<br />
(Aus ungeklärten Gründen wird diese Seite zurzeit in Mozilla nicht korrekt angezeigt.<br />
Im Explorer klappt es aber tadellos. Mozilla arbeitet an der Problemlösung.)</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
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		</item>
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		<title>Die Pottwale – meine „kleinen“ Lieblinge aus der Bleiksdjupet</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Feb 2013 16:59:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ozean]]></category>
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		<description><![CDATA[Gerade bereite ich mal wieder einen meiner liebsten Vorträge vor: „Pottwal – Mythos und Wirklichkeit“. Die Pottwale (Physeter macrocephalus) habe ich tief in mein Herz geschlossen, denn ich habe mit diesen grauen Meeresriesen zwei phantastische Polar-Sommer in Nord-Norwegen verbracht. 1997 und 1998 habe ich für das Whale-watching-Unternehmen „Whale Tours“ in Nyksund gearbeitet, einem malerischen verlassenen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade bereite ich mal wieder einen meiner liebsten Vorträge vor:<strong> „Pottwal – Mythos und Wirklichkeit“.</strong><br />
Die Pottwale (<em>Physeter macrocephalus</em>) habe ich tief in mein Herz geschlossen, denn ich habe mit diesen grauen Meeresriesen zwei phantastische Polar-Sommer in Nord-Norwegen verbracht.<br />
1997 und 1998 habe ich für das Whale-watching-Unternehmen „Whale Tours“ in Nyksund gearbeitet, einem malerischen verlassenen Fischerdorf auf der Insel Hinnoya. In jenen Sommermonaten habe ich unsere Gäste auf dem kleinen Schiff „Odin“ begleitet und Unmengen von Pottwalen (und andere Wale) gesehen.<br />
Dort schneidet der submarine Canyon Bleiksdjupet tief in den Kontinentalschelf ein,  bis sehr dicht an die Küste.<br />
Die Landnähe bringt viele Nährstoffe in das Wasser, durch die große Wassertiefe und die Strömungen ist gleichzeitig viel Sauerstoff im Meer – da tummelt sich die ganze Nahrungskette des Meeres.<br />
Das ideale Revier für die tief tauchenden großen Pottwale!<span id="more-338"></span><br />
Die erwachsenen Bullen sind dort so häufig und so beständig, dass die Whale-watching-Unternehmen sogar eine Wal-Garantie geben: Wenn man keinen Wal sieht, bekommt man die Hälfte des Geldes zurück oder darf am nächsten Tag noch einmal mitfahren.</p>
<p>Dass so mancher Besucher lieber das Geld nahm, anstatt eine zweite Tour zu machen, ist nicht die Schuld der Wale, sondern des Wetters. An dieser Stelle sei auch angemerkt, dass das norwegische Wort für Wal „hval“ lautet, in einem nordnorwegischen Dialekt heißt es sogar „kval“. Eine Wal-Tour mit heftigem Seegang kann für Meeresunerfahrene schnell zur „Qualtour“ werden. Aus gutem Grund haben wir unsere Gäste vor Beginn der Tagestour mit Seekrankheitstabletten gefüttert. Unsere wackere „Odin“ und ihre erfahrenen Steuerleute haben uns natürlich trotz widriger Winde immer sicher ans Ziel und zurück gebracht. Die norwegischen Seeleute hatten für solche „Sommerlüftchen“ nur ein müdes Lächeln übrig.</p>
<p>Als Wal-Guide stand ich oft im Krähennest und musste die Wale finden – Wale sind schon aus weiter Entfernung an ihrem Blas sicher zu identifizieren. Pottwale blasen nur aus dem linken Nasenloch, schräg nach vorn und links. Dann kam der Ruf: „Spermasett forward!“ (Pottwal voraus). (Pottwale heißen im Englischen „Sperm whale“, in Norwegisch „Spermasett“ und auf Französisch „Cachalot“. Ihre Namen in allen anderen europäischen Sprachen sind mit diesen Begriffen verwandt.)<br />
Aus meiner „Walfischtonne“ in etwa 10 Metern Höhe hatte ich einen phantastischen Blick auf die Tiere. An den Tagen, die ich an Deck blieb, war ich ihnen sogar noch näher, sie ließen sich durch uns meistens nicht stören und blieben dicht am Schiff.</p>
<p>Whale Tours existiert heute leider nicht mehr, aber von dem Ort Andenes auf der Nachbarinsel Andoya geht es jeden Tag zur Hval-Safari aufs Meer hinaus.<br />
Ich habe also schon sehr, sehr viel dieser grauen Riesen des Ozeans gesehen.<br />
Aber ich bekomme nicht genug von ihnen, sie haben einen besonderen Platz in meinem Herzen.</p>
<p>Der Pottwal ist für mich ein schwimmendes Paradoxon. Es gibt mehrere große Bartenwal-Arten, die größer werden, aber nicht einer von ihnen kam mir jemals so gewaltig vor, wie „Moby Dick“. Seit ich einen auf der Insel Norderney gestrandeten erwachsenen Bullen von etwa 16 Metern Länge sah &#8211; und mit zerlegte &#8211; hat sich die Wuchtigkeit des Physeter in mein Gedächtnis eingebrannt.<br />
Sie sind einfach atemberaubend!</p>
<p>Das nord-norwegische Whale-watching ist übrigens ein Vorbild für nachhaltigen Ökotourismus.<br />
Die Wal-Touren werden nach strengen regeln und nur von Experten durchgeführt.<br />
erfahrene Kapitäne kennen die Wale und ihr Verhalten, gut ausgebildete Guides geben in vielen verschiedenen Sprachen wissenschaftlich fundierte Information über  die Wale und die aktuelle Forschung.<br />
Die einzelnen Schiffe sprechen sich vor Ort ab, damit ein Wal niemals von mehreren Schiffen eingekesselt und gestört wird. Die Schiffe müssen vorsichtig von hinten an den Pottwal herankommen und dürfen ihn nicht überholen. Außerdem wird ein Sicherheitsabstand zum Wal eingehalten. Dazu drosseln die Schiffe zwar die Motoren, lassen sie aber weiterlaufen. So kann der Wal das Schiff hören und weiß, was um ihn herum vorgeht. Dieses Verhalten beim Whale-watching entspricht den Vorschlägen des IFAW (International Fund of Animal Welfare) und die müssen es als „whale-hugger“ vom Dienst ja schließlich wissen.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
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		</item>
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		<title>Ambra – vom Pottwal-Furz zum Luxus-Parfüm</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2012/09/25/ambra-%e2%80%93-vom-pottwal-furz-zum-luxus-parfum/</link>
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		<pubDate>Tue, 25 Sep 2012 19:23:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ozean]]></category>
		<category><![CDATA[Pottwale]]></category>
		<category><![CDATA[Wale]]></category>
		<category><![CDATA[Fossile Wale]]></category>
		<category><![CDATA[Meeresforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Pottwal]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.meertext.eu/?p=310</guid>
		<description><![CDATA[Dieser Beitrag wühlt verbal schon wieder tief in Tiergedärmen. Diesmal geht es allerdings nicht um klitzekleine Mäuseköttel, wie in „Sonnenstrahl und Mäuseschiss“, sondern um den kapitalen Haufen eines Pottwals. Ambra wird am Strand angespült, auf dem Meer treibend oder im Darmtrakt toter Pottwale gefunden. Die anrüchige Substanz kann grau, grünlich, weißlich marmoriert und von schmieriger [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Beitrag wühlt verbal schon wieder tief in Tiergedärmen.<br />
Diesmal geht es allerdings nicht um klitzekleine Mäuseköttel, wie in <a title="Sonnenstrahl und Mäuseschiss" href="http://blog.meertext.eu/2012/08/31/sonnenstrahl-und-mauseschiss/…" target="_blank">„Sonnenstrahl und Mäuseschiss“</a>, sondern um den kapitalen Haufen eines Pottwals.<br />
Ambra wird am Strand angespült, auf dem Meer treibend oder im Darmtrakt toter Pottwale gefunden. Die anrüchige Substanz kann grau, grünlich, weißlich marmoriert und von schmieriger bis fester Konsistenz sein.<br />
Ambra ist eine kostbare Substanz, die durch ihren außergewöhnlichen Duft und ihre Fähigkeit, andere Düfte zu fixieren, lange Zeit eine essentiell wichtige Rolle in der Parfumherstellung gespielt hat. Ambra wurde mit Gold aufgewogen und entfaltete dann seine betörende Wirkung in Parfums auf der zarten Menschenhaut (damals griffen auch Männer häufiger zum Parfum). Eine außergewöhnliche Karriere für einen Stoff, der im Verdauungstrakt eines Wals entsteht.</p>
<p>Hermann Melville hat es in „Moby Dick“ schön formuliert:<span id="more-310"></span><br />
„Wer würde wohl denken, dass die feinsten Damen und Herren sich an einem Wohlgeruch laben, den man aus den ruhmlosen Gedärmen eines kranken Pottwals holt! Und doch ist es so. Der graue Amber wird von manchen für die Ursache, von anderen für die Folge mangelhafter Verdauung gehalten, an der Wale mitunter leiden. Wie eine solche Dyspepsie zu kurieren wäre, lässt sich schwer sagen; es sei denn, man gibt dem Patienten drei, vier Bootsladungen Rhabarberpillen ein und verzieht sich dann schleunigst aus der Schusslinie.“</p>
<p>Die chemische Zusammensetzung des „Amber gris“ oder grauen Bernsteins ist mittlerweile recht gut bekannt, seine Entstehung ist aber immer noch ein Rätsel.<br />
Fest steht: Ambra enthält Reste von Pottwalnahrung.<br />
Pottwale jagen in der Tiefe der Ozeane Kalmare unterschiedlicher Größen, manchmal steht als Beilage auch noch ein Krake oder Fisch auf der Speisekarte. Kalmare sind Weichtiere, die allerdings einige unverdauliche Teile enthalten. Vor allem die scharfkantigen Schnäbel überfordern den Pottwaldarm. Darum erbrechen sich Pottwale regelmäßig und werden dabei die scharfkantigen Tintenfisch-Schnäbel los.<br />
Normalerweise entleeren Pottwale vor dem Tauchgang ihren Darm. Während meiner Zeit als Whale-watching-Guide vor den norwegischen Vesteralen-Inseln  habe ich oft zugesehen, wie die Kolosse durch eine flaschengrüne Wolke senkrecht abtauchten. Die Ausbreitung der grünen Wolke und deren Quelle sind durch das stille Wasser im sogenannten „Fußabdruck“ des Wals gut zu erkennen. Auch bei stark bewegter See gibt es an der Stelle des Abtauchens ein kleines Rund mit glattem Wasser. Dieser „Fußabdruck“ soll durch die gewaltige Wasserverdrängung des Pottwals entstehen.</p>
<p>Ein Teil der chitinigen Schnäbel passieren aber weiter den Darm. Im Darm werden sie dann von anderen Substanzen umgeben, bis sie schließlich ausgeschieden werden. Wissenschaftler meinen, dass die schmierige Substanz die scharfen Tintenfischschnäbel in den Wal-Eingeweiden umhüllt und sie entschärfen soll. Sie soll also als Schutz vor inneren Verletzungen dienen. Aber was genau im Pottwaldarm passiert, weiß bis heute kein Mensch. Genauso wenig ist bekannt, ob die Produktion von Ambra für Pottwale normal ist oder eher krankhaft.<br />
Sicher ist nur:<br />
Irgendetwas  passiert tief in den Gedärmen des gewaltigen Wals und er  produziert keinen „normalen Stuhlgang“, sondern einen festen Brocken Ambra.<br />
Diese Brocken können lange im Wasser treiben oder angespült werden, in einem jahrelangen „Reifeprozess“ verändern sie Konsistenz, Farbe und Geruch.<br />
Aus dem Walkot wird mit der Zeit eine kostbare Substanz.<br />
Geheimnisvol, unersetzlich und heiß begehrt.</p>
<p>Der US-amerikanische Wissenschafts-Autor Christopher Kemp hat jetzt ein Buch zu diesem spannenden Thema geschrieben:<br />
„Floating Gold: A natural (and unnatural) history of ambergris“ (University Press, Chicago, 2012).<br />
Kemp hat akribisch den derzeitigen Stand der Wissenschaft zur chemischen Zusammensetzung und Entstehung der begehrten Wal-Ausscheidung zusammengetragen.<br />
Bemerkenswert ist, dass die meisten Ingredienzien der geheimnisvollen Substanz zwar chemisch analysiert sind, die künstliche Version aber insgesamt nicht die Qualität des Original-Wal-Produkts erreicht. Darum ist Ambra heute immer noch in besonders kostbaren Parfums enthalten. Erstens aufgrund seine eigenen Duftes und zweitens, weil es auf geheimnisvolle Weise alle anderen Düfte verbindet und verstärkt.<br />
Noch interessanter ist Kemps  ganz persönliche Annäherung an das Thema: Seine vergebliche Suche an neuseeländischen Stränden – erst bei Mike Hill, einem Geographen der Universität Otago in Neuseeland kann er dann tatsächlich an einem Stückchen Ambra riechen. Seine Schwierigkeiten, den besonderen Duftes der grauen Substanz zu beschreiben &#8211; er findet keine Worte. Und seine vergeblichen Versuche, Kontakt zu Ambra-Händlern aufzunehmen – die Gesprächspartner verstummen bei dem Thema sehr schnell.<br />
Dabei stößt er auf einen besonders bizarren Umstand des Themas: Der Handel mit Ambra ist gesetzlich nicht eindeutig geregelt.<br />
Pottwale sind eine geschützte Spezies. Und in den meisten Ländern ist der Handel mit Walprodukten grundsätzlich oder teilweise verboten.<br />
In Australien etwa fallen die Pottwale unter den strengsten Schutz der CITES – Convention of International Trade in Endangered Species., die den Import und Export von Ambra verbietet. In den USA ist der Handel mit Ambra trotz der CITES-Klassifikation erlaubt, wird aber durch den Marine Mammals Protection Act verboten.<br />
Dabei wird keine Rücksicht darauf genommen, dass die meisten Ambra-Brocken heute nicht mehr aus dem Walfang stammen – Pottwale werden so gut wie nicht mehr bejagt – sondern im Wasser treibend oder an den Strand angespült gefunden werden. Die Ambra-Händler haben die begründete Befürchtung, sich mit dem Ankauf der begehrten Substanz strafbar zu machen. Es ist also nicht verwunderlich, dass sie über ihre Ambra-Geschäfte nicht sprechen.</p>
<p>Vielleicht ist der Pottwaldarm gar nicht so ruhmlos, wie Melville meinte?<br />
Immerhin ist dies der Ort, wo aus Tintenfischschnäbeln und anderen ominösen Bestandteilen Ambra entsteht.<br />
Das dürfte dem Pottwaldarm doch einigen Ruhm bescheren.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Pottwale meiden Deepwater Horizon</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2012/04/17/pottwale-meiden-deepwater-horizon/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 06:54:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ölpest Golf von Mexiko]]></category>
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		<description><![CDATA[Pottwale (Physeter macrocephalus) sind gewaltige graue Kolosse, die in allen Weltmeeren leben. Die tief tauchenden Wale schwimmen den größten Teil des Jahres überwiegend nach Geschlechtern getrennt: Die Männchen halten sich in den nahrungsreichen subpolare und polaren Gewässern auf, und die Weibchen und Jungtiere leben in sozialen Gemeinschaften in wärmeren Gewässern. Auch im Golf von Mexiko [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong></strong>Pottwale (<em>Physeter macrocephalus</em>) sind gewaltige graue Kolosse, die in allen Weltmeeren leben. Die tief tauchenden Wale schwimmen den größten Teil des Jahres überwiegend nach Geschlechtern getrennt: Die Männchen halten sich in den nahrungsreichen subpolare und polaren Gewässern auf, und die Weibchen und Jungtiere leben in sozialen Gemeinschaften in wärmeren Gewässern. Auch im Golf von Mexiko gibt es eine große Pottwal-Population. Während der verheerenden Ölpest nach der Explosion der Deepwater Horizon vor fast zwei Jahren waren zwei tote Pottwale angespült worden.</p>
<p>Durch ihre Lebensweise im offenen Ozean und ihre langen und tiefen Tauchgänge sind Pottwale schwierig zu beobachten. Darum nutzen Wissenschaftler für die Untersuchung ihrer Verbreitungsgebiete und Bestände oft akustische Methoden, mit denen sie die Lautäußerungen der Tiere verfolgen.<br />
Pottwale haben keine „Gesänge“ oder andere komplexe Lautäußerungen wie viele andere Wale, diese größten Zahnwale geben vor allem so genannte “clicks“ ab.</p>
<p>Eine Arbeitsgruppe der Universität Louisiana hat die Laute der Pottwale im Golf von Mexiko mit einem passiven akustischen Survey untersucht: <span id="more-263"></span><br />
Dazu wird ein Netz oder eine Kette aus Bojen mit Hydrophonen (Unterwassermikrophonen) im Wasser aufgestellt. Diese Hydrophone nehmen dann die Laute der Wale auf. Aus den Lauten können Spezies, Anzahl, Wassertiefe und Fortbewegung bestimmt werden, das ermöglicht wichtige Informationen zum Bestand und der Verbreitung der Wale.</p>
<p>Solche passiven akustischen Surveys sind zuverlässig, da witterungsunabhängig, und wesentlich kostengünstiger als Bestandsschätzungen von Schiffen oder Flugzeugen aus. Der Louisiana-Pottwalbestand ist 2001, 2002, 2007 und 2010 untersucht worden. Die Daten aus den Jahren 2007 und 2010 ermöglichen den Vergleich des Pottwalbestands vor und nach der Explosion der Deepwater Horizon. Die statistische Auswertung von Bojen, die 9 bzw. 25 Meilen vom Standort der explodierten Bohrinsel entfernt sind, ergibt klar: Die akustische Aktivität der Pottwale im Bereich der 9-Meilen Boje ist um den Faktor zwei zurückgegangen. Dafür hat die akustische Aktivität im Bereich der 25 Meilen entfernten Boje signifikant zugenommen.</p>
<p>Das ist für die Wissenschaftler ein klarer Hinweis darauf, dass die Pottwal-Population sich von der havarierten Bohrinsel weg bewegt hat.</p>
<p>Über die genauen Gründe dieser Ausweichbewegung kann bisher nur spekuliert werden: Möglicherweise sind die Kalmare, die Nahrung der Pottwale, weiter gezogen. Und die Wale sind ihrem Lieblingsessen dann einfach gefolgt.</p>
<p><em>Quelle:</em></p>
<p>Azmy S. Ackleh<sup>1</sup>, George E. Ioup<sup>2</sup>, Juliette W. Ioup<sup>2</sup>, Baoling Ma<sup>1</sup>, Joal J. Newcomb<sup>3</sup>, Nabendu Pal<sup>1</sup>, Natalia A. Sidorovskaia<sup>4</sup>, and Christopher Tiemann<sup>5</sup>: “<a title="Assessing the Deepwater Horizon oil spill impact on marine mammal population through acoustics: Endangered sperm whales" href="http://asadl.org/jasa/resource/1/jasman/v131/i3/p2306_s1?isAuthorized=no" target="_blank">Assessing the Deepwater Horizon oil spill impact on marine mammal population through acoustics: Endangered sperm whales</a>”. J. Acoust. Soc. Am. Volume 131, Issue 3, pp. 2306-2314 (2012);</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
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		<title>Ölpest: Das lange Sterben der Wale</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2011/03/15/olpest-das-lange-sterben-der-wale/</link>
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		<pubDate>Tue, 15 Mar 2011 16:03:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Exxon Valdez: Ölpest im Prince-William-Sound 1989 havarierte der Supertanker &#8220;Exxon Valdez&#8221; im Prince-William-William-Sund. 42 Millionen Liter Rohöl verursachten die schlimmste Ölpest der US-Geschichte. Diese Ölpest scheint in den Köpfen der Menschen längst vergessen zu sein. Zu Unrecht. Ihre Folgen dauern bis heute an. In der aktuellen Ausgabe von &#8220;Bild der Wissenschaft&#8221; beschäftigt sich mein Beitrag [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Exxon Valdez: Ölpest im Prince-William-Sound</strong></p>
<p>1989 havarierte der Supertanker &#8220;Exxon Valdez&#8221; im Prince-William-William-Sund. 42 Millionen Liter Rohöl verursachten die schlimmste Ölpest der US-Geschichte. Diese Ölpest scheint in den Köpfen der Menschen längst vergessen zu sein.<br />
Zu Unrecht.<br />
Ihre Folgen dauern bis heute an.</p>
<p>In der aktuellen Ausgabe von &#8220;Bild der Wissenschaft&#8221; beschäftigt sich mein Beitrag &#8220;Leben und Sterben im Orca-Clan&#8221; mit dem Niedergang zweier alaskanischer Orca-Familien,  die Opfer der Ölpest wurden. Die Resident-Familie AB und und die Transient-Familie AT 1. Beide Clans verloren unmittelbar nach dem Tankerunglück und in den Jahren danach viele Familienmitglieder. Mehr als 20 Jahre danach steht fest: Die Familie AB erholt sich langsam, sie wird überleben. Für den AT1-Clan sieht es schlechter aus. Der Walforscher Craig Matkin von der Umweltschutzorgansiation <a title="North Gulf Oceanic Society" href="http://www.whalesalaska.org/index.html" target="_blank">North Gulf Oceanic Society</a> befürchtet ihr Aussterben, wie er 2008  in seiner Publikation <a title="Matkin et al Ongoing population-level impacts in killer whales ... " href="http://www.whalesalaska.org/docs/matkin-et-al-2008-meps.pdf" target="_blank">&#8220;Ongoing population-level impacts in killer whales Orcinus orca following the Exxon Valdes oil spill in Prince William-Sound, Alaska&#8221;</a> <img src="file:///C:/DOCUME%7E1/Rainer/LOCALS%7E1/Temp/moz-screenshot.png" alt="" />stichhaltig begründete.</p>
<p>Eine Ölpest ist nicht zu Ende, wenn sie in den Medien nicht mehr präsent ist.<span id="more-157"></span></p>
<p><strong>Deepwater Horizon: Ölpest im Golf von Mexiko</strong></p>
<p>Die Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko hat bis jetzt schon weit über 100 Meeressäugetiere getöten, die unmittelbar nach der Explosion der Bohrinsel &#8220;Deepwater Horizon&#8221; tot an die Strände gespült wurden.<br />
Im BdW-Beitrag geht es in erster Linie um die Auswirkungen der Ölpest auf die Pottwale. Nach Berechnungen von Wissenschaftlern würden bereits drei zusätzlich durch anthropogene Einwirkungen getötete Pottwale reichen, um die gesamte Population von derzeit etwa 1600 Tieren langfristig zu gefährden.<br />
Mittlerweile ist nach Angaben der NOAA ein <a title="NOAA fact sheet " href="http://www.nmfs.noaa.gov/pr/health/oilspill/mammals.htm" target="_blank">zweiter toter Pottwal </a>angespült worden. Da Pottwale fernab der Küsten leben, ist anzunehmen, dass nicht jedes verstorbene Tier angespült wird, die meisten dürften eher im Meer versinken.</p>
<p>Zur Zeit bekommen die Delphine im Golf von Mexiko ihren Nachwuchs. In diesem Jahr sind bereits <a title="Institute for Marine Mammal Studies" href="http://www.imms.org/Article_2011_Feb_21CalvesStrand.php" target="_blank">17 Totgeburten bzw. nach der Geburt verstorbene Kälber</a> an den Stränden gefunden worden. Nach Aussagen des Institutes for Marine Mammal Studies ist das eine abnorm hohe Zahl. Auch wenn zur Zeit noch kein Nachweis für einen Zusammenhang mit der Ölpest vorliegt, ist nach Aussagen der Wissenschaftler des Instituts ein Zusammenhang mehr als wahrscheinlich.<br />
Weiterhin sind in diesem Jahr auch bei erwachsenen Delphinen besonders viele Todesfälle zu beklagen.</p>
<p>Der von anderen Wissenschaftlern postulierte Zusammenhang mit einem Einstrom kalten Wassers oder  Morbillivirus-Infektionen erscheint mir angesichts der erwiesenen gesundheitlichen Schädigungen der Delphine durch eine massive Ölpest und die Durchseuchung der gesamten Nahrungskette absolut lächerlich.<br />
Sicherlich sind geschwächte Tiere (und durch Ölverseuchung wird schließlich auch das Immunsystem gecshädigt) eher anfällig, um letztendlich durch eine zusätzliche Infektion oder eine starke Abkühlung zu sterben.<br />
Aber es darf auf keinen Fall vernachlässigt werden, dass hier eine Ölpest stattgefunden hat. Und dass deren Auswirkunge, auch wenn sie nicht im Einzelfall nachzuweisen sind, noch über Jahrzehnte nachwirken werden.</p>
<p>Es gehört zur Verantwortung eines Wissenschaftlers, nicht zu Gunsten der Ölindustrie und der Regierung die katastrophalen ökologischen Folgen der Erdölexploration und -förderung wegzureden.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
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		<title>Livyatan melvillei, ein fossiler Pottwal mit 36 cm grossen Zähnen</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Oct 2010 08:35:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fossile Wale]]></category>
		<category><![CDATA[Pottwale]]></category>
		<category><![CDATA[Pisco Formation]]></category>
		<category><![CDATA[Pottwal]]></category>
		<category><![CDATA[Wale]]></category>

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		<description><![CDATA[„Leviathan … auf Erden ist nicht seinesgleichen…“ steht in der Bibel geschrieben. Leviathan ist das biblische Seeungeheuer und Herman Melville hat mit seinem epochalen Werk „Moby Dick“ den Pottwal literarisch verewigt. Livyatan melvillei … auf Erden ist nicht seinesgleichen Livyatan melvillei: ein großer Name für ein großartiges Fossil. Olivier Lambert beschreibt diesen fossilen Pottwal von [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>„Leviathan … auf Erden ist nicht seinesgleichen…“ steht in der Bibel geschrieben.<br />
<em>Leviathan</em> ist das biblische Seeungeheuer und Herman <em>Melville</em> hat mit seinem epochalen Werk „Moby Dick“ den Pottwal literarisch verewigt.</p>
<h4><em>Livyatan melvillei</em> … auf Erden ist nicht seinesgleichen</h4>
<p><em>Livyatan melvillei</em>: ein großer Name für ein großartiges Fossil.<em><br />
Olivier Lambert</em> beschreibt diesen fossilen Pottwal von epochalen Ausmaßen in der letzten Ausgabe der renommierten Zeitschrift „Nature“.<span id="more-26"></span>Ein etwa <strong>12 Millionen Jahre alter Pottwal</strong> mit <strong>Zähnen im Ober- und Unterkiefer</strong>, die bis zu <strong>36 cm</strong> lang waren!<br />
Größere Zähne sind von keinem fossilen oder lebenden Wal jemals gefunden worden.<em><br />
Leviathans</em> Schädel ist zu fast 75 % vollständig. Der Schädel ist etwa 3 m lang und 1,90 m breit und sieht auf den ersten Blick aus wie eine Mischung aus Pottwal- und <em>Orca</em>-Schädel.</p>
<p>Die detaillierte Untersuchung ergibt allerdings eindeutige Pottwal-Merkmale, so dass <em>Livyatan</em> absolut sicher zu den <a title="Sperm whale -  Physeter macrocephalus" href="http://www.acsonline.org/factpack/spermwhl.htm" target="_blank">Pottwalen</a> gehört.<br />
Sein Schädel hat ein tiefes „Bassin“ auf dem Oberkiefer, in dem sehr wahrscheinlich eine sehr große „Melone“ lag. Die Melone ist die akustische Linse im Stirnbereich der Zahnwale zur Fokussierung der abgegebenen Geräusche.<br />
Pottwale haben eine Sonderform der Melone, das Spermaceti-Organ.</p>
<p>Dem Schädelaufbau nach zu urteilen hatte dieser fossile Pottwal noch kein solch spezialisiertes Spermaceti-Organ wie seine heutigen Verwandten.<em><br />
<em>Livyatan</em> melvielli</em> hat sicherlich anders gelebt und gejagt als seine heutigen Verwandten.<br />
Seine Zähne und Kiefer erzählen dem kundigen Walforscher, dass er sehr kraftvoll zubeißen konnte und sicherlich auch größere Beute wie Bartenwale gejagt haben dürfte.<br />
Für den ganzen Urwal wird eine Länge zwischen 13,5 und 17,5 m rekonstruiert.</p>
<p><strong>Pottwale und Schwertwale: Top-Jäger in unseren Meeren</strong></p>
<p>Die Zähne<strong> heutiger Pottwale</strong> sind die größten im Tierreich: bei alten Bullen werden sie bis zu 26 cm lang.Diese größten Zahnwale haben im Unterkiefer 26 Paar Zähne, die in Höhlungen des Oberkiefers einrasten. Selten kommen im Oberkiefer einzelne Zähne durch.</p>
<p>Pottwale nutzen die Zähne nicht zur Jagd, sie sind auf eiweißreiche Tintenfischdiät spezialisiert.<br />
Die weichen Tintenfische würden an den Zähnen einfach zerreißen.<br />
Die weiche Beute wird einfach eingesogen, der Wal erzeugt dafür einen Unterdruck im Mundraum.<br />
Männliche Pottwale nutzen die Zähne allerdings für ihre Rivalenkämpfe:<br />
Sie ziehen die Zähne so über den Kopf des Gegners, dass deutlich sichtbare Narben zurückbleiben.</p>
<p>Die gefürchteten<strong> <a title="Killer Whale - Orcinus orca" href="http://www.acsonline.org/factpack/KillerWhale.htm" target="_blank"><em>Orcas </em></a></strong>oder Schwertwale haben bis zu 50 Zähne (11-13 pro Kiefer), die „nur“ bis zu  7,6 cm<em> </em>groß sind. Von der konischen Basis her spitz zulaufend und hakenförmig nach innen gebogen lassen sie auch die glitschigste Beute nicht wieder los. Jeder Versuch, dem tödlichen Rachen zu entkommen, treibt die Beute weiter in die Zähne hinein.<br />
Diese großen Delphinartigen jagen Tintenfische, Fische, Robben, kleine und große Wale.</p>
<h4><strong>Die Pisco-Wüste in Peru: Walfossilien im Wüstensand</strong></h4>
<p><em><em>Livyatan </em>melvielli</em> stammt aus der peruanischen <a title="Pisco-Formation" href="http://resweb.llu.edu/lbrand/research-pisco.html" target="_blank">Pisco-Formation</a>, einer Küstenwüste am Pazifik.<br />
In der Pisco-Formation sind in der Vergangenheit immer wieder hervorragend erhaltene und ungewöhnliche fossile Wale entdeckt worden.<br />
Das Alter der Formation von etwa 13 Mio Jahren (Miozän) ist erdgeschichtlich relativ jung: d. h.: die meisten dort gefundenen Fossilien wie Delphine, Furchenwale oder Schnabelwale kann man den heutigen Wal-Familien zuordnen.</p>
<p>Die Funde der <strong>Pisco-Wüste lassen ein ganzes fossiles Ökosystem</strong> wieder lebendig werden: Hier lagen vor 12 Millionen Jahren viele flache Meeresbuchten an der Küste des Ozeans.<em> </em>Das feinkörnige Gestein hat die Fossilien sanft eingebettet, viele sind dreidimensional und weitgehend vollständig erhalten: Haie, Zahn- und Bartenwale, Pinguine und schwimmende Faultiere!</p>
<p>Sogar die Barten im Maul eines Furchenwals, der mit den heutigen Finn- und Zwergwalen verwandt ist, sind aus der peruanischen Küstenwüste erstmals versteinert überliefert worden.</p>
<h4><strong>Pottwale – gestern, heute, morgen</strong></h4>
<p>Übrigens sind auch in Europa (Norddeutschland und Nord-Italien) fossile Pottwale aus dem Miozän gefunden worden, die ähnliche Zähne hatten und sicherlich nicht nur Tintenfische gejagt haben…<br />
Im Miozän gab es deutlich mehr Pottwal-Arten als heute und sie hatten eine gänzlich andere Lebensweise.<br />
Pottwale sind, evolutiv betrachtet, „altmodische“ Wale. Mit dem Auftauchen sehr großer und starker Delphinartiger wie der <em>Orcas</em> im Pliozän, vor etwa 4 Mio Jahren, scheinen sie gegen solch eine starke Konkurrenz keine Überlebenschance gehabt zu haben. Orcas und Pottwale haben Gehirne von etwa 9 kg Gewicht. Damit haben Orcas ein relativ zur Körpergröße deutlich größeres Gehirn als Pottwale, sie gelten als sehr intelligent und jagen in Gruppen auch die größten Beutetiere.<br />
Mit soviel geballter Intelligenz und den damit verbundenen extrem effektiven Jagdstrategien konnten die Pottwale offenbar nicht konkurrieren.So haben sich die größten aller Zahnwale heute zum Jagen in die Tiefen des Meeres zurückgezogen.</p>
<p><em>Livyatan</em> … im Ozean ist nicht seinesgleichen.</p>
<p>Bettina Wurche</p>
<p>(<a title="Lambert, Bianucci: The giant bite ..." href="http://www.nature.com/nature/journal/v466/n7302/full/nature09067.html" target="_blank">Olivier Lambert; Giovanni Bianucci et al: “The giant bite of a new raptorial sperm whale from the Miocene epoch of Peru”; <em>Nature</em> 466, 105-108 (1 July 2010</a>) | doi:10.1038/nature09067; Received 8 February 2010; Accepted 25 March 2010).</p>
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