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	<title>meertext &#187; Anatomie</title>
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	<description>Navigation im Meer der Worte</description>
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		<title>Der Pottwal, seine Supernase und die Jagd nach dem Riesen-Kalmar</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Apr 2013 10:48:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anatomie]]></category>
		<category><![CDATA[Meeresforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Ozean]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Pottwal (Physeter macrocephalus) ist sagenumwoben und mystisch und der einzige Wal, der nachweislich große Schiffe versenkt hat. Gleichzeitig steht er für unendlichen Reichtum und ist darum erbarmungslos gejagt worden. Das hat er seiner Nase zu verdanken: Bei erwachsenen Bullen nimmt der Kopf fast ein Drittel der Körperlänge ein, sie sehen dadurch seltsam unförmig aus. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Pottwal (<em>Physeter macrocephalus</em>) ist sagenumwoben und mystisch und der einzige Wal, der nachweislich große Schiffe versenkt hat. Gleichzeitig steht er für unendlichen Reichtum und ist darum erbarmungslos gejagt worden.<br />
Das hat er seiner Nase zu verdanken: Bei erwachsenen Bullen nimmt der Kopf fast ein Drittel der Körperlänge ein, sie sehen dadurch seltsam unförmig aus. Der Kopf ist fast viereckig, der kastenartige Aufbau besteht aus zwei Doppelzylindern. Darunter hängt der Unterkiefer &#8211; scheinbar lächerlich klein. Das täuscht allerdings gewaltig, denn der Unterkiefer ist zwar sehr schmal, aber lang und besteht aber aus dem härtesten Knochen des Tierreichs. Er ist massiv genug, um die 52 Zähne zu tragen. Die größten Zähne wiegen fast 1 Kilogramm!</p>
<p>Die Nase macht bei diesem Wal einen großen Teil des Gewichts aus.<br />
Nach Angaben der Walfänger des letzten Jahrhunderts wiegt der Pottwalbulle „a foot, a ton“: Je 1 Fuß Länge wird 1 Tonne Gewicht geschätzt. Ein ausgewachsener Bulle von fast 20 Metern Länge kommt damit auf fast 60 Tonnen Gewicht (Ellis, s. u.).<br />
Und dann wiegt die &#8220;Nase&#8221; mit ihren Anhangsorganen allein mehrere Tonnen.<br />
Der große Kopf gibt der Art ihren Namen: <em>Physeter <span style="text-decoration: underline;"><strong>macrocephalus</strong></span></em>.</p>
<p><span id="more-358"></span> Um so ein Gewicht  zu halten, ist eine Menge reichhaltiges Futter nötig. Pottwale fressen am liebsten Kalmare, die durch ihr Eiweiß echte Proteinbomben sind.<br />
Der Nachteil an Kalmaren ist, dass sie schnell, intelligent und wehrhaft sind. Ihre 10 Arme tragen scharf umränderte Saugnäpfe und mit ihren scharfkantigen Papageien-Schnäbeln können sie tiefe Fleischwunden reißen. Solche Wunden sind an den Köpfen der erwachsenen Wale zu sehen, trotzdem fressen die Meeressäuger gern und oft diese vielarmigen Leckerbissen. Sie müssen also eine Möglichkeit gefunden haben, diese wehrhaften Weichtiere zu überwältigen.</p>
<p>Und da kommt die Nase ins Spiel.<br />
Die Nase des Pottwals ist ein multifunktionales Organ!</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 490px"><img title="Schnitt durch den Pottwal-Kopf (Wikipedia)" alt="File:Sperm whale head anatomy (skull cutaway).svg" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d6/Sperm_whale_head_anatomy_%28skull_cutaway%29.svg/800px-Sperm_whale_head_anatomy_%28skull_cutaway%29.svg.png" width="480" height="222" /><p class="wp-caption-text">Schnitt durch den Pottwal-Kopf (Wikipedia)</p></div>
<p>Ob sie noch zum Riechen taugt, wissen wir nicht – der entsprechende Anteil im Gehirn (Bulbus olfactorius) ist bei den Zahnwalen stark zurückentwickelt. Dafür nutzen alle Wale die Nase zum Atmen: Die Atemöffnung liegt auf dem obersten Punkt des Scheitels, der Wal kann also im Schwimmen und ohne den ganzen Kopf aus dem Wasser strecken zu müssen, sehr schnell aus – und einatmen.<br />
Die extragroße Pottwal-Nase hat ihre seltsame Form und ihren kostbaren Fettanteil durch das sogenannte Spermaceti-Organ. Das Organ besteht aus zwei übereinander liegenden zwei Bestandteilen, dem &#8220;Junk&#8221; und dem &#8220;Case&#8221; (s. Abbildung).</p>
<p>Die Funktion dieses einzigartigen Organs ist bis heute noch nicht vollständig erforscht.<br />
Fest steht: Der Junk, das unten liegende „Fettpolster“, entspricht der Melone anderer Zahnwale. Die Melone ist eine Fettlinse, die essentiell wichtig für die Echolokation ist: Sie fokussiert die Ortungslaute des Wals. Die fokussierten Schallwellen erreichen ihr Ziel (ein Beutetier oder ein Hindernis), werden reflektiert und kommen zum Wal zurück. Durch den asymmetrischen Zahnwal-Schädel und sein an das Wasser angepasste Gehör kann der Wal genau hören, woher und aus welcher Entfernung ein Geräusch kommt (Whitehead s. u.). Der Pottwal-„Junk“ ist allerdings wesentlich größer als die Melone anderer Zahnwale, das dichte Öl ist mit Bindegewebe in Kompartimente unterteilt.<br />
Der „Case“ enthält das eigentliche Spermaceti-Öl, das bei Luftkontakt fest und weißlich wird.</p>
<p>Der dänische Wal-Experte Peer Madsen (s. u.) hat diese Rekordnase intensiv erforscht, seine Ergebnisse weisen darauf hin, dass ein Pottwal sein Lieblingsessen, nämlich tief lebende Kalmare, von der Oberfläche aus ortet, sie dann mit gewaltigen Sonar-Impulsen lähmt oder sogar tötet und die lahmenden Weichtiere dann genüsslich einsaugt. Die Zähne benutzt er beim Fressen übrigens nicht – sie sind auch bei einem alten Pottwal kein Stück abgenutzt.<br />
Damit wäre das Spermaceti-Organ  eine Schallkanone!</p>
<p>Die Schallkanone ist eine gute Erklärung, wie der Wal seine Beute, die intelligenten, schnellen und wehrhaften Kalmare, überwältigen kann.<br />
Neben den Ortungs-Clicks benutzen Pottwale, wie alle Wale, komplexe Lautfolgen zur sozialen Verständigung untereinander (Whitehead s. u.). Whitehead und seine Kollegen sind nach vielen Jahren der Wal-Forschung übrigens der Meinung, dass diese großen Zahnwale eine eigenständige Kultur entwickelt haben. Wie auch Orcas und andere Zahnwale. Aber das ist eine andere Geschichte…</p>
<p><span style="text-decoration: underline;"><strong>Zum Weiterlesen:</strong></span></p>
<p><strong>Whitehead, Hal</strong> (2003) „Sperm Whales: Social Evolution in the Ocean“ und viele andere Publikationen</p>
<p><strong>Ellis, Richard</strong> (2011)  „The Great Sperm Whale: A Natural History of the Ocean&#8217;s Most Magnificent and Mysterious Creature”</p>
<p><strong>Madsen P. T.</strong> (2002) &#8220;Morphology of the sperm whale nasal complex: A review and some new findings&#8221; PhD.Thesis. Department of Zoophysiology. University of Aarhus. Denmark</p>
<p><strong>Madsen P. T.</strong> (2002) &#8220;Sperm whale sound production &#8211; in the acoustic realm of the biggest nose on record&#8221;. PhD.Thesis. Department of Zoophysiology. University of Aarhus. Denmark</p>
<p><strong>Madsen P.T. </strong>(2003) &#8220;Sperm whale acoustics in a noisy world&#8221; Proceedings of MMS Information Transfer Meeting, Kenner, Louisiana, USA.</p>
<p><strong>Pottwal-Beiträge auf diesem Blog:</strong></p>
<p><a title="Die Pottwale – meine „kleinen“ Lieblinge aus der Bleiksdjupet" href="http://blog.meertext.eu/2013/02/28/die-pottwale-%e2%80%93-meine-%e2%80%9ekleinen%e2%80%9c-lieblinge-aus-der-bleiksdjupet/" target="_blank">&#8220;Die Pottwale &#8211; meine &#8220;kleinen&#8221; Lieblinge aus der Blejksdjupet&#8221;</a></p>
<p><a title="Ambra – vom Pottwal-Furz zum Luxus-Parfüm" href="http://blog.meertext.eu/2012/09/25/ambra-%e2%80%93-vom-pottwal-furz-zum-luxus-parfum/" target="_blank">&#8220;Ambra – vom Pottwal-Furz zum Luxus-Parfüm&#8221;</a></p>
<p><a title="Pottwale meiden Deepwater Horizon" href="http://blog.meertext.eu/2012/04/17/pottwale-meiden-deepwater-horizon/" target="_blank">&#8220;Pottwale meiden Deepwater Horizon&#8221;</a></p>
<p>Bettina Wurche</p>
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		<title>Sammlungswelten: Zungen – in aller Munde</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 10:50:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In dem Ausstellungsabschnitt zu den Organsystemen der Wirbeltiere war natürlich auch das Verdauungssystem ein Thema (s. auch : „Sammlungswelten: Verdauung von Z(-unge) bis A(-nus). Beim Stöbern im Tiefspeicher fiel uns die sehr umfangreiche Zungen-Sammlung auf: Das sensible Mundorgan war in allen Größen und Formen vertreten. Schnell wurde klar: Davon müssen wir möglichst viele zeigen. Die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In dem Ausstellungsabschnitt zu den Organsystemen der Wirbeltiere war natürlich auch das Verdauungssystem ein Thema (s. auch : <strong>„</strong><strong>Sammlungswelten: Verdauung von Z(-unge) bis A(-nus)</strong>. Beim Stöbern im Tiefspeicher fiel uns die sehr umfangreiche Zungen-Sammlung auf: Das sensible Mundorgan war in allen Größen und Formen vertreten.<br />
Schnell wurde klar: Davon müssen wir möglichst viele zeigen.</p>
<p><strong></strong>Die Zunge ist sowohl ein Sinnesorgan als auch der Beginn des Verdauungstraktes. Viele Tiere überprüfen mit diesem Sinnesorgan am Anfang des Verdauungstraktes, ob etwas für sie genießbar ist. Außerdem lenkt dieses Mundorgan die Nahrung und kontrolliert den Zerkleinerungsprozess. Und bei Reptilien dient es sogar als Ortungsorgan.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Schlangen</span></strong> züngeln mit geschlossenem Maul. Durch eine Spalte im Oberkiefer ragt die Zunge auch bei geschlossenem Maul heraus. Die Zunge nimmt Geruchspartikel auf. Durch die gespaltene Zunge kann die Schlange sich mit dieser Geruchsinformation räumlich orientieren und die Richtung einer Geruchsquelle identifizieren. In der Ausstellung sind die Zungen von Puffotter (<em>Bitis arietans) </em>und Abgottschlange (<em>Boa constrictor) </em>zu sehen.<span id="more-240"></span><br />
Der Komodowaran hat, wie Schlangen, eine lange dünne, gespaltene Zunge, aber viel größer. Ein Komodowaran wird bis zu 3 Meter lang und 70 kg schwer, er trägt seinen Namen „Komododrache“ zu Recht. Darum steht ihm auch eine sehr große Zunge zu.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Vogelzungen</span></strong> sind generell stabiler und weniger flexibel als Säugetierzungen. Sie sind meist flach und dreieckig geformt.<br />
Einige Vögel haben spezielle Zungenformen entwickelt, die oft beim Nahrungserwerb eingesetzt werden:<br />
<strong>Pinguin- und Flamingozungen</strong> sind mit vielen scharfen Keratin-Haken besetzt. Die Haken sind nach hinten gerichtet und helfen, die glitschige Nahrung wie Fische festzuhalten.<br />
<strong>Papageien und Sittiche</strong> haben dicke, kurze Zungen. Damit können sie ihr Futter- Früchte und Nüsse &#8211; manipulieren. Die mit Sinneszellen besetzte Zunge wird zum Schmecken und Betasten unbekannter Objekte und potentieller Nahrung eingesetzt.<br />
Der australische <strong>Lärmlederkopf </strong>(<em>Philemon corniculatus</em>) aus der Familie der Honigfresser ernährt sich vor allem von Blütennektar. Die röhrenförmige Zunge funktioniert dabei wie ein Strohhalm, um den Nektar aufzusaugen.<br />
Manche Piepmätze haben also einen ganzen Werkzeugkasten im Schnabel.</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;">Säugetiere</span></strong> haben meistens dicke, fleischige Zungen.<br />
Die <strong>Giraffe </strong>pflückt mit ihrer bis zu 50 cm (!) langen Greifzunge Blätter in den Baumkronen. Diese Giraffenzunge ist so lang, dass sie im Glas aufgerollt werden musste.<br />
Der <strong>Ameisenbär</strong> hat eine in Relation zu seinem Körper ungeheuer lange und auch noch klebrige Zunge. Damit kann er tief in Termiten- und Ameisenbauten hinein reichen und die Insekten auflecken. Die Zunge kann in eine lange Scheide am Brustbein zurückgezogen werden &#8211; ein Zungenfutteral! Das ausgestellte Ameisenbären-Skelett mit der erhaltenen Zunge, der entsprechenden Bindegewebs-Scheide und einer ungewöhnlichen Blaufärbung ist ein echter Hingucker. Ein Meisterwerk der Tierpräparation.</p>
<p><strong>Katzenzungen</strong> sind mit Papillen besetzt und darum sehr rau. Die zentralen Papillen tragen Dornen zum Kämmen des Felles oder zum Abschaben des Fleisches von Knochen. Die vorderen Papillen dienen der eigentlichen Geschmackswahrnehmung. Katzen können sauer, salzig und bitter schmecken, aber nicht süß.<br />
In der Ausstellung sind gleich drei Katzenspezies-Zungen zu sehen: Hauskatze (<em>Felis silvestris catus), </em>Jaguar (<em>Panthera onca) </em>und Löwe<em> (Panthera leo). </em>Jeder weiß, dass Hauskatzen raue Zungen haben. An der riesigen Löwenzunge wird die raue Oberfläche mit den Papillen dann auch mit bloßem Auge sichtbar. Davon möchte man doch lieber nicht abgeschleckt werden.</p>
<p>Eigentlich wollten wir noch die Schokoladen-Katzenzungen dazulegen, die exklusive Leckerei aus Kindertagen. Wir haben uns dann letztendlich doch dagegen entschieden. Vielleicht hätte es im Museum Mäuse angezogen…quietschfidele, „nicht ausgestopft“…</p>
<p><em> Bettina Wurche</em></p>
<p><strong> </strong></p>
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		<title>Sammlungswelten: Verdauung von Z(-unge) bis A(-nus)</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 10:30:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In unserer kleinen Anatomie-Ausstellung darf natürlich auch der Verdauungstrakt nicht fehlen. Der Magen und Verdauungsapparat spiegeln den zunehmend höheren Energiebedarf in der Wirbeltierentwicklung besonders offensichtlich wieder. Mund und Pharnyx (= Kiemendarm) sind die Vorboten des Verdauungstraktes. Der Magen ist der Körperabschnitt, in dem die Nahrung verdaut wird. Er ist evolutionsgeschichtlich eine Aussackung des Kiemendarms. Ein [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In unserer kleinen Anatomie-Ausstellung darf natürlich auch der Verdauungstrakt nicht fehlen. Der Magen und Verdauungsapparat spiegeln den zunehmend höheren Energiebedarf in der Wirbeltierentwicklung besonders offensichtlich wieder. Mund und Pharnyx (= Kiemendarm) sind die Vorboten des Verdauungstraktes. Der Magen ist der Körperabschnitt, in dem die Nahrung verdaut wird. Er ist evolutionsgeschichtlich eine Aussackung des Kiemendarms. Ein Magen kann, je nach Spezies, aus einem oder mehreren Abschnitten bestehen. An den Magen schließt sich der viele Meter lange Darmtrakt an. Der Anus schließt mit einer doppelten Muskelrosette die Darmöffnung ab.</p>
<p><strong> </strong>Die Feuchtpräparate-Sammlung umfasst Präparate aus allen Teilstücken der Verdauungstrakte von unterschiedlichsten Wirbeltieren. Unter <strong>Verdauungstrakt von Z wie Zunge bis A wie Anus </strong>haben wir einen kleinen Einblick in die Tiefen des Wirbeltier-Verdauungssystems zusammengestellt.</p>
<h4><strong>Verdauungstrakt von Z wie Zunge bis A wie Anus</strong></h4>
<p><strong>Zunge eines großen Krokodils (<em>Crocodylus, </em>wahrscheinlich Leistenkrokodil)</strong><br />
Die Zunge lenkt die Nahrung und kontrolliert den Zerkleinerungsprozess.<br />
Diese Krokodilzunge ist groß und muskulös. Die Zunge ist mit einem Stück der Kehle aus dem toten Tier geschnitten worden, so dass an dieser Stelle die typische gepanzerte Außenhaut der Panzerechse erkennbar ist.<br />
Ein ungewöhnliches Stück: wer die Zunge eines Leistenkrokodils zu sehen bekommen hat, kann meistens hinterher nichts mehr dazu erzählen.<span id="more-238"></span></p>
<p><strong>Speiseröhre</strong><br />
Durch die Speiseröhre rutscht die Nahrung in den Magen.</p>
<p><strong>Mageninhalt eines Indischen Schweinswals (<em>Neophocoena phocaenoides</em>)</strong><br />
Dieser Schweinswal hat vor seinem Tod große Garnelen und kleine Fische gefressen.<br />
Es ist zu erkennen, dass die Beute nicht gekaut, sondern nur verschluckt wurde: Die Krebse und Fische sind nicht zerkaut, allerdings sind sie schon teilweise angedaut. Der kleine Wal stammt aus dem südostasiatischen Küstenbereich, dort hat er auch die kapitalen Garnelen verkostet.<br />
Wale, die in Küstennähe leben und Garnelen fressen, leben in räumlicher und Nahrungskonkurrenz zum Menschen. Der Mageninhalt dieses Tieres deutet auf eine Interessenkollision hin, die zum Nachteil der kleinen Schweinswale ausgehen dürfte. Anatomische Präparate lassen also wichtige Rückschlüsse auf Ökologie und Artenschutz zu.</p>
<p><strong>Dünndarm (Stück) eines Seiwals (<em>Balaenoptera borealis</em>)</strong><br />
Ein langes, dünnes Stückchen Darm aus dem antarktischen Walfang.</p>
<p><strong>Blinddarm eines Haushundes (<em>Canis lupus</em>)</strong><br />
Der Blinddarm eines Hundes ist wenig spektakulär. Den meisten Menschen ist der Blinddarm vor allem als etwas nutzloser Anhang, der sich schlimmstenfalls entzünden kann und dann herausoperiert werden muss, bekannt.<br />
Bei einigen anderen Tiergruppen hat er aber eine sehr wichtige Funktion: Hasenartige,  Pferde und Meerscheinchen-Verwandte nutzen diesen speziellen Abschnitt des Darms, um schwer verdauliche Nahrung wie Gras besser aufschließen zu können. Hier werden bestimmte Enzyme produziert, mit denen dem Gras wichtige Nährstoffe entzogen werden können.<br />
Leider war in der Sammlung kein Hasen- oder Pferdeblinddarm vorhanden &#8211; den hätten wir gern präsentiert.</p>
<p><strong>Anus (Elefant)</strong><br />
Der Anus ist die Austrittsöffnung des Enddarms und wird von zwei Schließmuskeln geschlossen.<br />
Ein Elefanten-Anus erreicht eine beeindruckende Größe. Noch beeindruckender ist, dass ein Zoologe daran gedacht hat, von einem verstorbenen Zoo-Elefanten das A…-loch zu entnehmen und für die Nachwelt aufzubewahren. Dieses ungewöhnliche Stück durften wir der Öffentlichkeit keinesfalls vorenthalten.<br />
Es schließt im doppelten Sinne den Exkurs ins Verdauungssystem der Wirbeltiere ab.</p>
<p>Der Ausstellungsabschnitt zum Verdauungstrakt zeigt viele weitere Organe von der Leber eines Gorillas über meterlange Darmabschnitte bis zum spektakulären Straußenmagen.</p>
<p>Sogar ein <strong>leerer Magen</strong> ist dabei:<br />
Wenn der Magen leer ist, bewegen die Magenwandkontraktionen nur Luft und etwas Magensaft. Dadurch können grummelnde Geräusche entstehen: das Magenknurren.<br />
Das ist die wahre Kunst des Ausstellens: etwas auszustellen, was nicht da ist.<br />
Die Leere des Magens.<br />
Dafür hat das Magenknurren einen wirklich poetischen Namen: Borborygmus.<br />
So viele Silben für die Leere…</p>
<p><em>Bettina Wurche</em></p>
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		<title>Sammlungswelten: Schräge Vögel</title>
		<link>http://blog.meertext.eu/2011/12/14/sammlungswelten-schrage-vogel/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 20:01:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Federviecher machen einen sehr kleinen Teil der ausgestellten Präparate aus. Dafür haben sie uns erstaunlich viel Nachdenken bereitet. Denn: wir sind zwar alle drei gestandene Zoologen, aber keine Vogel-Experten&#8230; Der röhrende Kranich Auf einem blaugefärbten Präparat in einem hohen Schliffglas ist zu lesen: „Spaltfußgans (Anseranas semipalmata) Herz, Lunge, Luftröhre (blau gefärbt)“ Die Luftröhre ist [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Die Federviecher machen einen sehr kleinen Teil der ausgestellten Präparate aus. Dafür haben sie uns erstaunlich viel Nachdenken bereitet. Denn: wir sind zwar alle drei gestandene Zoologen, aber keine Vogel-Experten&#8230;</span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #000000;"><strong>Der röhrende Kranich</strong><br />
Auf einem blaugefärbten Präparat in einem hohen Schliffglas ist zu lesen:<br />
„</span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: x-small;">Spaltfußgans (</span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: x-small;"><em>Anseranas semipalmata</em></span></span></span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: x-small;">)<br />
Herz, Lunge, Luftröhre (blau gefärbt)“</span></span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Die Luftröhre ist klar erkennbar und unglaublich lang, das mehrfach gefaltete Organ ist mit einer Art Kabelbinder zusammengebunden.<br />
Wir gucken ungläubig zu dritt auf das Präparat: Wo um Himmels willen hat eine Gans eine so lange Luftröhre? Die ist ja mehrere Male so lang wie das ganze Tier!<span id="more-233"></span></span></span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Eine Recherche ergibt Folgendes:<br />
Kraniche, Trompeterschwäne und einige andere verwandte Vögel (darunter eben auch die genannte Spaltfußgans) haben sehr lange Luftröhren (Tracheae). Die überlangen Luftröhren werden im Körper spiralförmig aufgewickelt. Eine Abbildung zeigt ein wie einen Gartenschlauch aufgerolltes Organ im Hinterleib der Gans.<br />
Eine solche sehr lange Trachea der Kraniche wurde übrigens schon 1250 von Kaiser Friedrich II beschrieben. Ist also gar keine neue Erkenntnis. Irgendwie unangenehm, dass Kaiser Fritz II mehr darüber wußte als ich in einem siebenjährigen Studium gelernt habe.<br />
Neue Forschungen setzen diese extrem verlängerten Luftröhren in einen Kontext mit den extrem lauten Geräuschen, die die Vögel produzieren können – mehr Länge gleich mehr Lärm.</span></span></span></p>
<p><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">Gestern abend traf ich am Mainufer auf ein Pärchen Nilgänse, die dort wohnen. Eine der beiden kam gerade von einem kurzen Rundflug zurück, darum mußten sich die beiden erst mal entzückt begrüßen: Köpfchen aneinander reiben, Hälse umschlingen und enthemmt loströten: RÖÖÖÖÖÖHHHHRRRR</span></span></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><span style="font-size: small;">.<br />
Quod erat demonstandum.</span></span><br />
Rockröhren wie Gianna Nanini würden jeden Kranich um seine Stimmkraft mit dem satten Sound beneiden- nur bei der Vokalisation von Texten bleiben die Vögel klar hinter den ungefiederten Rocksängern zurück.<br />
Piep.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Die Henne und die Eier</strong></span><br />
„<span style="font-family: Arial,sans-serif;"><em><strong>Gallus gallus domesticus, </strong></em></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Ovar“ </strong></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">heißt ein großes Präparat in einem vierkantingen Glas.<br />
Jeder weiß, wie ein Huhn und ein Hühnerei aussehen. Wie es aber genau dazu kommt, dass die arbeitsame Henne (fast) jeden Tag ein Ei legt, darüber macht man sich eher weniger Gedanken.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Dieses alte Lehrpräparat zeigt:<br />
So ein Huhn hat eine regelrechte Eierfabrik in seinem geräumigen Bauch. Der Eierstock ist sehr groß und produziert zahlreiche Eier bzw. Eianlagen gleichzeitig: Die ganz kleinen Eier haben die Größe der winzig kleinen österlichen Zuckereier, dann gibt es alle Zwischengrößen und die größten Eier sind schon so gut wie legefertig. Die Eierschale wird von einer gesonderten Schalendrüse abgegeben. Hühner haben übrigens, wie die meisten Vögel nur einen einzigen Eierstock, meistens wird der linke ausgebildet.<br />
Für mich eines der interessantesten Stücke der Ausstellung: die scheinbar alltäglichen Hühner und ihre Eier beherbergen tiefe Geheimnisse.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Von Bregen bis Klöten &#8211; Allerlei vom Strauß</strong><br />
Hirn, Magen und Penis vom Strauß sehen auf den ersten Blick kaum so aus, als ob sie zum gleichen Tier gehören würden.<br />
Der</span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong> Kopf </strong></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">ist für einen zwei Meter großen Vogel winzig, die </span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Gehirngröße</strong></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"> nicht weiter erwähnenswert. Unser Hirnanatom Helmut (Dr. Helmut Wicht) hat den Kopf mit dem freigelegten Hirn liebevoll in Szene gesetzt: Durch einen darüber angebrachten Spiegel kann man das Gehirn von oben betrachten, ohne sich dabei den Hals zu verrenken.<br />
Der </span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Magen des Strauß</strong></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"> ist gigantisch: ein riesiger, prall gefüllter Sack in einem riesigen gläsernen Topf. Die Füllung besteht aus der pflanzlichen Nahrung wie Körnern, Gräsern, Blättern und anderen Pflanzenteilen. Dazu kommen noch Sand und Steine,mit denen die Nahrung im Muskelmagen zerkleinert wird. Die Steine werden als Gastrolithen, Magensteine, bezeichnet. Diese „Kauhilfen“ können bis zu 45 % des Mageninhalts einnehmen.<br />
Strauße picken auf der Suche nach geeigneten Gastrolithen oft auch andere kleine Gegenstände auf, darum werden in ihren Mägen oft Münzen, Schrauben und andere Gegenstände gefunden. Zu gerne hätte ich den Mageninhalt untersucht&#8230;<br />
Strauße haben tatsächlich </span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Penisse,</strong></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"> sogar recht stattlich ausgeprägte Kopulationsorgane. Penisbildungen kommen nur bei sehr wenigen Vögeln vor, und die gewaltigen fleischigen Organe dieser großen Laufvögel haben schon viele Leute in Erstaunen versetzt. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Bereits 1836 hatte Müller „diese erectilen Bestandteile“ der männlichen straussenartigen Vögel in den Abhandlungen d<a title="Abhandlungen der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin aus dem Jahre 1836" href="http://books.google.de/books?id=yGEhAQAAMAAJ&amp;pg=PA159&amp;lpg=PA159&amp;dq=struthio+penis&amp;source=bl&amp;ots=Aq34tvyd6E&amp;sig=8Tr8o1Wji2moJmNGrojtirDc_ts&amp;hl=de&amp;ei=tTLZTtPuNozEtAbYnNyADA&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=7&amp;ved=0CF4Q6AEwBg#v=onepage&amp;q=struthio%20penis&amp;f=false" target="_blank">er </a></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><em>Königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin Aus dem Jahre 1836</em></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"> detailliert beschrieben (ab S. 137).<br />
Wohlgemerkt: Sehr detailliert.</span></p>
<p>Die Größe des Kopulationsorgans in Relation zum Magen und zum Gehirn läßt möglicherweise vermuten, dass Strauße eher zur Befriedigung der niederen Triebe neigen und sich die Zeit nicht mit Intelligenzspielen und Intrigen wie etwa Krähen vertreiben.<br />
Möglicherweise ist diese Betrachtung inklusive der Schlußfolgerung aber auch zu anthropozentrisch.<br />
Unwissenschaftlich ist sie allemal.</p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><em>Bettina Wurche</em></span></p>
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		<title>Sammlungswelten – Anatomie für Neugierige und Connaisseure</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Nov 2011 17:46:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bettina Wurche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anatomie]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Museum]]></category>
		<category><![CDATA[Historisch]]></category>
		<category><![CDATA[Senckenberg-Museum]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Ausstellung von anatomischen Feuchtpräparaten und Gewebeschnitten (Histologischen Schnitten) über Konservierungmethoden und Anatomie ist eine Rarität in den naturkundlichen Museen. Feuchtpräparate – also in konservierende Flüssigkeiten eingelegte Tiere und Pflanzen – sind zwar ein großer und wichtiger Teil jeder wissenschaftlichen naturkundlichen Sammlung, fristen aber normalerweise ein Aschenputteldasein, verborgen vor den Blicken der Öffentlichkeit. In diesem [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Eine Ausstellung von anatomischen Feuchtpräparaten und Gewebeschnitten (Histologischen Schnitten) über Konservierungmethoden und Anatomie ist eine Rarität in den naturkundlichen Museen.<br />
Feuchtpräparate – also in konservierende Flüssigkeiten eingelegte Tiere und Pflanzen – sind zwar ein großer und wichtiger Teil jeder wissenschaftlichen naturkundlichen Sammlung, fristen aber normalerweise ein Aschenputteldasein, verborgen vor den Blicken der Öffentlichkeit.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">In diesem Jahr bekam ich durch meine Mitarbeit an der Anatomie-Ausstellung “</span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Sammlungswelten“ </strong></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">im Senckenberg-Museum mal wieder die Gelegenheit, in diesen Feuchtpräparate-Sammlungen zu stöbern, die spannenden Geschichten hinter den Objekten herauszufinden und in einer Ausstellung zu verarbeiten.<span id="more-225"></span></span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Gestern, am 24.11. ist die kleine, aber feine Ausstellung eröffnet worden – und ich finde nun endlich die Zeit, dazu ein paar Blogbeiträge zu schreiben.<br />
Denn Geschichten gibt es genug zu erzählen&#8230;Jedes einzelne Präparat ist ein Unikat!</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Die Frankfurter Rundschau hat zur Eröffnung den sehr lesenswerten Beitrag <a title="FR: Ausstellung im Senckebegr: Glieder im Glas" href="http://www.fr-online.de/frankfurt/ausstellung-im-senckenberg--glieder-im-glas,1472798,11214274.html" target="_blank"><strong>&#8220;Ausstellung im Senckenberg: Glieder im Glas&#8221;</strong></a> gebracht, neben gutem Text und schönen Bildern mit einem Interview mit mir.<br />
</span><br />
D<span style="font-family: Arial,sans-serif;">ie Präparate in ihren gläsernen Behältnissen werden im Mobiliar einer alten Apotheke präsentiert, dadurch erinnert die Ausstellung an die alten Wunderkammern und Raritätenkabinette.</span></p>
<h4> <span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Wunderkammern – zum Staunen und Angeben<br />
</strong></span></h4>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">In den Wunderkammern vergangener Jahrhunderte wurden die Anfänge der heutigen Museen gelegt: naturkundliche, völkerkundliche, archäologische und sonstwie interessante oder kostbare Objekte und Artefakte wurden ziellos gesammelt und ausgestellt: Mumien neben ausgestopften Krokodilen, Mineralien neben Narwalzähnen, exotische Skulpturen neben kostbarem Schmuck.<br />
Sie zeigten ungewöhnliche Dinge, die Kuriosiät blieb Selbstzweck und sollte den Ruhm des Besitzers steigern: Wer Kuriosiäten sammelte, mußte reich und weltgewandt sein. Fürsten, wohlhabende Gelehrte und reiche Angeber schmückten sich mit den exotischen Kuriositäten.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Im 19. Jahrhundert begann der Aufstieg der heutigen Wissenschaftszweige und das systematische wissenschaftliche Arbeiten (s. auch „Jules Verne und die Entdeckung der Meeresforschung“) . Aus den unsortierten “Ansammlungen“ der Wunderkammern wurden allmählich wissenschaftliche Sammlungen, die systematisch gesammelt und erforscht wurden – echte Sammlungen im heutigen Sinn.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Moderne Museen unterscheiden deutlich zwischen wissenschaftlichen und Schausammlungen. Die Aufgaben eines modernen Museums sind: Sammeln-Forschen-Bewahren-Vermitteln.</span></p>
<h4><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Wie funktioniert eine Wissenschaftliche Sammlung?</strong></span></h4>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Jedes Objekt wird katalogisiert: Bezeichnung, Herkunft, Sa</span><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Arial,sans-serif;">mml</span></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">er/Vorbesitzer und viele andere Informationen werden sorgfältig aufgenommen. Die Präparate einer wissenschaftlichen Sammlung werden heute nicht mehr in den Sammlungsbüchern – dicken Folianten – geführt, sondern digital erfaßt. Dadurch sind wissenschaftliche Sammlungen weltweit abrufbar für andere Wissenschaftler.<br />
Die Sammlungsbestände sind sorgfältig sortiert: nach der systematischen Ordnung der Tiergruppen (Löwen und Tiger nebeneinander, weit weg davon Korallen und Bärtierchen) und nach ihrer Aufbewahrungsform. Knochen, Feuchtpräparate und Felle haben natürlich unterschiedliche Anforderungen für die sachgerechte Lagerung. Also: Löwen- und Tigerfell in der mottensicheren Fellkammer, Löwen- und Tigerschädel an anderem Ort und Löwenherzen und Tigerlebern im speziell belüfteten Alkoholtrakt.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Diese Sammlungen müssen regelmäßig betreut werden: Vom Nachfüllen von Alkohol bis zur Überprüfung auf Schädlingsbefall. Pelzkäfer in der Säugetiersammlung schrecken einen Museumsmitarbeiter mehr als Motten im Lieblings-Kaschmir-Pullover!<br />
Diese Sammlungen sind die Archive der Natur und der Schatz der Museen. Wissenschaftler greifen für ihre Forschungen auf diese Archive zurück: Entweder gehen die Präparate auf Reisen oder der Wissenschaftler kommt vorbei. So werden auch alte Stücke immer mal wieder unter neuen Gesichtspunkten bearbeitet und ihre Eigenschaften und Erkenntnisse publiziert.<br />
Besucher haben in der Regel keinen Zutritt.<br />
Wissenschaftliche Sammlungen sind Orte der Stille … und des Staubs. </span></p>
<h4> <span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>Schausammlungen</strong></span></h4>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Eine Schausammlung ist das Schaufenster der Wissenschaft für die Öffentlichkeit.<br />
Hier werden meist selbst erklärende Eyecatcher ausgestellt: Um zu erkennen, wo bei einem Elefantenskelett vorn und hinten ist, muss niemand Zoologie studiert haben. </span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Skelette und Dermoplastiken (früher nannte man das „ausgestopft“) stehen in Reih und Glied, dazwischen räkeln sich Modelle, manchmal gibt es sogar noch lehrreich gemeinte Informationen über Texttafeln oder Monitore. Ein anständiges Schau-Präparat ist möglichst vollständig und ordentlich beschriftet.<br />
In den Schausammlungen sind große und spektakuläre Objekte überrepräsentiert, die kleinen scheinbar unscheinbaren sucht man oft vergeblich. Wie könnte auch ein in Alkohol eingelegtes Bärtierchen neben einem </span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><em>T. rex</em></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">-Skelett bestehen? Die meisten Leute würde es glatt übersehen, denn bei aller Anstrengung kann es sein Maul bei Weitem nicht so weit wie Gevatter Dinosaurus aufreißen. Erst der Blick durch ein Mikroskop würde die Knuffigkeit dieses kleinen Wesens zeigen: Bärtierchen sehen aus wie Gummibärchen mit einem Beinpaar zu viel. Dabei sind die zarten Organismen hart im Nehmen und z. B. sehr erfolgreiche Astronauten.</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">Auch die inneren Organe von Tieren sind in Schausammlungen selten zu sehen: Das blanke Skelett eines Tieres ist sauber und pflegeleicht. Seine Organsysteme hingegen sind durch die Konservierungsflüssigkeiten oft grau-rosa verfärbt und scheinen für viele Besucher weniger ästhetisch zu sein.<br />
Dabei können diese Präparate wunderbare Geschichten erzählen&#8230;</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;">In der kleinen feinen Anatomie-Ausstellung </span><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><strong>„Sammlungswelten – konserviert für die Ewigkeit“ </strong></span><span style="font-family: Arial,sans-serif;">sind nun über 300 sorgfältig ausgewählte Feucht-Präparate von Wirbeltieren aus den wissenschaftlichen Sammlungen für die neugierigen Augen des Publikums aus ihrem Donröschenschlaf erweckt worden – eine Ausstellung für Neugierige und Anatomie-Conaisseure!</span></p>
<p><span style="font-family: Arial,sans-serif;"><em>Bettina Wurche</em></span></p>
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