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	<title>meertext &#187; Ausstellung</title>
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	<description>Navigation im Meer der Worte</description>
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		<title>Sammlungswelten: Axolotl – ein Molch zwischen Jugendwahn und Roadkill</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Feb 2012 17:57:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In einer Vitrine der Ausstellung &#8220;Sammlungswelten&#8221; sind einige Ausnahme-Tiere und Raritäten zu sehen, die Meilensteine der Biologie sind und die jeder Biologe persönlich kennt. Der Axolotl ist einer davon. Der Axolotl ist ein mexikanischer Schwanzlurch. Er trägt an beiden Seiten des Kopfes drei äußere Kiemenäste, dahinter liegen die Kiemenspalten. Der Axolotl hat als erwachsenes Tier [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In einer Vitrine der Ausstellung &#8220;Sammlungswelten&#8221; sind einige Ausnahme-Tiere und Raritäten zu sehen, die Meilensteine der Biologie sind und die jeder Biologe persönlich kennt. Der Axolotl ist einer davon.<em></em><strong><em><br />
</em></strong>Der Axolotl ist ein mexikanischer Schwanzlurch. Er trägt an beiden Seiten des Kopfes drei äußere Kiemenäste, dahinter liegen die Kiemenspalten. Der <em>Axolotl</em> hat als erwachsenes Tier Kiemen und Lungen. Dadurch kann er sowohl im Wasser als auch an der Luft atmen &#8211; ein atemtechnischer Tausendsassa!</p>
<p><strong>Für immer jung</strong><strong><em>: Axolotl (</em></strong><strong><em>Siredon mexicanum </em></strong><strong>(1890))</strong><br />
Normalerweise leben Amphibienlarven im Wasser und atmen über Kiemen, nach der Metamorphose atmen sie dann über Lungen und können das Wasser verlassen.<br />
Der Axolotl und einige andere Molche durchlaufen keine Metamorphose, sondern erreichen die Geschlechtsreife im Kiemen tragenden Larvenstadium. Der Grund für das Ausbleiben der Metamorphose ist ein Schilddrüsendefekt: Die Ausschüttung von Wachstumshormonen bleibt aus.<br />
Das Erreichen der Geschlechtsreife im Larvalstadium heißt <strong>Neotenie</strong>.</p>
<p>Wenn sich die Lebensumstände eines Axolotl verschlechtern, etwa durch eine zu starke Erwärmung des Wohngewässers, kann es dann trotzdem noch zur Metamorphose kommen: die äußeren Kiemen entwickeln sich dann zurück. Die Tiere können dann das unkomfortabel oder lebensbedrohlich gewordene Wohngewässer verlassen und, wie jeder andere erwachsene Molch auch, an Land leben.<span id="more-250"></span><br />
Wilde Axolotl leben nur in einigen mexikanischen Seen, aufgrund der Wasserverschmutzung und Trockenlegung von Feuchtgebieten sind sie vom Aussterben bedroht.<br />
Ihr Name bedeutet in der aztekischen Sprache Nahuatl etwa „Wassermonstrum“.</p>
<p>Neben der ungewöhnlichen Eigenschaft der Neotenie haben Axolotl auch außergewöhnliche Fähigkeiten zur <strong>Regeneration</strong>: Gliedmaßen, Organe und sogar Teile des Gehirns und Herzens können nach Verlust oder Beschädigung  nachwachsen.</p>
<p><strong><em> </em>Der Axolotl als Kultfigur und Haustier</strong><br />
Axolotl haben spätestens durch das Buch von Helene Hegemann „<em>Axolotl Roadkill</em>“ Kultstatus erreicht und wohnen seitdem in noch mehr deutschen Haushalten als Haustier. Das exotische amphibische Haustier hat spezifische gesundheitliche Probleme, mit denen Tierärzte oftmals überfordert sind. Der Berliner Tierarzt Frank Mutschmann, ein Amphibien- und Reptilien-Spezialist, hat deshalb einen <a title="Axolotl-App für Tierärzte" href="http://itunes.apple.com/us/app/id441899997?mt=8" target="_blank">Axolotl-App für Tierärzte</a> entwickelt, um die Gesundheitsfürsorge der außergewöhnlichen Molche auch in deutschen Wohnzimmern sicher zu stellen.</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
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		<title>Sammlungswelten: Verdauung von Z(-unge) bis A(-nus)</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 10:30:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anatomie]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
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		<description><![CDATA[In unserer kleinen Anatomie-Ausstellung darf natürlich auch der Verdauungstrakt nicht fehlen. Der Magen und Verdauungsapparat spiegeln den zunehmend höheren Energiebedarf in der Wirbeltierentwicklung besonders offensichtlich wieder. Mund und Pharnyx (= Kiemendarm) sind die Vorboten des Verdauungstraktes. Der Magen ist der Körperabschnitt, in dem die Nahrung verdaut wird. Er ist evolutionsgeschichtlich eine Aussackung des Kiemendarms. Ein [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In unserer kleinen Anatomie-Ausstellung darf natürlich auch der Verdauungstrakt nicht fehlen. Der Magen und Verdauungsapparat spiegeln den zunehmend höheren Energiebedarf in der Wirbeltierentwicklung besonders offensichtlich wieder. Mund und Pharnyx (= Kiemendarm) sind die Vorboten des Verdauungstraktes. Der Magen ist der Körperabschnitt, in dem die Nahrung verdaut wird. Er ist evolutionsgeschichtlich eine Aussackung des Kiemendarms. Ein Magen kann, je nach Spezies, aus einem oder mehreren Abschnitten bestehen. An den Magen schließt sich der viele Meter lange Darmtrakt an. Der Anus schließt mit einer doppelten Muskelrosette die Darmöffnung ab.</p>
<p><strong> </strong>Die Feuchtpräparate-Sammlung umfasst Präparate aus allen Teilstücken der Verdauungstrakte von unterschiedlichsten Wirbeltieren. Unter <strong>Verdauungstrakt von Z wie Zunge bis A wie Anus </strong>haben wir einen kleinen Einblick in die Tiefen des Wirbeltier-Verdauungssystems zusammengestellt.</p>
<h4><strong>Verdauungstrakt von Z wie Zunge bis A wie Anus</strong></h4>
<p><strong>Zunge eines großen Krokodils (<em>Crocodylus, </em>wahrscheinlich Leistenkrokodil)</strong><br />
Die Zunge lenkt die Nahrung und kontrolliert den Zerkleinerungsprozess.<br />
Diese Krokodilzunge ist groß und muskulös. Die Zunge ist mit einem Stück der Kehle aus dem toten Tier geschnitten worden, so dass an dieser Stelle die typische gepanzerte Außenhaut der Panzerechse erkennbar ist.<br />
Ein ungewöhnliches Stück: wer die Zunge eines Leistenkrokodils zu sehen bekommen hat, kann meistens hinterher nichts mehr dazu erzählen.<span id="more-238"></span></p>
<p><strong>Speiseröhre</strong><br />
Durch die Speiseröhre rutscht die Nahrung in den Magen.</p>
<p><strong>Mageninhalt eines Indischen Schweinswals (<em>Neophocoena phocaenoides</em>)</strong><br />
Dieser Schweinswal hat vor seinem Tod große Garnelen und kleine Fische gefressen.<br />
Es ist zu erkennen, dass die Beute nicht gekaut, sondern nur verschluckt wurde: Die Krebse und Fische sind nicht zerkaut, allerdings sind sie schon teilweise angedaut. Der kleine Wal stammt aus dem südostasiatischen Küstenbereich, dort hat er auch die kapitalen Garnelen verkostet.<br />
Wale, die in Küstennähe leben und Garnelen fressen, leben in räumlicher und Nahrungskonkurrenz zum Menschen. Der Mageninhalt dieses Tieres deutet auf eine Interessenkollision hin, die zum Nachteil der kleinen Schweinswale ausgehen dürfte. Anatomische Präparate lassen also wichtige Rückschlüsse auf Ökologie und Artenschutz zu.</p>
<p><strong>Dünndarm (Stück) eines Seiwals (<em>Balaenoptera borealis</em>)</strong><br />
Ein langes, dünnes Stückchen Darm aus dem antarktischen Walfang.</p>
<p><strong>Blinddarm eines Haushundes (<em>Canis lupus</em>)</strong><br />
Der Blinddarm eines Hundes ist wenig spektakulär. Den meisten Menschen ist der Blinddarm vor allem als etwas nutzloser Anhang, der sich schlimmstenfalls entzünden kann und dann herausoperiert werden muss, bekannt.<br />
Bei einigen anderen Tiergruppen hat er aber eine sehr wichtige Funktion: Hasenartige,  Pferde und Meerscheinchen-Verwandte nutzen diesen speziellen Abschnitt des Darms, um schwer verdauliche Nahrung wie Gras besser aufschließen zu können. Hier werden bestimmte Enzyme produziert, mit denen dem Gras wichtige Nährstoffe entzogen werden können.<br />
Leider war in der Sammlung kein Hasen- oder Pferdeblinddarm vorhanden &#8211; den hätten wir gern präsentiert.</p>
<p><strong>Anus (Elefant)</strong><br />
Der Anus ist die Austrittsöffnung des Enddarms und wird von zwei Schließmuskeln geschlossen.<br />
Ein Elefanten-Anus erreicht eine beeindruckende Größe. Noch beeindruckender ist, dass ein Zoologe daran gedacht hat, von einem verstorbenen Zoo-Elefanten das A…-loch zu entnehmen und für die Nachwelt aufzubewahren. Dieses ungewöhnliche Stück durften wir der Öffentlichkeit keinesfalls vorenthalten.<br />
Es schließt im doppelten Sinne den Exkurs ins Verdauungssystem der Wirbeltiere ab.</p>
<p>Der Ausstellungsabschnitt zum Verdauungstrakt zeigt viele weitere Organe von der Leber eines Gorillas über meterlange Darmabschnitte bis zum spektakulären Straußenmagen.</p>
<p>Sogar ein <strong>leerer Magen</strong> ist dabei:<br />
Wenn der Magen leer ist, bewegen die Magenwandkontraktionen nur Luft und etwas Magensaft. Dadurch können grummelnde Geräusche entstehen: das Magenknurren.<br />
Das ist die wahre Kunst des Ausstellens: etwas auszustellen, was nicht da ist.<br />
Die Leere des Magens.<br />
Dafür hat das Magenknurren einen wirklich poetischen Namen: Borborygmus.<br />
So viele Silben für die Leere…</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
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		<title>Sammlungswelten: Schräge Vögel</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 20:01:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anatomie]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Zoologie]]></category>
		<category><![CDATA[Museum]]></category>
		<category><![CDATA[Senckenberg-Museum]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Federviecher machen einen sehr kleinen Teil der ausgestellten Präparate aus. Dafür haben sie uns erstaunlich viel Nachdenken bereitet. Denn: wir sind zwar alle drei gestandene Zoologen, aber keine Vogel-Experten&#8230; Der röhrende Kranich Auf einem blaugefärbten Präparat in einem hohen Schliffglas ist zu lesen: „Spaltfußgans (Anseranas semipalmata) Herz, Lunge, Luftröhre (blau gefärbt)“ Die Luftröhre ist [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Die Federviecher machen einen sehr kleinen Teil der ausgestellten Präparate aus. Dafür haben sie uns erstaunlich viel Nachdenken bereitet. Denn: wir sind zwar alle drei gestandene Zoologen, aber keine Vogel-Experten&#8230;</span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #000000;"><strong>Der röhrende Kranich</strong><br />
Auf einem blaugefärbten Präparat in einem hohen Schliffglas ist zu lesen:<br />
„</span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: x-small;">Spaltfußgans (</span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: x-small;"><em>Anseranas semipalmata</em></span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: x-small;">)<br />
Herz, Lunge, Luftröhre (blau gefärbt)“</span></span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Die Luftröhre ist klar erkennbar und unglaublich lang, das mehrfach gefaltete Organ ist mit einer Art Kabelbinder zusammengebunden.<br />
Wir gucken ungläubig zu dritt auf das Präparat: Wo um Himmels willen hat eine Gans eine so lange Luftröhre? Die ist ja mehrere Male so lang wie das ganze Tier!<span id="more-233"></span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Eine Recherche ergibt Folgendes:<br />
Kraniche, Trompeterschwäne und einige andere verwandte Vögel (darunter eben auch die genannte Spaltfußgans) haben sehr lange Luftröhren (Tracheae). Die überlangen Luftröhren werden im Körper spiralförmig aufgewickelt. Eine Abbildung zeigt ein wie einen Gartenschlauch aufgerolltes Organ im Hinterleib der Gans.<br />
Eine solche sehr lange Trachea der Kraniche wurde übrigens schon 1250 von Kaiser Friedrich II beschrieben. Ist also gar keine neue Erkenntnis. Irgendwie unangenehm, dass Kaiser Fritz II mehr darüber wußte als ich in einem siebenjährigen Studium gelernt habe.<br />
Neue Forschungen setzen diese extrem verlängerten Luftröhren in einen Kontext mit den extrem lauten Geräuschen, die die Vögel produzieren können – mehr Länge gleich mehr Lärm.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Gestern abend traf ich am Mainufer auf ein Pärchen Nilgänse, die dort wohnen. Eine der beiden kam gerade von einem kurzen Rundflug zurück, darum mußten sich die beiden erst mal entzückt begrüßen: Köpfchen aneinander reiben, Hälse umschlingen und enthemmt loströten: RÖÖÖÖÖÖHHHHRRRR</span></span></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">.<br />
Quod erat demonstandum.</span></span><br />
Rockröhren wie Gianna Nanini würden jeden Kranich um seine Stimmkraft mit dem satten Sound beneiden- nur bei der Vokalisation von Texten bleiben die Vögel klar hinter den ungefiederten Rocksängern zurück.<br />
Piep.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Die Henne und die Eier</strong></span><br />
„<span style="font-family: Arial,sans-serif;"><em><strong>Gallus gallus domesticus, </strong></em></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Ovar“ </strong></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">heißt ein großes Präparat in einem vierkantingen Glas.<br />
Jeder weiß, wie ein Huhn und ein Hühnerei aussehen. Wie es aber genau dazu kommt, dass die arbeitsame Henne (fast) jeden Tag ein Ei legt, darüber macht man sich eher weniger Gedanken.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Dieses alte Lehrpräparat zeigt:<br />
So ein Huhn hat eine regelrechte Eierfabrik in seinem geräumigen Bauch. Der Eierstock ist sehr groß und produziert zahlreiche Eier bzw. Eianlagen gleichzeitig: Die ganz kleinen Eier haben die Größe der winzig kleinen österlichen Zuckereier, dann gibt es alle Zwischengrößen und die größten Eier sind schon so gut wie legefertig. Die Eierschale wird von einer gesonderten Schalendrüse abgegeben. Hühner haben übrigens, wie die meisten Vögel nur einen einzigen Eierstock, meistens wird der linke ausgebildet.<br />
Für mich eines der interessantesten Stücke der Ausstellung: die scheinbar alltäglichen Hühner und ihre Eier beherbergen tiefe Geheimnisse.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Von Bregen bis Klöten &#8211; Allerlei vom Strauß</strong><br />
Hirn, Magen und Penis vom Strauß sehen auf den ersten Blick kaum so aus, als ob sie zum gleichen Tier gehören würden.<br />
Der</span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong> Kopf </strong></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">ist für einen zwei Meter großen Vogel winzig, die </span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Gehirngröße</strong></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"> nicht weiter erwähnenswert. Unser Hirnanatom Helmut (Dr. Helmut Wicht) hat den Kopf mit dem freigelegten Hirn liebevoll in Szene gesetzt: Durch einen darüber angebrachten Spiegel kann man das Gehirn von oben betrachten, ohne sich dabei den Hals zu verrenken.<br />
Der </span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Magen des Strauß</strong></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"> ist gigantisch: ein riesiger, prall gefüllter Sack in einem riesigen gläsernen Topf. Die Füllung besteht aus der pflanzlichen Nahrung wie Körnern, Gräsern, Blättern und anderen Pflanzenteilen. Dazu kommen noch Sand und Steine,mit denen die Nahrung im Muskelmagen zerkleinert wird. Die Steine werden als Gastrolithen, Magensteine, bezeichnet. Diese „Kauhilfen“ können bis zu 45 % des Mageninhalts einnehmen.<br />
Strauße picken auf der Suche nach geeigneten Gastrolithen oft auch andere kleine Gegenstände auf, darum werden in ihren Mägen oft Münzen, Schrauben und andere Gegenstände gefunden. Zu gerne hätte ich den Mageninhalt untersucht&#8230;<br />
Strauße haben tatsächlich </span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Penisse,</strong></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"> sogar recht stattlich ausgeprägte Kopulationsorgane. Penisbildungen kommen nur bei sehr wenigen Vögeln vor, und die gewaltigen fleischigen Organe dieser großen Laufvögel haben schon viele Leute in Erstaunen versetzt. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Bereits 1836 hatte Müller „diese erectilen Bestandteile“ der männlichen straussenartigen Vögel in den Abhandlungen d<a title="Abhandlungen der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin aus dem Jahre 1836" href="http://books.google.de/books?id=yGEhAQAAMAAJ&amp;pg=PA159&amp;lpg=PA159&amp;dq=struthio+penis&amp;source=bl&amp;ots=Aq34tvyd6E&amp;sig=8Tr8o1Wji2moJmNGrojtirDc_ts&amp;hl=de&amp;ei=tTLZTtPuNozEtAbYnNyADA&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=7&amp;ved=0CF4Q6AEwBg#v=onepage&amp;q=struthio%20penis&amp;f=false" target="_blank">er </a></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><em>Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin Aus dem Jahre 1836</em></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"> detailliert beschrieben (ab S. 137).<br />
Wohlgemerkt: Sehr detailliert.</span></p>
<p>Die Größe des Kopulationsorgans in Relation zum Magen und zum Gehirn läßt möglicherweise vermuten, dass Strauße eher zur Befriedigung der niederen Triebe neigen und sich die Zeit nicht mit Intelligenzspielen und Intrigen wie etwa Krähen vertreiben.<br />
Möglicherweise ist diese Betrachtung inklusive der Schlußfolgerung aber auch zu anthropozentrisch.<br />
Unwissenschaftlich ist sie allemal.</p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><em>Bettina Wurche</em></span></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Sammlungswelten – Anatomie für Neugierige und Connaisseure</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Nov 2011 17:46:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anatomie]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Museum]]></category>
		<category><![CDATA[Historisch]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine Ausstellung von anatomischen Feuchtpräparaten und Gewebeschnitten (Histologischen Schnitten) über Konservierungmethoden und Anatomie ist eine Rarität in den naturkundlichen Museen. Feuchtpräparate – also in konservierende Flüssigkeiten eingelegte Tiere und Pflanzen – sind zwar ein großer und wichtiger Teil jeder wissenschaftlichen naturkundlichen Sammlung, fristen aber normalerweise ein Aschenputteldasein, verborgen vor den Blicken der Öffentlichkeit. In diesem [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Eine Ausstellung von anatomischen Feuchtpräparaten und Gewebeschnitten (Histologischen Schnitten) über Konservierungmethoden und Anatomie ist eine Rarität in den naturkundlichen Museen.<br />
Feuchtpräparate – also in konservierende Flüssigkeiten eingelegte Tiere und Pflanzen – sind zwar ein großer und wichtiger Teil jeder wissenschaftlichen naturkundlichen Sammlung, fristen aber normalerweise ein Aschenputteldasein, verborgen vor den Blicken der Öffentlichkeit.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">In diesem Jahr bekam ich durch meine Mitarbeit an der Anatomie-Ausstellung “</span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Sammlungswelten“ </strong></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">im Senckenberg-Museum mal wieder die Gelegenheit, in diesen Feuchtpräparate-Sammlungen zu stöbern, die spannenden Geschichten hinter den Objekten herauszufinden und in einer Ausstellung zu verarbeiten.<span id="more-225"></span></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Gestern, am 24.11. ist die kleine, aber feine Ausstellung eröffnet worden – und ich finde nun endlich die Zeit, dazu ein paar Blogbeiträge zu schreiben.<br />
Denn Geschichten gibt es genug zu erzählen&#8230;Jedes einzelne Präparat ist ein Unikat!</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Die Frankfurter Rundschau hat zur Eröffnung den sehr lesenswerten Beitrag <a title="FR: Ausstellung im Senckebegr: Glieder im Glas" href="http://www.fr-online.de/frankfurt/ausstellung-im-senckenberg--glieder-im-glas,1472798,11214274.html" target="_blank"><strong>&#8220;Ausstellung im Senckenberg: Glieder im Glas&#8221;</strong></a> gebracht, neben gutem Text und schönen Bildern mit einem Interview mit mir.<br />
</span><br />
D<span style="font-family: Arial,sans-serif;">ie Präparate in ihren gläsernen Behältnissen werden im Mobiliar einer alten Apotheke präsentiert, dadurch erinnert die Ausstellung an die alten Wunderkammern und Raritätenkabinette.</span></p>
<h4> <span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Wunderkammern – zum Staunen und Angeben<br />
</strong></span></h4>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">In den Wunderkammern vergangener Jahrhunderte wurden die Anfänge der heutigen Museen gelegt: naturkundliche, völkerkundliche, archäologische und sonstwie interessante oder kostbare Objekte und Artefakte wurden ziellos gesammelt und ausgestellt: Mumien neben ausgestopften Krokodilen, Mineralien neben Narwalzähnen, exotische Skulpturen neben kostbarem Schmuck.<br />
Sie zeigten ungewöhnliche Dinge, die Kuriosiät blieb Selbstzweck und sollte den Ruhm des Besitzers steigern: Wer Kuriosiäten sammelte, mußte reich und weltgewandt sein. Fürsten, wohlhabende Gelehrte und reiche Angeber schmückten sich mit den exotischen Kuriositäten.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Im 19. Jahrhundert begann der Aufstieg der heutigen Wissenschaftszweige und das systematische wissenschaftliche Arbeiten (s. auch „Jules Verne und die Entdeckung der Meeresforschung“) . Aus den unsortierten “Ansammlungen“ der Wunderkammern wurden allmählich wissenschaftliche Sammlungen, die systematisch gesammelt und erforscht wurden – echte Sammlungen im heutigen Sinn.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Moderne Museen unterscheiden deutlich zwischen wissenschaftlichen und Schausammlungen. Die Aufgaben eines modernen Museums sind: Sammeln-Forschen-Bewahren-Vermitteln.</span></p>
<h4><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Wie funktioniert eine Wissenschaftliche Sammlung?</strong></span></h4>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Jedes Objekt wird katalogisiert: Bezeichnung, Herkunft, Sa</span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">mml</span></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">er/Vorbesitzer und viele andere Informationen werden sorgfältig aufgenommen. Die Präparate einer wissenschaftlichen Sammlung werden heute nicht mehr in den Sammlungsbüchern – dicken Folianten – geführt, sondern digital erfaßt. Dadurch sind wissenschaftliche Sammlungen weltweit abrufbar für andere Wissenschaftler.<br />
Die Sammlungsbestände sind sorgfältig sortiert: nach der systematischen Ordnung der Tiergruppen (Löwen und Tiger nebeneinander, weit weg davon Korallen und Bärtierchen) und nach ihrer Aufbewahrungsform. Knochen, Feuchtpräparate und Felle haben natürlich unterschiedliche Anforderungen für die sachgerechte Lagerung. Also: Löwen- und Tigerfell in der mottensicheren Fellkammer, Löwen- und Tigerschädel an anderem Ort und Löwenherzen und Tigerlebern im speziell belüfteten Alkoholtrakt.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Diese Sammlungen müssen regelmäßig betreut werden: Vom Nachfüllen von Alkohol bis zur Überprüfung auf Schädlingsbefall. Pelzkäfer in der Säugetiersammlung schrecken einen Museumsmitarbeiter mehr als Motten im Lieblings-Kaschmir-Pullover!<br />
Diese Sammlungen sind die Archive der Natur und der Schatz der Museen. Wissenschaftler greifen für ihre Forschungen auf diese Archive zurück: Entweder gehen die Präparate auf Reisen oder der Wissenschaftler kommt vorbei. So werden auch alte Stücke immer mal wieder unter neuen Gesichtspunkten bearbeitet und ihre Eigenschaften und Erkenntnisse publiziert.<br />
Besucher haben in der Regel keinen Zutritt.<br />
Wissenschaftliche Sammlungen sind Orte der Stille … und des Staubs. </span></p>
<h4> <span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Schausammlungen</strong></span></h4>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Eine Schausammlung ist das Schaufenster der Wissenschaft für die Öffentlichkeit.<br />
Hier werden meist selbst erklärende Eyecatcher ausgestellt: Um zu erkennen, wo bei einem Elefantenskelett vorn und hinten ist, muss niemand Zoologie studiert haben. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Skelette und Dermoplastiken (früher nannte man das „ausgestopft“) stehen in Reih und Glied, dazwischen räkeln sich Modelle, manchmal gibt es sogar noch lehrreich gemeinte Informationen über Texttafeln oder Monitore. Ein anständiges Schau-Präparat ist möglichst vollständig und ordentlich beschriftet.<br />
In den Schausammlungen sind große und spektakuläre Objekte überrepräsentiert, die kleinen scheinbar unscheinbaren sucht man oft vergeblich. Wie könnte auch ein in Alkohol eingelegtes Bärtierchen neben einem </span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><em>T. rex</em></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">-Skelett bestehen? Die meisten Leute würde es glatt übersehen, denn bei aller Anstrengung kann es sein Maul bei Weitem nicht so weit wie Gevatter Dinosaurus aufreißen. Erst der Blick durch ein Mikroskop würde die Knuffigkeit dieses kleinen Wesens zeigen: Bärtierchen sehen aus wie Gummibärchen mit einem Beinpaar zu viel. Dabei sind die zarten Organismen hart im Nehmen und z. B. sehr erfolgreiche Astronauten.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Auch die inneren Organe von Tieren sind in Schausammlungen selten zu sehen: Das blanke Skelett eines Tieres ist sauber und pflegeleicht. Seine Organsysteme hingegen sind durch die Konservierungsflüssigkeiten oft grau-rosa verfärbt und scheinen für viele Besucher weniger ästhetisch zu sein.<br />
Dabei können diese Präparate wunderbare Geschichten erzählen&#8230;</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">In der kleinen feinen Anatomie-Ausstellung </span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>„Sammlungswelten – konserviert für die Ewigkeit“ </strong></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">sind nun über 300 sorgfältig ausgewählte Feucht-Präparate von Wirbeltieren aus den wissenschaftlichen Sammlungen für die neugierigen Augen des Publikums aus ihrem Donröschenschlaf erweckt worden – eine Ausstellung für Neugierige und Anatomie-Conaisseure!</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><em>Bettina Wurche</em></span></p>
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		<title>Groß-Pampau: Wal!</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Jul 2011 09:14:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Fossile Wale]]></category>
		<category><![CDATA[Groß-Pampau]]></category>
		<category><![CDATA[Museum]]></category>
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		<description><![CDATA[1968 wurden knapp über der Tonschicht “Kanonenkugeln“ gefunden: runde Objekte mit sehr fester Oberfläche. Beim Öffnen dieser „Kanonenkugeln“ kamen große Wirbel zum Vorschein: sie gehörten zu einem großen fossilen Wal. 1984 kam dann der Sensationsfund: Nach den ersten Einzelfunden wurde dem erfahrenen Geschiebesammler Gerd Höpfner klar: hier lag der größere Teile eines Bartenwals! Die Bergung [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">1968 wurden knapp über der Tonschicht “Kanonenkugeln“ gefunden: runde Objekte mit sehr fester Oberfläche. Beim Öffnen dieser „Kanonenkugeln“ kamen große Wirbel zum Vorschein: sie gehörten zu einem großen fossilen Wal.<span id="more-125"></span></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">1984 kam dann der Sensationsfund: Nach den ersten Einzelfunden wurde dem erfahrenen Geschiebesammler Gerd Höpfner klar: hier lag der größere Teile eines Bartenwals!<br />
Die Bergung des mehr als 10 m großen Fossils war eine komplexe Aufgabe: neben der schieren Größe des Fossils waren die Knochen außerordentlich empfindlich und mussten gleichzeitig auch noch mit Nachtwachen gegen Raubgräber geschützt werden.<br />
Die Bergung erfolgte ehrenamtlich, in mehrmonatiger Arbeit wurde das gesamte Skelett freigelegt. Die oberflächennah abgelagerten Knochen waren durch Sickerwässer weitgehend entkalkt worden und waren sehr zerbrechlich. Sie mussten vor der Bergung an Ort und Stelle mit flüssigem Kunstharz stabilisiert, einige Blöcke wurden im Ganzen stabilisiert und dann abtransportiert.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Die Knochen des Wals lagen zwar noch relativ vollständig und eng beieinander, aber das Fossil war durch die darüber liegenden bis zu 1000 m dicken Gletscher bei deren Scherbewegungen zerrissen worden. Dadurch waren die Knochen teilweise zersplittert, die Partikel mußten zusammen gesucht werden.<br />
Die Fossilien wurden durch ehrenamtlich tätige Menschen wie Herrn Höpfner und den Kiesgrubenbesitzer Herrn Ohle für die Nachwelt gerettet!<br />
Die Zusammenarbeit des Museums für Natur und Umwelt in Lübeck mit den Privatpersonen hat dazu geführt, dass die kostbaren fossilen Wale aus Groß-Pampau heute im Museum von allen Menschen bestaunt werden können.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">bw<br />
</span></p>
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		<title>&#8220;Vom Meer ins Museum&#8221;  &#8211; Eine Waltagung in Lübeck</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2010/12/03/vom-meer-ins-museum-eine-waltagung-in-lubeck/</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Dec 2010 09:54:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Fossile Wale]]></category>
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		<category><![CDATA[Bartenwal]]></category>
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		<description><![CDATA[Zu einem Vortragsprogramm, Informationsaustausch und Diskussionen reisten Wal-Liebhaber aus Deutschland und Dänemark in die Hansestadt Lübeck. Am 19.11 gab es zum Tagungsauftakt eine feierliche Einstimmung im Ostflügel des Doms mit ersten Vorträgen, Reden und musikalischer Begleitung. Der Dom grenzt an das Museum an: Vom Museum gelangt man rechts am Pottwal vorbei in den Dom. Am [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Zu einem Vortragsprogramm, Informationsaustausch und Diskussionen reisten Wal-Liebhaber aus Deutschland und Dänemark in die Hansestadt Lübeck.<br />
</span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Am 19.11 gab es zum Tagungsauftakt eine feierliche Einstimmung im Ostflügel des Doms mit ersten Vorträgen, Reden und musikalischer Begleitung. Der Dom grenzt an das Museum an: Vom Museum gelangt man rechts am Pottwal vorbei in den Dom. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Am 20.11 fanden die Fachvorträge statt.<span id="more-103"></span><br />
20 Wal-Sachverständige aus Deutschland und Dänemark waren angereist. Die Themen hatten als Schwerpunkte &#8220;Fossile Wale&#8221; und &#8220;Rezente Wale der Ostsee&#8221;.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Der Vormittag gehörte den fossilen Walen:</span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Die kostbaren Wal-Fossilien aus Groß-Pampau wurden in zwei detaillierten Vorträgen vorgestellt: Der Grabungsleiter erzählte von seinen Entdeckungen und der schwierigen Bergung der großen Fossilien und der Wissenschaftler berichtet über die neuesten Forschungsergebnisse zur Wal-Verwandtschaft. Zusätzlich gab es einen Exkurs in die Wal-Ausstellung des Senckenberg-Museums, in der u. a. auch fossile Wale zu sehen sind.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Am Nachmittag lag der Schwerpunkt auf den heute in der Ostsee vorkommenden Walen:<br />
Neben den Schweinswalen, die durch den Beifang der Fischerei stark gefährdet sind, kommen hier erstaunlich häufig auch verschiedene Delphinarten und sogar große Bartenwale vor. Ein besonders seltenerer Gast in der Ostsee ist der Sowerby-Schnabelwal (<em>Mesoplodon bidens</em>).</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Bettina Wurche</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Hier das vollständige Vortrags-Programm:</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Samstag, 20. November 2010</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Walsymposium &#8220;Vom Meer ins Museum&#8221;</strong><br />
Museum für Natur und Umwelt, Musterbahn 8, Lübeck</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">09:30 Uhr: Begrüßung<br />
<strong>Das Museum für Natur und Umwelt</strong><br />
Dr. Susanne Füting, komm. Leiterin des Museums für Natur und Umwelt</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Fossile Wale – Erforschung der „Pampauer Wale“<br />
Moderation Dr. Susanne Füting</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">10.00 Uhr: <strong>Neue und alte Wale im Senckenberg-Museum</strong><br />
Dipl.-Biol. Bettina Wurche</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">11.00 Uhr: <strong>Groß-Pampau &#8211; Ein einzigartiger Fundort für fossile Wale und 	Tertiärgeschiebe</strong><br />
Gerhard Höpfner, Grabungsleiter</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">12:00 Uhr: <strong>Gestrandet und für die Wissenschaft gerettet: Die Walfauna aus dem 	Grenzbereich Mittel/Obermiozän von Groß-Pampau (Hzm.Lauenburg) </strong><br />
PD Dr. Oliver Hampe, Museum für Naturkunde – Leibniz-Institut für Evolutions- und 	Biodiversitätsforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Rezente Kleinwale in Nord- und Ostsee<br />
Moderation Dr. Wolfram Eckloff</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">14.00 Uhr: <strong>Wale in der Ostsee: Vielfalt, Verbreitung und Verwechslung</strong><br />
Dr. Carl Chr. Kinze,</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">15.00 Uhr: <strong>Strandfunde und Beifänge von Schweinswalen (Phocoena phocoena 	Linnaeus, 	1758) an der Küste von Angeln und Schwansen zwischen 1987 	und 2008</strong><br />
Dr. med. Andreas Pfander</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">15:20 Uhr:<strong> Der </strong><em><strong>Mesoplodon bidens</strong></em><strong>-Schädel von Greifswald – ein Walkrimi</strong><br />
Dipl.-Biol. Bettina Wurche</span></p>
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		<title>Ausstellung: Zeche Zollverein mit Ruhrmuseum</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2010/10/19/ausstellung-zeche-zollverein-mit-ruhrmuseum/</link>
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		<pubDate>Tue, 19 Oct 2010 14:39:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
		<category><![CDATA[Fossilien]]></category>
		<category><![CDATA[Ruhr Museum]]></category>
		<category><![CDATA[Zeche Zollverein]]></category>

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		<description><![CDATA[Warnhinweis: Dieser Artikel ist aufgrund meiner Neigungen einseitig und stellt die Naturgeschichte [Biologie, Paläontologie, Geologie, Fossilien] rücksichtslos in den Vordergrund.  ;  ) Zeche Zollverein= alte Gebäude + Ausstellungen + Theater + Galerien Der Anblick des riesigen Geländes der alten Zeche ist überwältigend und zunächst unübersichtlich. Aber viele freundliche Mitarbeiter weisen kompetent den richtigen Weg vom [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Warnhinweis: Dieser Artikel ist aufgrund meiner Neigungen einseitig und stellt die Naturgeschichte [Biologie, Paläontologie, Geologie, Fossilien] rücksichtslos in den Vordergrund.  ;  )</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><a href="http://www.zollverein.de/index.php?f_categoryId=3" target="_blank">Zeche Zollverein</a>= alte Gebäude + Ausstellungen + Theater + Galerien</p>
<p>Der Anblick des riesigen Geländes der alten Zeche ist überwältigend und zunächst unübersichtlich. Aber viele freundliche Mitarbeiter weisen kompetent den richtigen Weg vom Parkplatz bis zur Ausstellung.<br />
Die Betonflächen sind mit einem filigranen Muster aus Schienen und Wegen in mehren Ebenen untergliedert. Die Natur erobert sich das Gelände zurück und überwuchert Beton, Stein und Eisen.</p>
<p><strong>Ruhr Museum</strong></p>
<p>In die ehemalige Kohlenwäsche ist das<a href="http://www.zollverein.de/fs.php?wrap=http://www.ruhrmuseum.de" target="_blank"> Ruhr Museum</a> eingezogen, ein modernes Regionalmuseum zur Natur und Kultur der Region (Ruhr Museum schreibt sich übrigens tatsächlich ohne Bindestrich). Mir hat daran gefallen, dass die kulturellen und naturgeschichtlichen Ausstellungsabschnitte miteinander verwoben werden. Durch diesen Verzicht der Themenaufspaltung in ihre akademischen Spezialdisziplinen wird betont, dass es um eine ganze Region mit ihren unterschiedlichen Themen und Blickwinkeln geht.<span id="more-70"></span></p>
<p>Es ist wirklich alles zu sehen:</p>
<p>Kommissar Horst Schimanskis schmuddelige Jacke, ein großer Becherschwamm des längst vergangenen Urmeeres, eine im Bergarbeiter-Jargon „Sargdeckel“ genannte Toneisendiode, ein miozäner Walschädel, ein Altar polnischer Gastarbeiter, … Ein fließender Übergang zwischen Erdgeschichte und Kulturgeschichte.<br />
Informative und sprachlich sehr gut bearbeitete Texte stellen jedes Objekt in seinen größeren Zusammenhang, gewürzt mit Details und Anekdoten.</p>
<p>Ein Herbarium zeigt die Abfolge der Pflanzen in der Region: welche Pflanzen gab es hier schon immer, welche sind neu „eingewandert“, welche wachsen besonders gern in Industriearealen? Den Begriff „Industriophyten“ habe ich hier erstmals gesehen. Industriophyten sind Pflanzen, die erst seit dem Beginn der industriellen Revolution um 1840 auftreten. Die Herbar-Blätter sind in gläserne Wände übereinander gehängt, es entsteht die Illusion eines gläsernen Waldes.</p>
<p><strong>Fossilien im Flöz</strong></p>
<p>Im unteren Bereich dann eine umfangreiche Ausstellung zur Kohle, ihren Mineralen und Fossilien:<br />
Eyecatcher wie große Amphibien oder Reptilien sucht man vergeblich. Natürlich gibt es einige Ichthyosaurier-Wirbel und einige Ammoniten. Aber das ist nur der geringste Teil der Ausstellung. Dafür sind die Wände mit in Kohle erhaltenen Pflanzen so verkleidet, dass der Eindruck eines versteinerten Waldes entsteht. Ich ging andächtig durch eine herrliche Sammlung filigraner Farnwedel, Schachtelhalme und anderer altertümliche Pflanzen aus dem Ruhrgebiet, Pennsylvania und anderen Kohleregionen weltweit. Kleine feine Dioramen geben eine Vorstellung der Lebewelt in der fernen Zeit der Karbon-Sümpfe. Weiterhin zeigt eine Mineraliensammlung die glitzernden Seiten der Kohle-Ära.</p>
<p><strong>Mein Fazit: </strong></p>
<p><strong>lohnt sich total.</strong></p>
<p><strong>Gelände:</strong> Gekonnte Melange aus Industriearchitektur, Kunst, Kultur mit dem Ruch der Maloche.<br />
Dieser Industriekultur-Komplex der Superlative ist zu Recht ein UNESCO-Welterbe geworden.</p>
<p><strong>Ruhr Museum:</strong> Wir sind in 3,5 Stunden noch nicht einmal durch die ganze Ausstellung gekommen.<br />
Der Gebäudekomplex ist eine unglaubliche Kulisse für eine sehr diverse und spannende Ausstellung.</p>
<p>Einziges Manko für mich:<br />
Das Gebäude wurde „nur“ als architektonische Kulisse genutzt. Ich hätte gern mehr über die Funktion und die Arbeitsprozesse und –wege erfahren. Das wäre nach meiner Information nur mit einer speziellen Führung möglich gewesen.<br />
Trotzdem absolut lohnend!</p>
<p>bw Okt. 2010</p>
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